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Verbraucherschützer geben Tipps: So geht gesundes Grillen im Garten

Verbraucherschützer geben Tipps : So geht gesundes Grillen im Garten

Auf den Schwenker, fertig, los: Die Experten der Verbraucherzentrale des Saarlandes geben Tipps für ungetrübten Genuss.

Der Saarländer ist für seine Vorliebe fürs Grillen und Schwenken bekannt. Sobald das Wetter es erlaubt, sind draußen die Grills in Aktion. Für Abwechslung auf dem Rost sorgen neben Steaks, Würstchen und Co. auch Gemüse, Kartoffeln und Obst. „Doch eine falsche Handhabung am Grill birgt Risiken – etwa durch krebserregende Stoffe, die durch tropfendes Fett auf die Glut entstehen oder krank machende Keime bei unsachgemäßem Umgang mit Lebensmitteln“, weiß Theresia Weimar-Ehl von der Verbraucherzentrale des Saarlandes. Sie hat daher ein paar Tipps für ungefährliche Gaumenfreuden am Grill:

Tipp 1: Grillgut – Tierisch gut

Fleisch und Würstchen sind für viele kulinarische Höhepunkte auf dem Teller. „Essen Sie sich an leckeren Gemüse- und Salatbeilagen satt und genießen Sie die tierischen Highlights bewusst und in Maßen“, empfiehlt Weimar-Ehl. Weniger Wurst und Fleisch seien gesünder und ließen finanziellen Spielraum für Produkte aus verbesserter Tierhaltung, beispielsweise Fleisch mit einer Haltungskennzeichnung des Handels der Stufe drei oder vier, mit dem Tierschutzlabel oder Bio.

Gepökeltes gehört nicht auf den Grill. Denn beim Erhitzen von Kassler oder Räucherspeck, Bockwurst oder Leberkäse können aus dem Nitritpökelsalz krebserregende Nitrosamine entstehen.

Tipp 2: Grillvarianten – Vegetarisch lecker

Im Handel findet sich eine Fülle von vegetarischen Fleischersatzprodukten. Aber auch die Gemüse- und Obsttheken bieten eine reiche Auswahl: Zucchini, Auberginen, Cocktailtomaten, Champignons, aber auch Fenchel, Spargel, Maiskolben, Paprika, Kürbis, Kartoffeln oder Zwiebeln eignen sich zum Grillen. Gemüse mit Öl bestreichen, dickere Ware vorher in Scheiben schneiden oder vorgaren.

Tipp 3: Grillwürze

Fleisch, Fisch oder Gemüse sollte man erst nach dem Grillen salzen. Das Grillgut verliert sonst Wasser, wird trocken und leidet am Geschmack. Wer Alu-Grillschalen oder Alufolie verwendet, sollte später auf dem Teller würzen: Denn Salz und Säure lösen Aluminium und übertragen es aufs Grillgut. „Eine Alternative sind Grillschalen aus Edelstahl, die zudem immer wieder verwendet werden können“, rät Weimar-Ehl.

Tipp 4: Grillhygiene

Rohe tierische Lebensmittel können krankheitserregende Keime enthalten. Bei gut durchgegrillten Steaks sind Bakterien kein Problem. Eine Übertragung der Keime von rohen auf gegarte Lebensmittel muss vermieden werden. „Verwenden Sie deshalb verschiedenes Besteck und Teller. Hände, Geräte und Flächen, die mit rohem Fleisch, Fisch oder verwendeten Marinaden in Kontakt waren, gut mit heißem Wasser und Spülmittel säubern“, empfiehlt die Expertin.

Tipp 5: Grilltechnik

Als Brennmaterial für den Holzkohlegrill nur Holzkohle oder -briketts verwenden. Altpapier oder Holz hingegen können beim Abfackeln krebserregende Stoffe entwickeln, die sich mit dem Rauch auf die Grillwaren legen. „Sie sollten den Grill rechtzeitig mit Holzkohle anheizen und so lange durchglühen lassen, bis sich eine weiße Ascheschicht gebildet hat. Fleisch, Fisch oder Gemüse erst auflegen, wenn kein Rauch mehr aufsteigt“, sagt Weimar-Ehl.

Damit kein Fett in die Glut oder auf die Heizschlange gelangt, sollte das Grillgut auf Grillschalen, am besten aus Edelstahl oder mit emaillierter Oberfläche, gelegt werden. „Verzichten Sie außerdem auf das ständige Bestreichen mit Marinade oder das Bespritzen mit Bier. Verkohlte Stellen an gegrilltem Fleisch, Gemüse oder Obst sollten nicht verzehrt werden“, rät die Verbraucherschützerin weiter.

Tipp 6: Grillkohle

Auch Obst und Gemüse sind laut einer Verbraucherschützerin hervorragend zum Grillen geeignet. Foto: dpa-tmn/Christin Klose

Bei Grillkohle und -briketts sollte man Produkte aus Deutschland bevorzugen und auf Zeichen für nachhaltige Waldwirtschaft achten, wie etwa das FSC-Siegel. Es kennzeichnet Holzprodukte, die aus einer nachhaltigeren Waldbewirtschaftung stammen. Nicht näher gekennzeichnete Grillkohle kann auch durch Raubbau an Urwäldern entstanden sein. Ohne die Zerstörung von Wäldern wird Grillkohle aus Reststoffen gewonnen.