Tischfußball: 600 Teilnehmer traten bei der World-Series in St. Wendel gegeneinander an

World-Series 2019 : Welt-Elite des Tischfußballs begeistert in St. Wendel

Drallern oder kurbeln war verboten, dennoch rummste und rappelte es ohne Ende in der St. Wendeler Sporthalle. Wer am öftesten die 26 Gramm schwere Kugel versenkte, der wurde bei der World Series und dem Nationen Cup 2019 im Tischfußball mit Medaillen und dem Meistertitel dekoriert.

„St. Wendel gehört weltweit zu den fünf Turnieren der höchsten Kategorie in der Weltrangliste“, erklärte Josef Cornelius aus Ottweiler, kürzlich Kapitän des deutschen Teams bei der Weltmeisterschaft im spanischen Murcia.

Im Gewimmel tauchten 50 saarländische Akteure an den mobilen Stadionkästen auf und brachten mit dem Handgelenk die starren Kunststoff-Männchen in Schussposition. „Wir spielen bei uns größtenteils am Hansberg, dem Saarland-Kicker, jetzt am Leonhart-Tisch ist es schwer für uns“, fachsimpelte Thomas Pütz, der für Bildstock an die Stangen ging. Dennoch: Pütz langte mit seinem Partner Stephan Peter im Seniorendoppel Klassik ordentlich hin. Das Saarduo belegte Platz zwei im Teilnehmerfeld von 47 Teams.

Dagegen schaute Steven Müller vom Tischfußballclub (TFC) Hülzweiler-Saarwellingen unentwegt bangend auf sein Smartphone. Die Rangliste in der noch laufenden Qualifizierungsrunde wurde ständig aktualisiert. Im Einzel hatte er drei Siege wie drei Niederlagen rausgekickert. „Jeder Gegner hat anders gespielt“, berichtete er. Dann Erleichterung bei Müller. Als 115. zog er noch in die Profirunde ein und traf mit dem Luxemburger Yannick Correia auf ein Schwergewicht der Szene.

Das war brutal, ich habe kein Tor geschossen“, sagt Müller nach seiner 0:3 Niederlage. Der luxemburgische Topmann wurde dieses Mal Fünfter. Es gewann der US-Amerikaner Tom Spredemann. Bei den Frauen holte die Bulgarin Blagovesta Gerova den Titel.

Insgesamt waren 600 Spieler aus 25 Nationen in St. Wendel am Start. „Wir werden respektvoll behandelt, und es ist eine große Freude, hier her zu kommen“, schwärmte Klaus Gottesleben, der Präsident des Deutschen Tischfußballbundes (DTFB), über die Bedingungen in der Kreisstadt. Aktuell seien 400 Vereine unter dem Dach des DTFB organisiert.

Bei so viel Lob des Präsidenten war absehbar, dass der TFC St. Wendel auch den Zuschlag für die Ausrichtung der fünften World Series im kommenden Jahr bekommen würde. „Mit 470 Teilnehmer haben wir 2016 angefangen. Mit 600 Kickern haben wir jetzt eine magische Zahl geknackt“, freute sich der St. Wendeler TFC-Vorsitzende Eduard Schlaup.

Gleichzeitig sei die Veranstaltung nun an der Kapazitätsgrenze angelangt. „St. Wendel plant doch den Bau einer neuen Sporthalle, wenn die fertig ist, können wir mit 800 Teilnehmern spielen“, sagte Gottesleben optimistisch voraus.

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