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Tendenz in Richtung Kleinkunst

Tendenz in Richtung Kleinkunst

Marpingen. "Wir sind schon ein bisschen anders, vielleicht auch ein bisschen verrückt." Annegret Staub, die das sagt, drückt Tasten an ihrem Laptop und lässt den Film von einem Auftritt der Gesangsgruppe A caBella in der Alten Mühle über den Bildschirm flimmern

Marpingen. "Wir sind schon ein bisschen anders, vielleicht auch ein bisschen verrückt." Annegret Staub, die das sagt, drückt Tasten an ihrem Laptop und lässt den Film von einem Auftritt der Gesangsgruppe A caBella in der Alten Mühle über den Bildschirm flimmern. Dort kann sie sich noch einmal beim Singen beobachten, zusammen mit ihren Kolleginnen Kathy Köhler, Doroth&; Schmidt und Petra Hafner. Talent von den Eltern geerbtDie Geschichte von A caBella ist alt und jung zugleich. Alt deshalb, weil sich die vier Damen schon seit ihrer Kindheit kennen. Als kleine Mädchen sangen sie im Marpinger Kinderchor, später im Jugendchor und in verschiedenen anderen Chören. Schon seit Jahrzehnten also sind sie durch den Gesang eng miteinander verbunden. "Wir alle haben die Begabung für das Singen von unseren Eltern geerbt", erzählt Petra Hafner. "Die haben nämlich jahrelang im Marpinger Singkreis mitgewirkt." In den vergangenen Jahren hätten die vier sangesfreudigen jungen Damen ständig den Gedanken im Kopf herumgetragen, einmal etwas anderes zu machen als in den Chören fast nur Klassisches zu singen. "Und dann stand im Jahre 2004 in St. Wendel die A-Capella-Nacht an", erzählt Doroth&; Schmidt von der neuen Geschichte. "Das war der Auslöser dafür, dass wir uns zu einer Gesangsgruppe zusammengeschlossen haben." Sie fassten spontan den Entschluss, in St. Wendel aufzutreten. "Wochenlang vorher probten wir wie verrückt", erinnert sich Kathy Köhler, "obwohl wir eigentlich keine klassische Gesangsausbildung haben, eben nur eine langjährige Erfahrung." Nach dem erfolgreichen Auftritt bei der A-capella-Nacht wurde aus der kleinen Flamme der Begeisterung ein großes Feuer des Enthusiasmus. A caBella, so nannte sich die Gruppe fortan, war endgültig geboren. Ungezählte Auftritte hat das Quartett seither hinter sich. Sein Repertoire ist ganz bewusst abwechslungsreich aufgebaut. Von für die Ohren anspruchsvollen Gesangsvorträgen über alte Schlager, parodistische Einlagen bis hin zu einfachen Liedern ist für jeden Geschmack etwas dabei. Fast alles wird vierstimmig und selbstverständlich A capella vorgetragen, einige Kompositionen auch zusammen mit dem Pianisten Markus Braun. Was Annegret Staub an Gesangsstücken aus dem Internet herausfischt, wird meistens auch geprobt. Ist das eine oder andere für Frauenstimmen nicht geeignet, schreibt es Doroth&; Schmidts Vater Horst Nagel entsprechend um. Mitreißendes HobbyA caBella versteht sich nicht als Gesangsgruppe, die sich einfach nur vor das Publikum stellt und singt. Petra Hafner: "Wir bauen Theaterelemente und choreografische Teile ein. Auch ein bisschen Comedy ist dabei. Einiges tendiert sogar in Richtung Kleinkunst." Und Kathy Köhler betont: "Es geht uns darum, die Zuhörer mitzureißen, sie zu ermuntern, mitzumachen, sie einfach auf unsere Reisen mitzunehmen." Alles sei jedoch nur ein Hobby, allerdings ein professionell aufgearbeitetes.Bei allen nur möglichen öffentlichen und privaten Anlässen und Festen begeisterte A caBella bisher mit seinem flexiblen Programm. Seit der Gründung gibt die Gruppe immer im September in der Alten Mühle in Marpingen ein Konzert. Am 6. April wirkt sie bei der "Serenade am Sonntag" in Tholey mit. Die Menschen gut unterhalten und selbst Spaß dabei haben - das will A caBella noch viele Jahre. gtrKontakt: Kathy Köhler, Telefon (06853) 4392, E-Mail: acabella@web.de