Unwetter im Landkreis St. Wendel führt zu vielen Feuerwehr-Einsätzen

Viel Arbeit für die Feuerwehr : Unwetter fegt Frühling vorerst weg

Eine Gewitterfront ist am Mittwochabend über das St. Wendeler Land gezogen. Starkregen und Sturmböen hielten die Feuerwehren auf Trab. Verletzt wurde niemand.

Dunkle Wolken schoben sich vor die Sonne, Windböen fegten über das Land und fette Regentropfen prasselten auf den Boden herab. Es brauchte am Mittwochabend keinen Wetter-Experten, um zu erkennen, dass eine heftige Gewitterfront im Anmarsch war. Sie sollte den Frühling fürs Erste wegspülen – und den Feuerwehren im Landkreis jede Menge Arbeit bereiten.

Wie deren Sprecher Dirk Schäfer berichtet, hatte die Leitstelle auf dem Saarbrücker Winterberg die Führungskräfte schon vorgewarnt. „Sie wurden bereits kurz vor dem Eintreffen der Schlechtwetterfront über die bevorstehende Lage informiert“, sagt Schäfer. Auch die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes fürs Saarland schlugen bereits Alarm. Sie rechneten mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 85 Stundenkilometern und starken Gewittern. Außerdem vermuteten sie, dass innerhalb kürzester Zeit bis zu 15 Liter auf dem Quadratmeter niedergehen würden und schlossen auch Hagelschauer nicht aus. Die Experten gaben daher eine amtliche Warnung bis 21 Uhr heraus.

Doch bevor Blitz und Donner, Starkregen und Sturmböen über die Region hinwegzogen, musste die Feuerwehr noch nach Winterbach ausrücken. Ein Anwohner hatte den Notruf gewählt und Flammen im Bereich der Wellwiesstraße gemeldet. Er gab an, dass dort ein mit Strohballen beladener Anhänger auf einem Bauernhof Feuer gefangen habe. Die Einsatzkräfte machten sich sofort auf den Weg, zumal der Anhänger laut Alarmierung vor einer Scheune stehen würde. „Bereits zu diesem Zeitpunkt erschwerte sehr starker Regen die Anfahrt zur gemeldeten Brandstelle“, sagt Schäfer. Vor Ort entdeckten die Helfer jedoch, dass es sich lediglich um ein bewachtes Feuer auf einer Privatfläche handelte. Sie gaben Entwarnung und rückten ab, ohne eingegriffen zu haben.

Doch der nächste Einsatz sollte nicht lange auf sich warten lassen. „Da bereits zu diesem Zeitpunkt absehbar war, dass es durch die starken Regenfälle und Sturmböen zu weiteren Einsätzen im Stadtgebiet kommen wird, wurde ein Lagezentrum im Feuerwehrgerätehaus des Löschbezirkes Mittleres Ostertal eingerichtet“, erzählt Schäfer. Von dort aus seien die anschließenden Einsätze innerhalb des Stadtgebietes koordiniert worden. Der Einsatzleitwagen des Löschbezirks Haupersweiler organisierte derweil die Einsätze in der Gemeinde Freisen. „Dies erleichterte die Abarbeitung der gemeldeten Schadstellen“, erklärt der Feuerwehr-Sprecher.

Um 17 Uhr ging es dann so richtig rund. Vollgelaufenen Keller, überschwemmte und blockierte Straßen – auf die Einsatzkräfte kam das volle Unwetter-Programm zu. Überwiegend waren sie damit beschäftigt, mit Schlamm und Geröll verschmutzte Fahrbahnen zu säubern sowie Einlaufschächte zu reinigen. „Teilweise waren Erdmassen von angrenzenden Feldern auf und über die Straßen gespült worden“, schildert Schäfer weiter. Auf diesen Abschnitten habe für die Verkehrsteilnehmer eine erhebliche Unfallgefahr bestanden. Zahlreiche Haupt- und Nebenstraßen seien längerfristig zum Teil voll gesperrt gewesen. Betroffen waren laut Schäfer unter anderem die L 307 zwischen St. Wendel und Niederkirchen, die L 309 zwischen Leitersweiler und Oberkirchen, die L 133 zwischen Bliesen und Winterbach sowie die B 420 Niederkirchen Richtung Landesgrenze.

Die Feuerwehrleute mussten zudem etliche umgestürzte Bäume beiseite räumen und vereinzelt vollgelaufene Keller leerpumpen. „Verletzt wurde niemand“, sagt Schäfer. Der Einsätze seien gegen 21 Uhr beendet gewesen.

Mehrere Straßen in der Stadt St. Wendel und der Gemeinde Freisen waren während der Einsätze voll gesperrt. Foto: Dirk Schäfer
Der Starkregen hatte Geröll auf die Straße gespült. Die Feuerwehrleute säuberten die Fahrbahn wieder. Foto: Dirk Schäfer

Im Einsatz waren die Löschbezirke Feuerwehr Stadt St. Wendel, Feuerwehr Gemeinde Freisen sowie die Polizei.