Sie entführen ins Reich der Mitte

Tholey · Ehemalige Tatort- Kommissarin und Mundorgel-Virtuose kommen nach Hasborn.

 Schauspielerin Eva Mattes liest Texte über die vermeintlichen Reisen von Marco Polo und nimmt die Gäste mit nach China. Foto: Hanna Mattes

Schauspielerin Eva Mattes liest Texte über die vermeintlichen Reisen von Marco Polo und nimmt die Gäste mit nach China. Foto: Hanna Mattes

Foto: Hanna Mattes

14 Jahre lang jagte sie am Bodensee Mörder. Im vergangenen Dezember löste Eva Mattes als Konstanzer "Tatort"-Kommissarin Klara Blum schließlich ihren letzten Fall. In Hasborn-Dautweiler zeigt die Schauspielerin am Dienstag, 4. April, nun eine andere Facette ihres Könnens: Sie entführt die Zuhörer mit ihrer Stimme auf eine Reise ins Land des Lächelns. Ihr Auftritt in der Kulturhalle in Hasborn-Dautweiler ist Teil der Musikfestspiele Saar und die haben "deutsch-chinesische Klangwelten" zum Thema. "Eva Mattes ist eine hochmusikalische Frau", schwärmt Festivalmacher Robert Leonardy. "Ihr Vater war Komponist. Sie hat schon Liederabende veranstaltet." Seit 2006 tritt Mattes regelmäßig als Chanson-Sängerin auf. Den musikalischen Part überlässt sie am kommenden Dienstag aber anderen: dem chinesischen Mundorgelspieler Wu Wei und der Lautten Compagney.

"Die Reisen des Marco Polo oder nichts über China" ist der Titel des Abends. 20 Jahre soll der Weltenbummler Marco Polo bei den Mongolen und Chinesen verbracht haben. Bereits seine Zeitgenossen zweifelten am Wahrheitsgehalt der Reiseberichte. "Marco Polo ist vergleichbar mit Baron Münchhausen - ist er wirklich gereist oder hat er nur geschrieben?", wirft Eva Leonardy, die Tochter des Festivalmachers ein. Präsentiert würden die Texte wie eine Art Liebesgedicht. "Es ist toll, wie Eva Mattes liest", schwärmt sie. Aber die Sängerin und Expertin für alte Musik schwärmt noch von etwas anderem: vom Klang der Laute. Der Name des Instrumentes sei irreführend, denn es sei nicht laut, sondern leise, ein "intimes Instrument". Die Lautten Compagney aus Berlin spannt im Konzert einen musikalischen Bogen zwischen traditionellen chinesischen Melodien und Werken italienischer Barockmeister. Integriert in dieses Klangkonstrukt wird der chinesische Musiker Wu Wei. Er spielt auf der Mundorgel. "Sie klingt wie eine Mischung aus Akkordeon und Flöte", beschreibt Eva Leonardy den Klang des Instrumentes. Den Zuhörer erwarte fantasiereiche Musik, durch die Texte würde er geführt.

Eine deutsche Schauspielerin, dazu ein Mundorgel-Virtuose aus China: Um die künstlerische Auseinandersetzung der beiden Länder gehe es laut Leonardy bei den Musikfestspielen. 2017 sei ein Chinajahr, seit 45 Jahren bestünden diplomatische Beziehungen. Das seien Gründe gewesen, um das fernöstliche Land in den Mittelpunkt des Festivals zu rücken. Die chinesische Botschaft unterstütze die Künstler, indem sie die Flüge zahlt. Auch dadurch sei ein attraktives Programm möglich. Leonardy selbst ist fasziniert von der Verbindung zwischen westlicher und östlicher Musik. "Wir erwarten in Hasborn einen Abend mit spannenden und fremden Eindrücken von China", so der Festivalleiter. Tholeys Bürgermeister Hermann Josef Schmidt (CDU) jedenfalls freue sich, dass die Musikfestspiele Saar in seiner Gemeinde Station machen.

Karten für den Abend mit Eva Mattes, Wu Wei und der Lautten Compagney am Dienstag, 4. April, 19.30 Uhr, in der Kulturhalle Hasborn gibt's für 18 Euro, ermäßigt 15 Euro, im Tholeyer Rathaus, Tel. (0 68 53) 5 08 66

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 Der chinesische Musiker Wu Wei bietet die passenden Klängen zu den Worten von Eva Mattes. Er spielt auf seiner Mundorgel und lässt zusammen mit weiteren Musikern fantasievolle Klangwelten entstehen. Foto: Elsa Thorp

Der chinesische Musiker Wu Wei bietet die passenden Klängen zu den Worten von Eva Mattes. Er spielt auf seiner Mundorgel und lässt zusammen mit weiteren Musikern fantasievolle Klangwelten entstehen. Foto: Elsa Thorp

Foto: Elsa Thorp

China ist Thema der Musikfestspiele Saar 2017 Das Eröffnungskonzert ist am Freitag, 31. März, 20 Uhr, in der Congresshalle Saarbrücken. Es steht unter anderem das Werk "Aquaris - Hulan River" von Lin Wang auf dem Programm. Bereits heute Abend, 30. März, 20 Uhr, gibt die chinesische Pianistin Yuja Wang ein Konzert in der Philharmonie in Luxemburg.

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