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Wenn der Tempomacher plötzlich aussteigt Ein Läufer, der sich nach 42,195 Kilometern einfach nur gut fühlt

Wenn der Tempomacher plötzlich aussteigt Ein Läufer, der sich nach 42,195 Kilometern einfach nur gut fühlt

St. Wendel. Am gestrigen Sonntag, unmittelbar vor dem Startschuss zum zweiten St. Wendler Stadtmarathon, drängen sich tausende Zuschauer hinter den Absperrgittern entlang der Bahnhofstraße. Alle wollen sie einen Blick auf die Langstreckenläufer erhaschen, die in wenigen Sekunden auf den 21 Kilometer langen Rundkurs geschickt werden

St. Wendel. Am gestrigen Sonntag, unmittelbar vor dem Startschuss zum zweiten St. Wendler Stadtmarathon, drängen sich tausende Zuschauer hinter den Absperrgittern entlang der Bahnhofstraße. Alle wollen sie einen Blick auf die Langstreckenläufer erhaschen, die in wenigen Sekunden auf den 21 Kilometer langen Rundkurs geschickt werden. Wie die Rennpferdchen stehen viele der 2800 Marathon- und Halbmarathon-Läufer in den "Startlöchern". Aber statt unruhig mit den Hufen zu scharren, lockern sie mit einem nervösem Schütteln die Muskulatur in den Beinen. Ein letztes Mal, denn in den kommenden ein bis zwei Stunden (oder auch mehr), werden sie dazu nur bedingt Gelegenheit haben. Dann fällt der Startschuss - und die Athleten gehen auf den Rundkurs. An der Spitze der ukrainische Spitzenläufer Sergej Zachepa, der in St. Wendel die Olympia-Norm erfüllen will. Dazu müsste er eine 2:12-er Zeit laufen, die er aber um fünf Minuten verfehlen wird. Vielleicht auch auf Grund der Tatsache, dass sich sein Tempomacher Vasil Ramshchuk frühzeitig verabschiedet. Dieser entscheidet sich kurzfristig für den Halbmarathon. Und den gewinnt er in einer Zeit von 1:06:56 Stunden. Damit ist Ramshchuk acht Minuten und zehn Sekunden schneller als Lokalmatador Ramon Bernardon aus Nohfelden, der Dritter wird. Bis Kilometer 19 lag der für den 1. FC Kaiserslautern startende Bernardon auf Rang zwei, brach dann aber ein und musste den für das Globus-Team startenden Benedikt Heil an sich vorbei ziehen lassen. "Ich wollte gewinnen, bin aber zu schnell angegangen. Als dann zwei Kilometer vorm Ziel der Einbruch kam, war nix mehr drin", sagte Bernardon nach dem Lauf. Mit seinem Podiumsplatz war er aber trotzdem zufrieden. Das war auch Frank Recktenwald aus Alsweiler, nach Bernardon und Marco Forster aus Freisen quasi Dritter der Kreiswertung über die Halbmarathon-Distanz: "Ich habe mich heute sehr gut gefühlt. Und dafür, dass dies mein erster Wettkampf in diesem Jahr war, ist die Zeit absolut okay." 1:20:04 Stunden standen am Ende für den für das Team PST Trier startenden Recktenwald zu Buche. Bei den Frauen war Julia Wydra (1:30) schnellste Läuferin aus dem Kreis St. Wendel. Die für den TV ST. Wendel startende Wydra wurde Dritte im Gesamtklassement. Dritte, allerdings beim Marathon, wurde Tanja Hooß von den Lauftreff-Freunden Marpingen. In einer Zeit von 3:04:10 Stunden bewältigte die Ottweilerin die 42,195 Kilometer. Sie sagte: "Von der Zeit her bin ich ein bisschen enttäuscht, weil ich eigentlich unter drei Stunden bleiben wollte. Aber Gesamtdritte und beste Saarländerin, das ist schon toll." Ihr Mann Jörg Hooß, der ebenfalls für die LTF Marpingen startet, wurde auch Dritter - allerdings "nur" in der Saarländer-Wertung. Seine Zeit: 2:45,50 Stunden. Das bedeutete in der Gesamtwertung den neunten Platz. > Seite B1 und Seite D1: weitere BerichteSt. Wendel. "Also, ich habe mich nach einem Marathon noch nie so gut gefühlt", sagt ein sichtlich glücklicher Martin Schedler von Saar 05 Saarbrücken, nach seinem Zieleinlauf beim St. Wendeler Stadtmarathon. In der Zeit von 2:35:46 Stunden hatte er den 21,1 Kilometer langen Rundkurs zwei Mal bewältigt, was den vierten Platz in der Gesamtwertung bedeutete. Zudem war Schedler bester Saarländer, was ihm zu den 400 Euro, die er für den vierten Rang bekam, noch einmal 300 Euro einbrachte. Doch das spielte für den Habacher nur eine Nebenrolle: "Für mich war es ein optimales Rennen. Am Anfang hätte ich nicht gedacht, dass es so gut läuft. Aber das Wetter war top, der Regen hat mir gut getan, jetzt bin ich superzufrieden." Das war auch St. Wendels Bürgermeister Klaus Bouillon: "Die Reaktionen, die bislang von den Läufern kamen, waren durchweg positiv." Dem taten Regenschauer, die immer wieder niedergingen, keinen Abbruch. "Am Wetter können wir nichts ändern, aber für die Läufer ist Regen eh nicht so schlimm", weiß Bouillon. tog