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Von Döner, Soldaten und der Lust aufs Motorradfahren

Von Döner, Soldaten und der Lust aufs Motorradfahren

Sie sind nicht das erste Mal in Baumholder stationiert. Welche Erinnerungen hatten Sie an die Stadt und an ihre Zeit als junger Soldat in Baumholder? Sam McAdoo: Ich erinnere mich noch an meine Ankunft in Baumholder, und nach nur wenigen Wochen ging es auch schon zum militärischen Verladebahnhof, von wo aus wir ins Manöver nach Hohenfels verlegten, und es war bereits kalt

Sie sind nicht das erste Mal in Baumholder stationiert. Welche Erinnerungen hatten Sie an die Stadt und an ihre Zeit als junger Soldat in Baumholder?Sam McAdoo: Ich erinnere mich noch an meine Ankunft in Baumholder, und nach nur wenigen Wochen ging es auch schon zum militärischen Verladebahnhof, von wo aus wir ins Manöver nach Hohenfels verlegten, und es war bereits kalt. Außer den vielen Manövern oder die Aufenthalte auf dem Truppenübungsplatz vor Ort, erinnere ich mich noch daran, dass ich die Möglichkeiten zur Fortbildung, die das US-Militär seinen Soldaten zur Verfügung stellte, genutzt habe. Was halten Sie für Ihre wichtigsten Aufgaben als Kommandeur der US Garnison Baumholder?McAdoo: Das ist eine gute Frage. Vor meiner Kommando-Übernahme habe ich mir über alles Gedanken gemacht, was wichtig für mich und die US-Militärgemeinde sein wird. Danach habe ich versucht, eine Reihenfolge zu erstellen von dem, was ich als erstes in Angriff nehmen möchte, wobei ich aber festgestellt habe, dass es einige Dinge gibt, die von gleicher Bedeutung sind. Die Sicherheit der US- Militärbevölkerung, Unterkünfte für das US-Militär innerhalb und außerhalb der Garnison, Unterkünfte für Soldaten in der Kaserne, die Verbesserung der Infrastruktur und der Lebensqualität der Soldaten, Zivilisten und deren Familien und der deutschen Zivilbeschäftigten in der Militärgemeinde. Zuletzt, der kontinuierliche Ausbau der deutsch-amerikanischen Beziehungen mit organisierten Veranstaltungen und die Verbesserung der militärischen Beziehungen. Werde ich das alles auf einmal angehen? Nein, aber hier etwas und dort etwas - dies alles zusätzlich zu dem täglichen Dienstgeschehen, mit dem die Funktionalität des Standortes gewährleistet wird - das ist mein Ziel. Ich hoffe, dass am Ende meiner Dienstdauer hier deutliche Verbesserungen erkennbar sind. Nun einige Dinge des Gesamtplanes der Wohnungssituation wie neue Baumaßnahmen oder die Möglichkeit des Baus einer neuen Schule im Bereich der Wetzel Housing, die Renovierungen der Soldatenkasernenunterkünfte, der Ausbau der Commissary (Lebensmittelgeschäft; Anm. d. Red.) und des PX, werde ich wahrscheinlich hier nicht mehr sehen, aber ich denke, dass ich diese Projekte im Garnisonsplanungsprogramm einbinden kann. Gibt es Dinge, die Ihnen Ihr Vorgänger ans Herz gelegt hat - und die Sie fortführen möchten?McAdoo: Nein, hat er nicht. Als Teil des Prozesses bei der Übernahme des Dienstpostens und der Verantwortung als Garnisonskommandeur hatten Oberstleutnant Pfahler und ich die Gelegenheit, ein paar Tage vor der eigentlichen Kommando-Übernahme über Projekte zu reden, die bereits im Gange waren und was während seiner Zeit hier gemacht wurde. Ich werde alle diese Projekte überprüfen und sehen, worauf ich den Schwerpunkt legen möchte.Wie halten Sie es mit den deutsch-amerikanischen Beziehungen? Wird man Sie und ihre Familie öfters in der Stadt sehen? Haben Sie die Stadt schon erkundet? McAdoo: An unserem zweiten Tag hier haben wir die Stadt zu Fuß erkundet und haben uns ein italienisches Eis gegönnt. Ich hatte ganz vergessen, wie gut das schmeckt. Anschließend haben wir unseren ersten Döner gegessen; wie ich gehört habe, ist dass das aktuelle deutsche Imbissgericht Nummer eins. Sie müssen wissen, dass wir vor neun Jahren den letzten gegessen haben. In Texas, unserem letzten Standort, hat uns meine Frau regelmäßig deutsches Essen zubereitet. Deswegen hatte ich nicht das typisch amerikanische Begehren nach dem traditionellen Schnitzel. Da unser Wagen noch nicht angekommen war, haben wir alles zu Fuß erledigt; Brötchen und die Zeitung am Morgen kaufen oder einfach unsere Beine etwas bewegen und das warme Wetter genießen. Susanne und eine Nachbarin, die einen Wagen besitzt, sind gemeinsam mit den Kindern und dem Hund zu den nahegelegenen Wanderwegen gefahren oder zum Einkaufen nach Kusel. Oder sie sind einfach nur herumgefahren und haben die Gegend genossen. Als dann endlich unser Wagen eingetroffen war, sind wir nach Idar-Oberstein gefahren, haben uns die Felsenkirche angeschaut und in der Stadt zu Mittag gegessen. Am nächsten Tag sind wir zur Burg Lichtenberg gefahren, und vergangenes Wochenende haben wir Freunde in Worms besucht. Ob wir uns in der Gemeinde einbringen wollen? Auf jeden Fall. Unsere jüngste Tochter hat Interesse geäußert, die dritte Klasse in einer deutschen Schule zu besuchen. Sie hat uns kürzlich erzählt, dass sie Deutsch lesen, schreiben und verstehen möchte, und dass sie glaubt, der Besuch einer deutschen Schule wäre der richtige Beginn. Es war ihre und nicht unsere Idee. Alexander, der ein leidenschaftliches Interesse an deutscher Geschichte hat, insbesondere an der Zeit der Reformation und der industriellen Revolution zum Ende des Zweiten Weltkrieges, hat sich schon ausgiebig mit Herbert Grimm (Baumholderer Historiker; Anm. d. Red.) über die Geschichte von Baumholder und seine Dienstzeit in der deutschen Wehrmacht unterhalten. Was schätzen Sie besonders an Baumholder, was gefällt Ihnen weniger?McAdoo: Alles, was wir bis jetzt erlebt haben, war sehr positiv - von der wunderschönen Lage der Stadt bis hin zu dem äußerst herzlichen Empfang, den jeder unserer Familie erfahren hat. Wird es Dinge geben, die mir weniger gefallen? Da wird es bestimmt einige geben, ich bin mir aber sicher, dass diese unseren bereits positiven Eindruck nicht trüben werden. Wie haben Ihre Kinder auf den Umzug in die Provinz reagiert?McAdoo: Ich würde sagen, sie waren von der Rückkehr nach Deutschland begeistert, besonders Alexander, unser 17-jähriger Sohn, der eine Zeit lang, als er noch jünger war, einen deutschen Kindergarten in Worms besucht hat. Rebecca ist in Worms zur Welt gekommen und hatte auch die Gelegenheit, ein Jahr lang in denselben Kindergarten zu gehen. Meine jüngste Tochter hatte erst Bedenken, aber nachdem sie sich mit der Tatsache abgefunden hatte, war sie genauso aufgeregt wie ihre Geschwister. Susanne hat noch Familie in Bayern, und dies bietet ihr eine gute Gelegenheit. Da unser Aufenthalt in Deutschland nur für eine Dauer von drei Jahren sein wird, wollen wir so viel wie möglich hier erleben und reisen so oft es geht. Aufgrund meiner Dienststellung hier in der Garnison kann es sein, dass ich nicht so oft reisen kann, aber Susanne wird die Gelegenheit nutzen, so viel wie möglich von Deutschland und Europa zu sehen. Ich möchte noch hinzufügen, dass die ländliche Gegend hier atemberaubend ist. Die Anhöhen und Täler, die hohen grünen Bäume, die Wolken und der blaue Himmel. Einfach wunderschön. Sie müssen verstehen, dass der Teil von Texas, wo wir gelebt haben, nicht annähernd so ist wie hier. Nichts gegen Mittel-Texas, aber jeder, der jemals - egal wie lange - dort gelebt hat, weiß, dass das Gras, die Bäume und die angenehmen Temperaturen nicht lange anhalten, denn zu Beginn des Sommers und den dann hohen Temperaturen wird alles Grüne sehr schnell braun. Haben Sie spezielle Hobbys und Vorlieben? McAdoo: Ich genieße das Motorradfahren. Ich habe eine Harley Davidson Fatboy, Baujahr 1996, mitgebracht, und ich bin sehr dazu geneigt, noch ein Motorrad zu kaufen, solange wir hier sind. Meine Augen richten sich auf eine neue BMW R1200 GS Adventure. Zwischenzeitlich genieße ich das Wandern und die Sterne zu beobachten; aber vielleicht finde ich ja noch mehr Hobbys während meiner Dienstzeit hier in Baumholder.