Von Wohnraum bis Wasserlauf

Traditionell ist der Sommer nicht nur Bade-, sondern auch Bauzeit. Das gilt auch für die Gemeinde Tholey. Im Gespräch mit der SZ gab Bürgermeister Hermann Josef Schmidt (CDU) einen Überblick der einzelnen Projekte.

Die Baustelle in in Hasborn vor einigen Wochen an der Ecke Haupt-/Gartenstraße. Archivfoto: B&K.

Trotz unterrichtsfreier Zeit geht es dieser Tage in der Grundschule Hasborn-Dautweiler gar nicht ruhig zu. Denn dort wird fleißig gewerkelt. Für die freiwillige Ganztagsschule wird ein zusätzlicher Raum hergerichtet. Das ist nötig, da der Schule mehr Anmeldungen für die Ganztagsbetreuung vorliegen als zuvor. 107 sind es an der Zahl. Die Umbauten kosten die Gemeinde zirka 13 000 Euro. "Bis Schulbeginn sind wir fertig", sagt Tholeys Bürgermeister Hermann Josef Schmidt (CDU).

Mehr Platz muss die Gemeinde auch für Flüchtlinge schaffen. Bis Ende des Jahres kommen weitere 90 aus ihrer Heimat geflohene Menschen nach Tholey, rechnet der Rathauschef vor. Aktuell werden mehrere Wohnungen hergerichtet. Drei sind es im ehemaligen Kindergarten in Sotzweiler. Gruppenräume, das Foyer, das ehemalige Ortsvorsteherbüro, Küche und WC-Anlagen werden so umgestaltet, dass drei Wohneinheiten mit 95, 50 und 63 Quadratmetern Größe entstehen. 14 Personen sollen hier künftig leben. Kosten: 235 000 Euro. Die Dienstleistungsagentur für ältere Menschen (DLA), die im gleichen Gebäude untergebracht ist, wird in das Konzept integriert. So übernimmt die DLA teilweise die Betreuung der hier wohnenden Flüchtlinge (zum Beispiel bei der Ausgabe von Kleidung und anderen Hilfsgütern). Zwei Wohnungen für insgesamt acht Flüchtlinge werden im Jugendwerkhaus in Theley hergerichtet. Die Kosten hier: 50 000 Euro. Im September sollen die fünf Wohnungen fertig sein. Zuschüsse für die Kosten gibt es jweils vom Land.

Aber nicht nur in Gebäuden, sondern auch auf der Straße wird gearbeitet. So bekommt die Hauptstraße in Hasborn-Dautweiler derzeit einen neuen Belag. Außerdem wird im Bereich des ehemaligen Gasthauses "Zur Post" die Straßenführung verlegt (wir berichteten bereits).

Der Abwasserbetrieb der Gemeinde Tholey hat im Juli beziehungsweise August drei größere Bauvorhaben begonnen. Die erste Baustelle ist in Theley. Da die Kanalisation in der Tholeyer Straße bei stärkeren Regenfällen überfordert war, muss diese erneuert werden. Das gilt für den Bereich zwischen Raumelstraße und Schaumbergstraße sowie den unteren Teil der Hortwaldstraße. Außerdem wird ein Regenüberlaufbauwerk installiert. Dieses soll den Kanal entlasten und das Regenwasser in die Theel leiten. Kosten: 900 000 Euro. Gebaut wird voraussichtlich bis Frühjahr kommenden Jahres.

Ebenfalls bis ins nächste Jahr, genauer gesagt bis September 2016, ziehen sich die Bauarbeiten in Überroth-Niederhofen. Dort steht das Projekt Fremdwasserentflechtung an. Bislang fließen größere Mengen des Regenwassers in den Schmutzwasserkanal, was wiederum dazu führt, dass die Kläranlage im Waderner Stadtteil Büschfeld überfordert ist. Auch Wasser aus dem Ehlenbach und dem Frechenbach landet in der Kanalisation. Das muss jetzt auf Anordnung des Landesamtes für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) geändert werden. Die Zuflüsse der Bäche in den Kanal werden beseitigt. Über neue Einlaufbauwerke und einen Regenwasserkanal landet das Wasser künftig direkt im Wurzelbach. Betroffen von den Arbeiten sind die Freizeitanlage Im Betzen, die Limbacher Straße im Einmündungsbereich zur Straße Zur Langheck sowie Zum Langheck selbst. Ein neuer Mischwasserkanal wird zudem in der Limbacher Straße bis zum Einmündungsbereich Zur Langheck/Auf Reiserfeld eingebaut. Kosten 1,4 Millionen Euro.

Das dritte Projekt des Abwasserwerkes ist in Hasborn-Dautweiler. Dort ist der Kanal auf einer Länge von 600 Metern im Bereich der Waldstraße bis zur Römerstraße bei stärkeren Regenfällen schnell überlastet. Deshalb wird in der Waldstraße nun ein Regenüberlauf gebaut. Kosten: 420 000 Euro. Bereits Ende des Jahres sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Erneut beschäftigt sich die Gemeinde Tholey mit dem Thema Hochwasserschutz. "Nach dem Hochwasser vor zwei Jahren stehen jetzt wieder drei Maßnahmen an", sagt Schmidt. So soll in Bergweiler eine Treibholzsperre an der Theel errichtet werden. In der Vergangenheit ist immer wieder Treibholz an Brücken hängen geblieben und hat so einen Rückstau verursacht. Künftig soll das Gestrüpp schon oberhalb Bergweilers abgefangen werden. Hierzu wird eine Reihe mit Pfählen quer in den Bachlauf geschlagen. Geschätzte Kosten: 16 000 Euro. Ein zweiter Knackpunkt in Sachen Hochwasser ist der Durchlass in Leitzweiler. Damit hier künftig kein Einschwemmen von Gestrüpp mehr möglich ist, wird das Rohr mit einem Rechen versehen. Der fängt das im Gewässer treibende Holz ab. Zirka 35 000 Euro sind hierfür veranschlagt. Neben den Projekten an der Theel muss auch der Schutz am Imsbach verbessert werden. Damit bei starkem Regen weniger Wasser an der Johann-Adams-Mühle ankommt, wird das Mönchbauwerk repariert: die Teichanlage saniert, der gebrochene Damm wieder verschlossen. 51 000 Euro sind dafür eingeplant. Von Seiten des Saar-Umweltministeriums gebe es bereits grundsätzliche Förderzusagen.

Ein Großprojekt steht in Tholey mit Beginn des neuen Jahres an. Dann wird an der Kreuzung B 269/L 135 ein Kreisel gebaut. Details zu dieser Baustelle werden im Vorfeld während einer Infoveranstaltung für die Bürger vorgestellt.