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Warum wird hier nicht geschafft?Landkreis hält am Plan fest

Warum wird hier nicht geschafft?Landkreis hält am Plan fest

St. Wendel/Frankfurt. Wir machen keine halben Sachen - oder etwa doch? So zumindest sieht es seit Wochen am Bahnhof in St. Wendel aus. Während die eine Seite der Fassade schon fertig ist, versperrt ein Baugerüst vor der zweiten Hälfte den Blick aufs Gebäude. Abeiter - Fehlanzeige

St. Wendel/Frankfurt. Wir machen keine halben Sachen - oder etwa doch? So zumindest sieht es seit Wochen am Bahnhof in St. Wendel aus. Während die eine Seite der Fassade schon fertig ist, versperrt ein Baugerüst vor der zweiten Hälfte den Blick aufs Gebäude. Abeiter - Fehlanzeige. Dabei sollte eigentlich die Sanierung spätestens Ende Oktober abgeschlossen sein, nachdem der Termin mehrmals verschoben wurde (siehe Hintergrund, rechts). Was ist los?Was ein Bahnsprecher in Frankfurt/Main dazu sagt, klingt verblüffend: "Die Restarbeiten an der Fassade ziehen sich wegen der Abstimmung zur neuen Bahnhofsuhr und zum DB-Logo hin." Darum sei der Teil rechts vom Eingang noch nicht fertig. Der alte Zeitmesser mit dem Firmenemblem solle ersetzt werden. Diese Investition sei allerdings nicht in der Bausumme von 500 000 Euro drin, die die Bundesregierung bereitstellt. Das Geld sei einzig und allein dafür vorgesehen, das Haus aus den 70ern zu isolieren. Der Unternehmenssprecher: "Die Uhr bezahlen wir selbst." Was die kostet, wollte er nicht sagen. Und dieser Kauf hat tatsächlich die bisherigen Arbeiten blockiert? So ist es, teilt der Mann aus der DB-Pressestelle mit. Jetzt aber ging alles vorwärts, versichert er: "Die Fassade ist bis Mitte November fertig." Übrigens: Vor Wochen erklärte einer seiner Kollegen, dass die alten Fenster restlos gegen neue ausgetauscht seien. Jetzt berichtet der Bahnsprecher, dass unter anderem "letzte alte Fenster ausgetauscht werden müssen". Während es an der Fassade jetzt endgültig vorwärts gehen soll, bleibe hinter den Gleisen auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs vorerst alles beim Alten. Hier türmen sich noch immer Sand- und Schuttberge ausgehobener Baugruben. Das Gelände gehört einem Privatinvestor und soll über einen geplanten Durchgang mit dem Bahnhof verbunden werden (wir berichteten). Laut Bahnsprecher hakten die entsprechenden Verhandlungen zwischen privatem Bauherrn und Staatsunternehmen. Erst wenn ein gemeinsames Konzept existiert, werde auch die Wartehalle des Bahnhofs saniert und behindertengerecht umgebaut.St. Wendel. Während der Zeitplan bei der Bahnhofssanierung durcheinander geraten ist, soll das benachbarte Rondell mit Fahrkartenverkauf und Touristeninfo wie vorgesehen im Dezember öffnen. Das teilte gestern Anke Dörr von der Pressestelle des Landkreises St. Wendel mit. "Die Mobilitätszentrale geht wie geplant an den Start." Die Restaurierungsarbeiten am Denkmal geschützten Gebäude aus den 50ern gingen voran. Mittlerweile bestätigte ein Bahnsprecher, dass sich sein Unternehmen mit dem Fahrkartenverkauf beteiligen werde: "Unsere Mitarbeiter ziehen mit ein." Zeitgleich werde der Schalter im Bahnhof geschlossen. Das Angebot im Rondell bleibe das gleiche. Unterdessen sucht die Kreisverwaltung weiter nach einem Namen für die neue Info- und Verkaufszentrale. Vorschläge können noch bis morgen eingereicht werden. Laut Dörr gingen unter anderem bislang folgende Ideen ein: Tourist Round-In, St. Wendeler Reise-Rondell, Wendels Punkt - Die Tourismuszentrale, Wendelinfo, Wendelltourium, Tour-Ring-Haus. hgnVorschläge an: Landkreis St. Wendel, Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Postfach 1460, 66594 St. Wendel, E-Mail: presseamt@lkwnd.de. "Die Fassade ist bis Mitte November fertig."Bahnsprecher in Frankfurt

HintergrundDie Sanierung des Bahnhofes in St. Wendel ist im November vergangenen Jahres gestartet. Vom ursprünglichen Zeitplan ist nichts mehr übrig. Hier ein Überblick:- 26. Oktober 2009: Die SZ berichtet exklusiv über den bevorstehenden Start der Bauarbeiten in der Kreisstadt. Ein Bahn-Sprecher in Frankfurt kündigt März/April als Fertigstellungsende an.- 31. März 2010: Trotz des zurückliegenden strengen Winters seien die Bauarbeiten im Plan. Ein Unternehmenssprecher bestätigt unserer Zeitung: "Bis Ende April sind wir fertig."- 10. Mai: Jetzt also doch: Bei der Bahn räumt ein Sprecher Verzögerungen ein - Schuld daran: der Winter. Das Baugerüst vor dem Bahnhof, das eigentlich schon längst verschwunden sein soll, steht immer noch. Einen neuen Termin nennt der Bahnvertreter nicht.- 6. August: Seitens der Bahn heißt es jetzt: Bauende drittes Quartal, folglich spätestens Ende September.- 14. September: Im Internet nennt das Unternehmen mittlerweile viertes Quartal 2011 als Fertigstellung. hgn