Weltenbummler Daniel Klesen startet eine Vortragsreihe

Serie Per Anhalter um die Welt : Seine Geschichten sollen die Welt verändern

53 000 Kilometer hat Daniel Klesen per Anhalter zurückgelegt. Nun erzählt er bei Vorträgen von seinen Abenteuern — und sammelt dabei Spenden für Hilfsprojekte.

Daniel Klesen liebt es, Geschichten zu erzählen. Über Freundschaft, Liebe und Einsamkeit. Über Hoffnung, Verzweiflung und Wehmut. 53 000 Kilometer hat er in den vergangenen zwei Jahren per Anhalter zurückgelegt und dabei 48 Länder auf drei Kontinenten durchquert. „Manchmal fühlt sich meine Reise wie ein Fluss aus zusammenhängenden Ereignissen an“, hat der Weltenbummler einmal auf seinem Blog geschrieben. Oft ähnele sein derzeitiges Leben jedoch einer Sammlung von Kurzgeschichten. Kurzgeschichten, die allesamt eines gemeinsam haben: Sie handeln meist von Hilfsbereitschaft und Großzügigkeit.

„Davon habe ich während meiner Reise so viel erfahren, dass ich es kaum in Worte fassen kann“, sagt Daniel. Nun sei es an der Zeit zurückzugeben. Bereits im Mai hat er daher einen Vortrag in Sotzweiler gehalten. 300 Menschen kamen, lauschten den Erzählungen des 29-Jährigen und spendeten insgesamt 1300 Euro. „Von dem Geld konnte ich ein Grundstück in Sambia erwerben. An dieser Stelle soll jetzt eine kleine Schule gebaut werden“, verkündet Daniel stolz. Sein Freund Ivor, den er bei seinem Trip durch Afrika kennengelernt hat, halte ihn über den Fortschritt auf dem Laufenden. Der Lehrer unterrichte derzeit die Kinder noch in seinem eigenen Wohnzimmer. Doch das soll sich schon bald ändern.

Bis Ende des Jahres will Daniel 3000 Euro sammeln. So viel sei nötig, um ein paar Klassenräume zu errichten. „Ich denke, das ist ein realistisches Ziel“, blickt er optimistisch in die Zukunft. Nach seinem ersten Vortrag habe er viele fantastische Rückmeldungen bekommen. Das habe ihm gezeigt, wie groß das Interesse an seinen Geschichten ist. „Ich habe mir vorgenommen, meine Erfahrungen auch weiterhin zu teilen“, sagt Daniel. Das Geld, das er dabei einnimmt, möchte er auch dazu nutzen, seine finale Reise zu finanzieren. Bereits nächstes Jahr wird er nach Amerika aufbrechen, um von Kanada nach Chile zu trampen. Der größte Teil der Einnahmen werde aber seinen Projekten in Afrika zugutekommen, verspricht er. Neben dem Schulbau in Sambia engagiert sich Daniel auch noch in einem Ort in Tansania. Dort gebe es kein vernünftiges Trinkwasser und die Kinder müssten jeden Morgen 15 Kilometer zu Fuß zur Schule laufen. „Gemeinsam mit einem Bekannten vor Ort will ich die Infrastruktur in dem Dorf in der Nähe von Lusapo verbessern“, erzählt Daniel.

Er hat mittlerweile zahlreiche Städte und Gemeinden im Saarland und in Rheinland-Pfalz angeschrieben, um sie als Veranstalter für seine Vorträge zu gewinnen. Allerdings sei es nicht immer einfach gewesen, die Verwaltungsmitarbeiter von seiner Idee zu überzeugen. „Viele waren skeptisch, ob ich überhaupt einen ganzen Saal voll bekommen würde“, sagt der Weltenbummler. Doch nach und nach habe er immer mehr Zusagen erhalten. Aktuell gebe es bereits fixe Termine in Hasborn, Losheim, Schmelz, Trier, Merzig, Sulzbach, Riegelsberg, Saarbrücken und Saarlouis. Am Samstag, 27. Juli, um 19 Uhr wird Daniel im Castellum in Kastel den Auftakt seiner Tour „Anekdoten eines Beifahrers – Per Anhalter um die Welt“ feiern. Veranstalter ist das Kulturamt Nonnweiler. Eintritt müssen die Besucher dafür nicht bezahlen. Aber der Abenteurer hofft, dass sie fleißig spenden werden.

Daniel Klesen aus Bergweiler hat in den vergangenen zwei Jahren 53 000 Kilometer per Anhalter zurückgelegt und dabei 48 Länder auf drei Kontinenten durchquert. Jetzt erzählt er bei Vorträgen von seinen Abenteuern – so wie an diesem Samstag in Kastel, ganz in der Nähe von Wadern. Foto: Paul/Pausenclown
Daniel Klesen tobt mit den Kindern in Sambia. Dort hat er nun ein Grundstück gekauft, auf dem eine kleine Schule gebaut werden soll. Foto: Ivor

Im Gegenzug verspricht er einen Abend mit Comedy, Emotionen und einer Prise Motivation. Zweieinhalb Stunden lang will er sein Publikum mithilfe von Bildern, Videos und Berichten auf eine Reise aus Sicht eines Beifahrers mitnehmen. „Ich werde viele Anekdoten erzählen, bei denen sich die Leute totlachen. Aber auch traurige Storys gehören zum Programm“, kündigt Daniel an. Seine Geschichten handeln von Nächten in Polizeistationen, hinter Gittern in einem Kriegs-Schutzbunker, auf einer verlassenen Insel, in Kindergärten, Schulen und auf einsamen Bergen in Sibirien. Sie erzählen von Missverständnissen, unsittlichen Angeboten, atemberaubenden Naturschauspielen, lustigen Zufällen, Großzügigkeit, Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft. Oder wie es Daniel zusammenfasst: „Es sind Geschichten über die Menschlichkeit.“ Und die sollen sein Publikum auch zum Nachdenken bewegen. „Die Zuhörer sollen gewisse Dinge mal von einem anderen Blickwinkel betrachten und verstehen, dass Träume greifbar sind“, sagt der 29-Jährige. Schließlich seien es die Träumer, die die Welt verändern – und vielleicht auch ihre Geschichten.

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