Zum um Stand der Arbeit des Vereins Kisoboka Hasborn

Kisoboka : Geschwisterpaar baut Kindergarten in Uganda

„Es ist möglich“ – der Name des in Hasborn ansässigen Vereins Kisoboka ist Programm. Spendensammeln ist ein wichtiger Aspekt.

Das Geschwisterpaar Sophie (30) und Lukas Schäfer (24) aus Hasborn hat sich für 2019 einiges vorgenommen und will das weiterführen, was es 2014 angefangen hat. „Damals begann unsere Abenteuerreise in Uganda“, berichtet Sophie Schäfer. 2013 beschloss sie mit Bruder Lukas nach einem Aufenthalt in Uganda, sich für die Region zu engagieren. „Uganda wurde als das Land der verlorenen Kinder bezeichnet. Es ist das Land mit der jüngsten Bevölkerung und zugleich ist es traurig zu sehen, wie perspektivlos die Kinder aufwachsen“, erzählt Sophie Schäfer.

2014 gründete sie mit ihrem Bruder den gemeinnützigen Verein Kisoboka mit dem Ziel, Waisenkindern in Uganda eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Der Name des Vereins ist Programm, denn Kisoboka bedeutet in der ugandischen Sprache „es ist möglich“. „Im April 2016 wuchs in uns der Traum von einem eigenen langfristigen Projekt. Wir wollten Land erwerben zum Aufbau eines Kindergartens“, berichtet Lukas Schäfer. „Die vorschulische Bildung ist in Uganda unterrepräsentiert und obliegt dem privaten Sektor. Die Regierung hält sich da raus. Mehr als 80 Prozent der Kinder, die einen Kindergarten besuchen, stammen aus wohlhabenden Familien. Wir wollen Kindern aus ärmlichen Verhältnissen auch diesen Start ins Leben ermöglichen und mit unserem Projekt so früh wie möglich ansetzen in einer Lebensphase, wenn wichtige motorische und kognitive Entwicklungsschritte stattfinden. Mit unseren begrenzten Ressourcen wollen wir das Bestmögliche erreichen und setzen vor allem auf Nachhaltigkeit“, erklärt Sophie Schäfer die Philosophie von Kisoboka.

Nachdem die Geschwister in den vergangenen zwei Jahren damit beschäftigt waren, in Uganda ein Grundstück zu erwerben und sich als Nichtregierungsorganisation (kurz: NGO) zu registrieren, geht es nun weiter mit der konkreten Realisierung des Bauprojekts auf ihrem 6500 Quadratmeter großen Grundstück im dörflich geprägten Umfeld von Entebbe. Lukas Schäfer: „Wenn man in Uganda langfristig etwas machen möchte, braucht man den NGO-Status. Für diese Registrierung als NGO brauchten wir viele Empfehlungsschreiben von wichtigen Leuten. In diesem Prozess muss man immer jemanden kennen, der dich einen Schritt weiterbringt. Wir hatten vier Mappen mit Empfehlungsschreiben zusammengestellt für den Ausschuss im Innenministerium.“ Dabei lief dem Geschwisterpaar die Zeit davon, denn im November 2018 traf sich der Ausschuss zu seiner letzten Tagung. Ein einziger Stempel habe am Ende noch in den Unterlagen gefehlt. „Den besorgte uns unser Buchhalter in einer Nacht- und Nebel-Aktion in Kampala“, erinnert sich Sophie Schäfer. Anfang Dezember gab der Ausschuss dann grünes Licht.

Mit dem Status in der Tasche, kann das Kindergartenprojekt nun in diesem Jahr Fahrt aufnehmen mit Hilfe von Mike Ogwal, dem Projektkoordinator vor Ort. „Mit ihm stehen wir im permanenten Austausch, da er zu unserer absoluten Vertrauensperson geworden ist“, erklärt Sophie Schäfer. Die heiße Bauphase soll noch in diesem Jahr eingeläutet werden. Mit einem ugandischen Architekten soll der Bau geplant werden. Dabei ist Mike Ogwal wieder der Mann vor Ort: „Das Land, das wir mit Kisoboka erworben haben, ist ein tolles Land, mit dem wir unser Projekt starten können. Es liegt an einem strategisch guten Punkt. Hier gibt es bisher keinen Kindergarten. Hier können die Spendengelder mit Zuversicht investiert werden.“

Nachdem das Genehmigungsverfahren und administrative Vorarbeiten geschafft sind, soll es im Sommer losgehen. Ein Jahr später sollen schon die ersten Kinder in den Kindergarten einziehen. „Das ist schon ein krasses Gefühl zu sehen, wie sich alles entwickelt“, berichtet Sophie Schäfer. Das Geschwisterpaar will mit seinem Projekt nachhaltig in Uganda etwas bewegen. Sophie Schäfer: „Wenn man im Kleinen anfängt und versucht, die Lebenssituation von nur 30 Kindern zu verbessern, werden diese zu mündigen Erwachsenen und werden ihren eigenen Kindern auch eher diesen Bildungs- und Lebensweg vermitteln. So können positive Wandlungsprozesse in der Gesellschaft initiiert werden. Jede Spende, das können neben Geld- auch Sachspenden sein, bringt uns unserem Ziel ein Stück näher.“ Auf Facebook und Instagram informiert der Verein Kisoboka über die Fortschritte des Projektes.

Mehr von Saarbrücker Zeitung