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Wechsel an der Spitze von Nestlé Wagner in Nonnweiler

Geschäftsführer Thomas Göbel zieht Bilanz : „Ich weiß das St. Wendeler Land zu schätzen“

Thomas Göbel, Geschäftsführer von Nestlé Wagner, zieht es zurück in seine Heimat nach Österreich. Das St. Wendeler Land bleibt seine zweite Heimat.

„Ich gehe aus dem Saarland und von Nestlé Wagner schweren Herzens weg. Aber es zieht mich zurück in die Heimat.“ Und die ist in den Bergen. „Ein bisschen Heimweh“ nennt der Österreicher Thomas Göbel, Geschäftsführer von Nestlé Wagner, als Hauptgrund für sein Ausscheiden aus dem Unternehmen im Nordsaarland. Dem Saarländer müsse man dies nicht erklären, sagt er mit einem Schmunzeln.

Ende Mai scheidet Göbel aus, seine Nachfolge tritt am 1. Juni Thomas Ludsteck (56) an. Nestlé-Manager Thomas Göbel war im Mai 2012 ins Saarland gekommen, zu Pizza Wagner, wie das Unternehmen damals noch hieß. Im September 2012 übernahm er die Führung von Anette und Gottfried Hares, die sich aus dem Unternehmen zurückzogen.

Göbel war ihr Wunschnachfolger: „Wir haben uns diesen Manager als Nachfolger ausgesucht. Wir kennen ihn schon lange“, sagte im Februar 2012 Gottfried Hares bei der Vorstellung der neuen Unternehmensstruktur.

„Meine größte Aufgabe war es, das Familienunternehmen Wagner in die Nestlé-Familie zu integrieren“, unterstreicht Thomas Göbel im SZ-Telefonat. Nach der Devise, das Gute von Wagner erhalten und die Vorteile von Nestlé nutzen. Zum Beispiel, was die Erschließung der Auslandsmärkte angeht. Oder die Zusammenarbeit mit den beiden anderen Pizzawerken in Italien und Frankreich. Aber auch, was neue Produkte betrifft. So ist Nestlé Wagner 2015 in das Segment der Tiefkühl-Snacks eingestiegen und hat sich dort etabliert.

„Vieles hat sich zum Positiven entwickelt“, zieht Göbel als Fazit seiner Arbeit im Saarland. Und man habe viel investiert. 2013 wurde nach zwei Jahren Bauzeit ein neues Pizza-Werk in Betrieb genommen. Dieses hat knapp 50 Millionen Euro gekostet. Seit September 2019 läuft eine neue Snacklinie, die 15 Millionen Euro gekostet hat. Das Unternehmen verfügt seit 2017 über eine eigene Ausbildungswerkstatt. Auch ist in Nonnweiler die Entwicklungsabteilung aller drei europäischen Nestlé Pizza-Werke eingerichtet worden. Etwa zehn bis 20 Millionen Euro habe Nestlé seit 2013 in jedem Jahr in Nonnweiler investiert, berichtet der scheidende Geschäftsführer.

Mit Stand Ende Dezember 2019 arbeiten für Nestlé Wagner 1782 Mitarbeiter, werden 34 junge Menschen ausgebildet. Der Marktanteil in Deutschland liegt bei Tiefkühlpizzen konstant bei knapp 30 Prozent, bei Tiefkühl-Snacks wie Rustipani bei 17 Prozent. Thomas Göbel sagt: „Unserem Unternehmen geht es gut, wir hatten einen guten Start ins neue Jahr.“ Wenngleich Corona das Unternehmen nach wie vor vor große Herausforderungen stelle, „die wir bisher alle gut gemeinsam als Team meistern“.

Er habe sich mit seiner Frau und seinen drei Kindern im Saarland sehr wohl gefühlt, betont Thomas Göbel. „Ich weiß das Saarland und das St. Wendeler Land sehr zu schätzen“, sagt Göbel, der hier gerne auf dem Mountainbike unterwegs war. Die Menschen, die Gegend, die schöne Landschaft, all das habe ihn sehr beeindruckt. „Wir sind auch extrem gut aufgenommen worden“, blickt er zurück. Das Motto „Großes entsteht im Kleinen“ treffe es auf den Kopf. Das habe aktuell auch der Zusammenhalt der Menschen in der Corona-Krise gezeigt.

Göbel: „Wir haben uns wie Zuhause gefühlt.“ Allerdings ist die Sehnsucht nach seiner Heimat Österreich größer. „Die Prägung auf die Berge ist sehr stark. Und je älter ich wurde, desto größer ist sie geworden;“ sagt Göbel, der vor kurzem 50 Jahre alt geworden ist. Also Zeit für ihn, in Österreich eine neue Aufgabe zu wagen. Göbel wird die Geschäftsleitung für die Region Österreich, Zentral- und Osteuropa bei dem Hersteller Teekanne in Salzburg übernehmen.

Das Saarland wird ihn aber nicht ganz los lassen. Er werde öfters in St. Wendel zu Besuch sein, kündigt er an. Und dann neben Pizza auch eine typisch saarländische Köstlichkeit genießen: Gefillde. „Die mag ich gern.“