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Waldkrippe bei Theley steht wieder

Weihnachtliches am Offizierpfad bei Theley : Waldkrippe soll Spaziergänger erfreuen

Seit 2007 arrangiert Klaus Linnenbach Jahr um Jahr im Advent eine Krippenszene in der Natur. Inzwischen steht sie gut sichtbar am Offizierspfad bei Theley.

Vieles wird der Weihnachtszeit nachgesagt. Sie soll eine Zeit der Wunder, der Freude sein. Und auf scheinbar wundersame Weise finden sich auch dieser Tage geschmückte Tannenbäume mitten im Wald oder an einer Straße, Krippenfiguren im Schutze von Bäumen und Wurzeln. Aber wer sind diese vorweihnachtlichen Dekorateure? Einer, der Jahr für Jahr eine Krippe in der Natur platziert, ist Klaus Linnenbach.

Die Idee dazu sei 2007 entstanden. „Meine Frau und ich sind Nordic Walker und viel im Wald unterwegs“, berichtet der Wanderführer der Gemeinde Tholey. Schon immer habe er ein Faible für Baumwurzeln gehabt. Vor allem für solche, in denen sich etwas erkennen lässt. Und so entdeckte er eines Tages eine Stelle, die wie eine gewachsene Höhle anmutete. „Es war diese Örtlichkeit, die mich inspirierte“, verrät Linnenbach. Einige Jahre arrangierte er Josef, Maria und Jesus jeweils vom ersten Advent bis zum Tag der Heiligen Drei Könige in dieser natürlichen Höhle. Doch irgendwann brach diese in sich zusammen.

Schnell fand Linnenbach ein neues Plätzchen für die Krippe. An einer Art Lichtung unmittelbar am Offizierspfad. Während der ursprüngliche Platz etwas verwunschener und heimlicher anmutete, die Besucher sich bücken mussten, um die Figuren entdecken zu können, ist die neue Stelle etwas exponierter. Der Hobby-Krippenarrangeur hat einen Holzklotz unter die mit Moos bewachsene Wurzel gelegt, damit die Krippe etwas höher ist. Im Schutze mehrerer Bäume haben Jesus, Maria, Josef und einige Schafe ihren Platz gefunden. Auch ein Kamel und die Heiligen Drei Könige gehören zur Szenerie dazu. Wobei diese Figuren nicht von Linnenbach stammen. Sie kamen vor drei Jahren dazu – zunächst auch auf wundersame Weise. Waren eines Tages einfach da. „Dann bin ich einem Ehepaar begegnet, das mir erzählt hat, dass sie die Figuren dazu gestellt haben. Sie hatten zuhause keine Verwendung mehr dafür“, erinnert sich Linnenbach. Er habe die Figuren behalten dürfen und stellt sie nun Jahr um Jahr in seine Waldkrippe.

Farbenfrohe und teils glänzende Kugeln an den Tannen weisen den Weg zur Heiligen Familie. „Es kommt immer wieder Christbaumschmuck dazu“, verrät Linnenbach. Doch es ist auch schon mal etwas weggekommen. Im vergangenen Jahr verschwand plötzlich die Wurzel, in der die Figuren Schutz fanden. 2017 nahm ein Unbekannter Linnenbachs Plastikhäschen mit. Der Ruheständler ist nämlich nicht nur vor Weihnachten im Wald als Dekorateur unterwegs, sondern auch im Frühjahr. Vor Ostern baut er eine Hasenschule in der Natur auf. „Von den Diebstählen habe ich mich nicht entmutigen lassen“, sagt Linnenbach.

Denn es gehe ihm darum, den Menschen eine Freude zu bereiten. Das Aufstellen der Krippe verbindet Linnenbach auch mit Kindheitserinnerungen. Er wuchs in einer Großfamilie mit sechs Kindern in Bergweiler auf, in der die weihnachtlichen Bräuche gepflegt wurden. Inzwischen hat er selbst beim Arrangieren der Szene um Christi Geburt Hilfe. Seine fünfjährige Enkeltochter Anni ist mit Begeisterung dabei. Im nächsten Jahr soll auch der dann zweijährige Emil mithelfen.

Während die Figuren platziert werden, kommen immer wieder Spaziergänger vorbei, beobachten das Geschehen. „Manche sind überrascht und sagen: ,Ach, du machst das’, andere wiederum haben schon auf die Krippe gewartet“, verrät Linnenbach. Der zuständige Revierförster sei übrigens mit der weihnachtlichen Dekoration einverstanden, schätze die Aktion, da sie die Erlebniswelt Wald bereichere.

Blick in die Waldkrippe mit der Heiligen Familie. Sie steht am Offizierspfad bei Theley. Foto: Evelyn Schneider
An den Gleisen bei Sötern stand schon mal dieser geschmückte Tannenbaum. Foto: Christian Barth

Damit Maria und Josef mit ihrem Jesuskind gut behütet bis Anfang nächsten Jahres in der Waldkrippe überwintern können, hat ein Bekannter Linnenbachs ein waches Auge auf die Krippe. Er fahre regelrecht Streife – auch nachts. „Dann schickt er Nachrichten mit ,Aktenzeichen Streife: Alles in Ordnung’“, verrät Linnenbach. Passend, diese Meldung. Immerhin kennt sich Linnenbach selbst mit Streifenfahrten aus. 2011 ging er als Erster Polizeihauptkommissar in den Ruhestand, war zuletzt als Leiter der damaligen Polizeiinspektion Türkismühle tätig.