Wie aus Freunden Feinde wurden

Wie aus Freunden Feinde wurden

Türkismühle. In der Region um Bosen, Gonnesweiler, Sötern und Türkismühle lebten früher etwa 400 Juden, 200 davon allein in Sötern. Damit war die jüdische Gemeinde Sötern in etwa so groß wie die Gemeinde in Saarlouis. Obwohl jüdische und christliche Kinder in getrennte Schulen gingen, was damals völlig normal war, lebten die Menschen friedlich miteinander

Türkismühle. In der Region um Bosen, Gonnesweiler, Sötern und Türkismühle lebten früher etwa 400 Juden, 200 davon allein in Sötern. Damit war die jüdische Gemeinde Sötern in etwa so groß wie die Gemeinde in Saarlouis. Obwohl jüdische und christliche Kinder in getrennte Schulen gingen, was damals völlig normal war, lebten die Menschen friedlich miteinander. Es gab auch eine Synagoge in Sötern. Doch diese wurde, wie etwa 1400 andere Synagogen in Deutschland und Österreich, während der Pogromnacht am 9. November 1938 zerstört. Der damalige Bürgermeister von Sötern war bekennender Nazi und verstand es, die Anweisungen der NSDAP oft auf unmenschliche Weise umzusetzen. Alle Juden wurden deportiert und vom Bahnhof Neubrücke aus in verschiedene KZ gebracht. Die Juden verloren bei dieser Deportation ihr Eigentum und ihre Häuser wurden danach oft an verdiente Parteigenossen der NSDAP verkauft.Tigmann berichtete, dass heute wieder etwa 100 000 Juden in Deutschland wohnen. David Bokumabi, Klasse 10d: "Also ich finde es gut, dass die Menschen vor Hitlers Machtergreifung so friedlich zusammenleben konnten. Und traurig, weil es so schlimm geendet hat. Es ist für mich auch unfassbar, wie auf einmal aus Freunden so schnell Feinde werden können." Jonathan Genson, Klasse 10d: "Für mich war es sehr interessant, mal zu erfahren, wie schlimm es den Juden in unserer Region, speziell im Nordsaarland, ergangen ist. Meistens hört man ja nur von Deportationen in den großen Städten Deutschlands und Europas, aber viele vergessen dabei, dass alle Juden dasselbe durchmachen mussten." red

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