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Wo sollen unsere Kinder spielen?

Wo sollen unsere Kinder spielen?

St. Wendel. In einem kleinen Kreis werde man mit Vertretern der Kreisverwaltung, der Schule und der Anlieger nun einen alternativen Standort auf dem alten Sportplatz hinter der Schule prüfen, sagte gestern Landrat Udo Recktenweald im SZ-Gespräch als Fazit des Infoabends. Dann werde man die Anlieger noch im Mai zu einem erneuten Informationsabend einladen

St. Wendel. In einem kleinen Kreis werde man mit Vertretern der Kreisverwaltung, der Schule und der Anlieger nun einen alternativen Standort auf dem alten Sportplatz hinter der Schule prüfen, sagte gestern Landrat Udo Recktenweald im SZ-Gespräch als Fazit des Infoabends. Dann werde man die Anlieger noch im Mai zu einem erneuten Informationsabend einladen. Recktenwald hatte schon im SZ-Gespräch in der vergangenen Woche unterstrichen, dass die Anlieger in die Entscheidung mit einbezogen werden. Recktenwald sagte, seine Tendenz gehe dahin, das Vorhaben an der bisher geplanten Stelle zu stoppen. Der Schulleiter Heribert Ohlmann habe zu Beginn der Versammlung am Mittwoch das Konzept des Minispielfeldes vorgestellt. Und dabei klar gemacht, dass es sich dabei nicht um einen öffentlich zugänglichen Sportplatz handelt. Das Bauamt des Kreises habe die baurechtliche Lage geschildert. Anlieger haben sich laut Recktenwald gegen das Projekt auf einer Fläche an der Riottestraße gewandt, weil sie Lärmbelästigungen fürchten. Einige hätten klar gesagt, dass sie notfalls juristisch gegen den Bau vorgehen werden.Jürgen Möller, Vorsitzender der SPD St. Wendel, plädiert für den Bau des Kleinspielfeldes an dem bisher geplanten Platz und kritisiert hier auch die Haltung des Landrates: "Immer wieder hören wir, unsere Kinder sind unsere Zukunft. Wenn es aber darum geht, ihnen die nötigen Freiräume für Sport und Spiel zu schaffen, setzt sich sofort das Umfeld zur Wehr", so Möller. Der SPD-Politiker fragt: "Wo sollen Kinder noch spielen, wenn nicht in Bereichen, die sowieso schon der Kinderbetreuung vorbehalten sind. Wir brauchen Flächen zum Austoben für unsere Kinder und Jugendlichen, die sich in der Nähe ihrer Wohnungen befinden. Aus meiner Sicht bietet sich der Bereich des Wendalinums geradezu an, ein Spielfeld zu errichten. Statt sich darüber Gedanken zu machen, wie man es an dieser Stelle verhindern kann, sollte man überlegen wie man mit geeigneten Maßnahmen die mögliche Belästigung von Anliegern reduzieren kann." Der Landkreis knicke ein, weil sich Widerspruch formiere. "Ich bin der Meinung, hier sollten die Interessen unserer Kinder und die der Anwohner gegeneinander abgewogen werden und ich hoffe, dass die Lobby der Kinder siegt."

HintergrundDer Deutsche Fußballbund baut mit dem Erlös der Fußball-Weltmeisterschaft 1000-Mini-Spielfelder in Deutschland. Im Landkreis St. Wendel ist ein Spielfeld schon an der Grundschule in Furschweiler entstanden. Ein zweites wird an der Grundschule in Hasborn gebaut. Ein drittes ist am Gymnasium Wendalinum geplant. Einige Anlieger befürchten unter anderem Lärmbelästigung. red