1. Saarland
  2. St. Wendel
  3. Tholey

So digital sind die Schulen im Landkreis St. Wendel inzwischen

Überblick zum Digitalpakt : So digital sind die Schulen im Landkreis

60 Millionen Euro Fördermittel des Landes stehen insgesamt zur technischen Aufrüstung bereit. Allerdings muss jede Einrichtung ein Konzept vorlegen, um davon profitieren zu können.

W-Lan, Laptops, Tablets, digitale Tafeln – in vielen Schulen fehlt es noch an moderner digitaler Infrastruktur. Seit 2019 läuft das Bundesprojekt „Digitalpakt Schule“. Für das Saarland stehen 60 Millionen an Fördermittel bereit. Um davon zu profitieren, müssen Schulen ein technisch-pädagogisches Medienkonzept vorlegen. Die SZ hat exemplarisch in einer Grund- und Erweiterten Schule nachgefragt, wie das Konzept aussieht.

Oliver Knob, Koordinator in der Schulleitung der Gemeinschaftsschule (GMS) Schaumberg Theley, erklärt: „Aufgrund der guten Zusammenarbeit mit unserem Schulträger ist die Infrastruktur an der Gemeinschaftsschule Schaumberg nahezu hergestellt, alle Lehrer verfügen über je ein iPad und nahezu sämtliche Räume sind mit Apple TV zur Übertragung des Bildes an den Beamer und Leinwand ausgestattet.“ Als wohl einzige Schule des Landkreises, so Knob weiter, nutzen die Lehrer seit dem vergangenen Schuljahr digitale Klassenbücher in allen Klassen und Kursen.

Mithilfe des Digitalpaktes baut die GMS nun ihre Schwerpunkte digital aus, sieht das Medienkonzept vor. „Beispielsweise werden wir als Digitale Schule endlich eine Medienwerkstatt einrichten können, die wir schon im vergangenen Jahr mit Schülern eines Wahlpflichtkurses geplant haben“, so Knob. Nach den ersten Schritten in die Virtuelle Realität (VR) und Lego Mindstorms (Robotic) werde es dann eine 360-Grad-Kamera, einen 3-D-Drucker und auch einen 3-D-Scanner geben. „Für den Bereich Musik werden wir als ausgezeichnete Musizierende Schule in einem angrenzenden Raum ein kleines Tonstudio einrichten, um unter anderem mit den Sängern unserer Musicals dort hochwertige Tonaufnahmen machen zu können, und auch ein kleines Filmstudio wird es dort geben“, teilt der Koordinator mit.

Neben einer Kamera zur Bewegungsanalyse soll zudem ein System mit elektronischen Lichtschranken und Kontaktmatten für den Bereich Sport im Schulzweig „Modellschule der Talentförderung Sport des Landkreises St. Wendel“ angeschafft werden. „Als MINT-freundliche Schule werden wir auch diesen Bereich ausbauen und durch unterschiedlichste digitale Sensoren den praktischen Unterricht mithilfe digitaler Messungen und Auswertungen der Versuche auf den technisch neuesten Stand bringen“, sagt Knob.

Die Schule habe viele Ideen und im Medienteam engagierte Kollegen, die darauf warten, das, was derzeit nur im Kopf und auf digitalem Papier stehe, umsetzen und in den Unterricht einbauen zu können. „Seit es den Digitalpakt gibt, sind wir am Ball“, stellt er fest.

Auch die Grundschule Niederkirchen habe laut Schulleiterin Christine Klees früh mit der Erstellung ihres Medienkonzeptes begonnen. „Es ist mittlerweile vom Landesinstitut für Pädagogik und Medien abgesegnet worden“, berichtet sie. Zur Kalkulation der Antragssumme müssen die Konzepte zudem mit dem jeweiligen Schulträger noch abgesprochen werden.

In Niederkirchen soll jeder Klassenraum mit einer interaktiven Tafel ausgestattet werden. Als weiteren Bedarf stehen iPads für die Schüler an. „Deren Wartung ist relativ einfach“, meint die Schulleiterin. Wichtig sei, den Schülern nicht nur den richtigen Umgang mit dem Endgerät beizubringen, sondern sie auch auf die Gefahren hinzuweisen, die bei der Nutzung solcher Medien bestehen. „Zum Beispiel das Recht auf das eigene Bild“, meint Klees.

Einen IT-Beauftragten wird nach der Bestückung mit den Neuen Medien an der Grundschule nicht geben. „Die Stadtverwaltung als Schulträger schafft eine Stelle, die sich um die Unterstützung an den Grundschulen und um die Wartung der Geräte kümmert“, sagt die Schulleiterin. Des Weiteren hat die Corona-Pandemie so manche Planung durcheinandergewirbelt. Ihr ist eine Ergänzung beim Digitalpakt zu verdanken. Das „Sofortausstattungsprogramm“ soll sicherstellen, dass bedürftige Kinder möglichst kurzfristig mit Endgeräten ausgestattet werden.

Im Saarland haben die Schulträger bereits 12 000 von insgesamt  24 000 Geräten besorgt, zum anderen hält das Bildungsministerium eine Notfallreserve von 1000 Geräten vor.