Veränderungen im Seniorenhaus in Theley

Kostenpflichtiger Inhalt: Stiftung Hospital nimmt Änderungen in Theley vor : Kurzzeitpflege geht, Seniorenhaus bleibt

Viele Gerüchte um die Zukunft der Einrichtung der Stiftung Hospital in Theley haben zuletzt die Runde gemacht. Teilweise war von Schließung die Rede. Die SZ hat bei Hospital-Direktor Dirk Schmitt nachgefragt, ob und wie es weitergeht.

Im Seniorenhaus der Stiftung Hospital stehen Änderungen an. Es ist ein bisschen ein Zurück zu den Wurzeln, aber auch ein möglicher Aufbruch in etwas Neues. Als 2011 der Komplex, der aus vier Gebäudeteilen besteht, in Theley gebaut wurde, reagierte der Träger damit auf die Nachfrage nach einem neuen Konzept: Wohneinheiten für ältere Menschen mit ambulanter Betreuung. 15 solcher Apartments, die 2010 in St. Wendel entstanden, waren ruckzuck vermietet. Daher entstanden in Theley gleich 33 Wohnungen mit einer Größe zwischen zirka 30 und 46 Quadratmetern, je mit Bad und Kochnische ausgestattet. „Außerdem gibt es in jedem Gebäudetrakt je einen Gemeinschaftsraum zum gemeinsamen Kochen, Fernsehen oder Karten spielen“, beschreibt Dirk Schmitt, Direktor der Stiftung Hospital St. Wendel. Hausdamen sind tagsüber im Seniorenhaus, um da zu helfen, wo es hakt. Zusätzlich kommt einmal pro Woche ein Reinigungsdienst. Ein Notfallknopf gewährleiste eine schnelle Hilfe auch in der Nacht.

Im Herbst 2012 kam in das Haus, dem ein  ambulantes Konzept zugrunde lag, eine stationäre Variante dazu: „Gemeinsam mit der Pflegekasse starteten wir das Experiment, in Theley Plätze zur Kurzzeitpflege einzurichten“, blickt Schmitt zurück. Elf an der Zahl. Baulich gab der Gebäudekomplex das Einrichten zweier getrennter Bereiche her. Dennoch war die Kurzzeitpflege zunächst befristet angedacht. „Sie wurde gut angenommen“, sagt der Stiftungsdirektor. Und wird es noch.

Doch trotz der Nachfrage, belastete die Kurzzeitpflege in Theley den Träger finanziell. „Elf Plätze sind nicht wirtschaftlich“, sagt Schmitt. Und liefert auch die Erklärung dafür: „Ich muss mehr Personal vorhalten, als über die Pflegesätze bezahlt wird.“ Kein neues Problem. Aber jetzt zieht die Stiftung Konsequenzen: „Die Kurzzeitpflege schließt zum 31. Oktober.“ Der Stiftungsdirektor bedauert diesen Schritt, doch sei er fast schon überfällig. Lange Zeit habe man versucht, die Kurzzeitpflege aufrecht zu halten. „Vielleicht hätten wir schon vor zwei Jahren den Mut haben sollen, diese Entscheidung zu treffen.“

Senioren, die eine Kurzzeitpflege nach dem Stichtag der Schließung bereits gebucht haben, stünden jetzt nicht ohne einen Betreuungsplatz da, beruhigt Schmitt. Sie würden in anderen Standorten der Stiftung Hospital (St. Wendel, Freisen, Namborn) versorgt. Eine Zukunft soll es auch für die acht Mitarbeiter geben. „Keiner muss gehen“, sagt Schmitt. „Es gibt Angebote zur Folgebeschäftigung bei der Stiftung Hospital.“

Die Kurzzeitpflege in Theley hat sich einen Namen gemacht. Hätte sich darauf nicht aufbauen lassen? Tatsächlich besitzt die Stiftung nicht nur das Gebäude in dem Tholeyer Gemeindeteil, sondern auch angrenzende Flächen. Trotzdem komme die Variante Ausbau der Kurzzeitpflege auf 50 bis 60 Plätze nicht in Frage, winkt Schmitt ab. Es gebe nicht nur in der Gemeinde selbst gute Einrichtungen für Senioren, sondern auch im näheren Umfeld. „Die Konkurrenz ist zu groß.“

Das Aus für die Kurzzeitpflege hat derzeit keine Auswirkung auf den ambulanten Bereich. Sprich: Das Seniorenhaus selbst wird nicht geschlossen. Die Bewohner können in ihren Wohnungen bleiben, Hausdamen sind weiterhin zur Unterstützung da. Eben alles, wie bei der Eröffnung vor sieben Jahren. Das verflixte siebte Jahr bedeutet nicht das Ende, aber mögliche Veränderungen. Eine neue Konzeption soll her, wie Schmitt sagt. Eine, die den ambulanten Bereich mehr mit Leben füllt.  Für Ideen sei die Stiftung offen. „Wir müssen neu denken: Wo ist Bedarf, was bietet der Markt.“ Immerhin hat das Seniorenhaus schon einmal als ein Modellprojekt begonnen und könnte diese Aufgabe wieder übernehmen – nur anders. Die Stiftung sei gesprächsbereit, um mit Partnern etwas zu entwickeln.

Schmitt könnte sich vorstellen, einen Trakt an einen Arzt, an ein Sanitätshaus, eine Apotheke oder einen Anbieter für Rehasport zu vermieten, oder sogar einen Gebäudeteil zu verkaufen. Schon heute wird jener Seniorenhaus-Komplex, der der Stiftung Hospital gehört, ergänzt von einer Immobilie der Gekoba, in der unter anderem eine Arztpraxis und ein Café untergebracht sind.

In diesem Café ist zuletzt sicher auch viel über die Zukunft des Seniorenhauses gesprochen worden. Es sei die Rede von Schließung gewesen, weiß Schmitt. An dieser soll Gerüchten zufolge der neue Kooperationspartner, die Franziskanerbrüder vom Heiligen Kreuz, Schuld sein. Schmitt stellt klar: „Die Franziskanerbrüder haben mit dieser Entscheidung nichts zu tun, und die Stiftung Hospital ist auch nicht bankrott.“ Zum 31. Oktober schließe der Bereich Kurzzeitpflege, nicht das Seniorenhaus. Für letzteres aber werden neue Ideen, ein neues Konzept gesucht.