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Viel Theater um ein seltsames TestamentEs gibt ganz viel Theater um ein seltsames Testament

Viel Theater um ein seltsames TestamentEs gibt ganz viel Theater um ein seltsames Testament

Neipel. Da hatten sich die Verantwortlichen und Schauspieler des Theatervereins "Laetitia" Neipel richtig viel Arbeit gemacht. Ihr Stück "Onkel Hermann und die Plunderhosen", das bei den Neipeler Theatertagen sechs Mal aufgeführt wurde, dauerte mit drei Stunden nämlich nicht nur außergewöhnlich lang, sondern beinhaltete auch ein "Stück im Stück"

Neipel. Da hatten sich die Verantwortlichen und Schauspieler des Theatervereins "Laetitia" Neipel richtig viel Arbeit gemacht. Ihr Stück "Onkel Hermann und die Plunderhosen", das bei den Neipeler Theatertagen sechs Mal aufgeführt wurde, dauerte mit drei Stunden nämlich nicht nur außergewöhnlich lang, sondern beinhaltete auch ein "Stück im Stück". Das heißt, in der Aufführung kam ein weiteres Theaterstück zur Aufführung. Das hieß für die Schauspieler zwei Rollen spielen, zwei verschiedene Kostüme tragen und für die Verantwortlichen zwei Bühnenbilder entwerfen. "Insgesamt haben wir vier Monate geprobt", erzählt Regisseur Paul Backes, der seit 1950 im Theaterverein aktiv ist. "Eigentlich wollte ich schon ein paar Mal aufhören, aber die anderen lassen mich nicht", erklärte der Regisseur mit einem Lächeln im Gesicht. Dass er weiter arbeitet, liegt aber auch daran, dass ihm die Arbeit mit seinen Vereinskollegen immer noch viel Spaß macht. "Wir haben ein gutes Team. Alles läuft bei uns sehr harmonisch ab", erzählt Backes. Lohn für die Mühen von Backes und seinem Team ist aber auch die gute Zuschauerresonanz in Neipel. Fünf der sechs Ausführungen im "Haus am Mühlenpfad" in Neipel waren schon im Vorfeld ausverkauft. Am Ende wurde das Stück sechs Mal vor voll besetzten Zuschauerrängen gezeigt. Etwa 500 Gäste sahen das Lustspiel - dabei hat Neipel gerade einmal 400 Einwohner. "Unsere Zuschauer kommen aus dem gesamten Saarland", freut sich Backes.Und die Zuschauer honorierten die Leistungen der Schauspieler mit großem Beifall. Das Stück kam sehr gut an, schließlich war es auch eine außergewöhnliche Geschichte. Der verstorbene Onkel Hermann hatte der Verwandtschaft und den Mitgliedern seiner heiß geliebten Feuerwehr in einer Videobotschaft mitgeteilt, dass sein Testament erst verlesen werden kann, wenn ein von ihm geschriebenes Theaterstück beim Familienabend der Feuerwehr aufgeführt wird. Mit allerlei Hindernissen wurde das im Mittelalter spielende Stück dann auf die Bühne gebracht, sodass Onkel Hermanns Testament verlesen werden konnte. Glücklich war mit diesem Testament am Ende aber nicht jeder, zumal sich herausstellte, dass das Theaterstück von Hermann nur geschrieben wurde, um die Verwandtschaft zu ärgern.

Auf einen BlickDie Darsteller: Elfriede Schmitt und Königin der Böhmen: Claudia Weinsberg. Eberhard Höfling und König der Böhmen: Gerd Thewes. Andrea Schmitt und Prinzessin von Böhmen: Aline Schmitt. Adelheid Koch und Zofe der Königin: Susanne Scherer. Anneliese Schmitt und Herzogin von Müller-Thurgau: Adelinde Klesen. Horst Fröhlich und Herzog von Müller-Thurgau: Christof Backes. Ingeborg Höfling und Zofe der Herzogin von Müller-Thurgau: Carina Kläser. Benno Schmitt und Herzog von der Schauenburg: Roland Hero. Klaus-Dieter Schmitt und Herzog von Stadelhofen: Edwin Scherer. Onkel Hermann: Friedhelm Reiter. Souffleuse: Luise Scherer. Regie: Paul Backes. sem