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Theleyer Reisegruppe trifft auf bekannte Namen

Theleyer Reisegruppe trifft auf bekannte Namen

Einem Papst-Kandidaten die Hand schütteln, die Arbeit einer Missionarin kennenlernen: Während der Südamerika-Tour einer Theleyer Reisegruppe sind interessante Begegnungen eingeplant. Dieses Mal standen Treffen mit Kirchenmännern und Kommunalpolitikern im Mittelpunkt.

Wasserfälle in Iguazú, Wasserkraftwerk Itaipu und eine Gedenkminute am Grab von Pater Germano Lauck: Das sind Stationen auf der Tour der Theleyer Gruppe durch Südamerika. Weiter geht's nach Porto Alegre . Am Flughafen erwartet sie Erzbischof Ignazio Bergmann. Er ist den Theleyer Reisenden bestens bekannt. Seit seiner Studienzeit war er schon öfter in Theley Gast bei Mathilde Ludwig in ihrer Casa do Brasil. Diese Reiseetappe steht ganz im Zeichen kommunaler Zusammentreffen mit Vertretern von vier Gemeinden, von denen drei über Städtepartnerschaften mit dem Saarland und Moselorten verbunden sind.

Hermann Josef Schmidt : "Dom Bergmann hat für uns das Besuchsprogramm mit Treffen der Bürgermeister der Kommunen zusammengestellt. Diese Orte liegen dicht beieinander in einem Tal, das sich das Tal der Glücklichkeit nennt und sich für seine Agrarprodukte preist."
Vorfahren kamen aus Tholey

 Am Grab des aus Hasborn stammenden Paters Germano Lauck.
Am Grab des aus Hasborn stammenden Paters Germano Lauck.

Noch eins haben die Gemeinden gemeinsam: Alle Bürgermeister tragen deutsche Namen und blicken auf deutsche Vorfahren aus Tholey und Theley sowie aus dem Hunsrückraum zurück. In Bom Prinzípio, der Partnergemeinde von Klüsserath an der Mosel, empfängt Bürgermeister Brand die Gruppe. Der stellvertretende Bürgermeister Schneider begrüßt die Saarländer in São Vendelino, der Partnergemeinde von St. Wendel, mit einem äußerst gut "Deitsch" sprechenden Bauhofleiter Jahn.

Der Besuch hier endet in einer Urwald-Brauerei, in der Bier nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut wird. In der 13 000-Einwohner-Gemeinde Feliz, der Partnergemeinde von Nohfelden, heißt Bürgermeister Kunrath die Gäste aus dem Saarland willkommen. Die deutsche Baukultur hat in diesem Ort ihren Niederschlag gefunden.

Abschließend besucht die Reisegruppe Alto Feliz, den Geburtsort von Erzbischof Bergmann. "Hier wurden wir in dem Weingut Dom Guerino von Bürgermeister Kunrath und dem Winzer mit den übrigen Bürgermeistern der von uns besuchten Kommunen und weiteren örtlichen Repräsentanten empfangen", berichtet Schmidt. Nach Reden und einer Tanzvorführung plaudern Einheimischen und Gäste bei lokalen Spezialitäten.

Dass die Gespräche, wenn so viele Kommunalpolitiker an einem Tisch sitzen, auch einen dienstlichen Charakter annehmen, liegt auf der Hand. "Vertreter von Alto Feliz äußerten den Wunsch nach einer partnerschaftlichen Verbindung mit unserer Schaumberggemeinde", so Tholeys Bürgermeister. "Mir schwebt da eher eine interkommunale Partnerschaft zwischen São Vendelino, Feliz und Alto Feliz mit St. Wendel, Nohfelden und Tholey vor. Darüber muss aber noch mit allen Betroffenen geredet werden. Das hätte aber schon immense Vorteile, was insbesondere Austauschprojekte auf kulturellem und sonstigen Gebieten angeht." Gerade die Gemeinde Tholey sei durch viele Auswanderer des 19. Jahrhunderts mit allen Gemeinden dieses Tales auf besondere Weise verbunden. Viele Menschen hier sprechen noch die Mundart dieser Zeit und es gibt zahlreiche Verwandtenbesuche zwischen beiden Ländern.

Am Nachmittag führt ein aus Winterbach stammendes Ehepaar die Theleyer Reisegruppe durch ein nachgebautes Immigranten-Dorf in Novo Petrópolis. Der folgende Tag steht im Zeichen kirchlicher Begegnungen in Novo Hamburgo (Neu-Hamburg). "Hier siedelten ursprünglich die deutschen evangelischen Aussiedler, die ihre Siedlung nach der evangelischen Stadt Hamburg benannten, so erklärte es uns Bischof Zeno Hasstenteufel, heute Bischof dieser Stadt", berichtet Pastor von Plettenberg. Die Urgroßmutter des Bischofs, Anna Kunrath, wanderte als einjähriges Kind mit ihrer Familie von Theley nach Brasilien aus. "Beim Spaziergang über den Friedhof der katholischen Kirche konnte fast jeder aus unserer Gruppe ein Grab finden mit dem Namen seiner Familie: Schmidt, Atz, Scherer, Kunrath, Rauber, Backes, Dewes sind auch hier gängige Namen."

Der Besuch des auf einem Berg gelegenen Wallfahrtsortes Santuário das Mães ist ein emotionaler Höhepunkt für den Theleyer Pastor von Plettenberg: "Den Grundstein zu diesem Wallfahrtsort legte im August 1998 der Trierer Bischof Hermann-Josef Spital. Als Bischofssekretär war auch ich damals bei der Grundsteinlegung anwesend." Hier trifft die Gruppe weitere alte Bekannte: Airton Haack und Oscar Colling, zwei im Wallfahrtsort tätige Priester, die regelmäßig die Pfarreiengemeinschaft Schaumberg besuchen.