Trachtenzeit am Schaumberg

Lamas statt Kühe, Knabbereien statt Kamelle: Mit einem dennoch alpenländisch angehauchten Umzug haben sich rund 500 Teilnehmer vom Sommer verabschiedet. Ein Konzert war der Höhepunkt.

Traktoren mit bunt geschmückten Anhängern ziehen an Maisfeldern vorbei, vom Tholeyer Schaumbergplateau zum Festzelt auf dem Keltenplatz in Theley . Bei spätsommerlichen Temperaturen läutete der Almabtrieb am Samstag allmählich den Herbst ein.

50 Gruppen hatten Trecker und Anhänger mit gelben Blumen sowie blau-weißen Wimpeln verziert. An die 500 Teilnehmer erschienen bajuwarisch angehaucht in Dirndl und Lederhosen. Mit dem Zug verliehen sie dem Schaumberg alpenländisches Flair. Familien oder bunt zusammengewürfelte Freundesgruppen zeigten sich.

Torsten Scherer war aus Marpingen dabei. Fünf Kinder und sechs Erwachsene bildeten sein Team. "Vor allem den Kindern macht es einfach Spaß. Meine Frau hat heute Morgen extra noch die Blumen gebunden", berichtete er.

Heiko Wilhelm bei der Truppe Bauer Korni und seinen Freunde: "Wenn so was angeboten wird, dann soll man das unterstützen." Früher seien sie nur zum Abschluss im Zelt gewesen. "Dieses Mal hatten wir Zeit und wollten selbst mitmachen." Die Primstalerinnen Beate Gläser und Adele Meyer wählten eine umweltfreundliche Variante. "Wir sind sonst mit dem Traktor unterwegs, wollten aber diesmal keine Abgase verursachen", erklärte Meyer. Und während einer der Männer einen Bollerwagen zog, verteilten die Frauen Knabbereien an die Zuschauer.

Viele Theleyer entlang der Strecke blieben in ihren Vorgärten, um den Zug von dort aus zu verfolgen.

Arnulf Staap, der mit Schafen, Eseln, Ziegen und Lamas teilnahm, verglich: "Es ist zwar wie ein Fastnachtszug, aber liebevoller. Die Menschen an den Straßen winken einem zu. Die Atmosphäre ist einfach schön."

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Hintergrund Almabtrieb vom Schaumberg durch Theley . Zum sechsten Mal veranstaltete die Gemeinde diese Gaudi. Rund 500 Teilnehmer in überwiegend bajuwarischer Kluft. Blumen geschmückte Traktoren , Bollerwagen, Familien, Freundesgruppen, Vereine, Musiker aus der Region. Kühe spielen nach einem streikenden Vieh zum Auftakt 2011 mittlerweile eine Nebenrolle. Damals verweigerte Kuh Frieda den Weitermarsch und blockierte so den Zug. Heute verlassen sich die Verantwortlichen eher auf weniger störrische Kleintiere, darunter Exoten wie Lamas. Ziel: Zelt auf dem Keltenplatz, wo im Anschluss die Band Pfundskerle aus Österreich auftrat. frf/hgn