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Senioren in Hasborn machen ein Fotoshooting und verschicken Grußkarten

Grüße an die Lieben verschickt : „Wir machen das Beste daraus“

Senioren in Hasborn machen ein Fotoshooting und verschicken Grußkarten. Und wollen so ihren Angehörigen vermitteln: Uns geht’s gut.

Die derzeitige Situation ist für Menschen, die in speziellen Senioren-Einrichtungen leben, nicht einfach. So auch für die Bewohner der Senioren-Residenz in Hasborn und deren Angehörigen: Besuche werden untersagt, persönliche Kontakte finden nicht mehr statt. Um dennoch emotionale Nähe zu vermitteln, hat sich das Caritas-SeniorenHaus Hasborn eine spontane „Fotoshooting-Aktion“ einfallen lassen und anschließend die Bilder mit persönlichen Sprüchen der Senioren an die Angehörigen verschickt – ganz analog.

„‚Mir geht’s gut’ und ‚Bleib gesund’ sind wohl die meist ausgesprochenen Botschaften in diesen Tagen“, erzählt Silke Frank, Sprecherin des Hasborner Seniorenheims. Sie berichtet, dass die 60 Bewohner und Kurzzeitpflegegäste des Senioren-Hauses in Hasborn seit gut drei Wochen keinen Besuch mehr empfangen dürfen. Der Grund: das Coronavirus. Striktes Besuchsverbot, keine Ausflüge, keine Konzerte. Dies alles soll die Heimbewohner, die aufgrund ihres Alters zur Risikogruppe gehören, vor einer Erkrankung durch das Virus schützen.

Hier und da werde selbstverständlich telefoniert oder das alte klassische Briefpapier wieder herausgeholt. „Die derzeitige Situation und der Besuchsstopp zwischen unseren Senioren und ihren Angehörigen ist für beide Seiten sehr schwierig“, bestätigt Einrichtungsleiterin Vera Schmidt. Deshalb hätten sich die Pflege- und Betreuungsmitarbeitenden die besondere Aktion ausgedacht, um den Angehörigen Grüße zu übermitteln. Das spontanes Fotoshooting mit persönlichen Zitaten der Senioren solle einfach ein Gruß sein, „der zeigen soll, ‚Uns geht es gut, macht euch keine Sorgen‘“, erläutert Schmidt die Aktion. „Die Bilder mit der positiven Ausstrahlung unserer Senioren sollen den Angehörigen Momente emotionaler Nähe vermitteln und ihnen Mut machen, dass wir auch diese schwierige Zeit gemeinsam überstehen.“ Zugestellt werden die Grüße auf dem guten alten Postweg.

Über das Shooting berichtet Frank schmunzelnd, dass beispielsweise für Bewohnerin Irene Backes trotz der allgemein herrschenden Corona-Aufregung eine gut sitzende Frisur das wichtigste war – beziehungsweise gewesen sei, denn: „Isch han doch gar net de Hoor gemacht“, war ihre Reaktion auf den Foto-Überfall. „Ohne Styling wurde geknipst, und sie nahm den Überfall selbstverständlich mit Humor. Schließlich geht es ja um einen Überraschungsgruß für die Lieben daheim.“

Bewohner Willi Koch konnte sich bei der Bildauswahl nach dem Shooting nicht so richtig entscheiden. „Ich bin eben net scheener“, sagte er schließlich augenzwinkernd lachend und überließ die Entscheidung den Betreuerinnen.

Die Reaktionen auf die Aktion waren laut Frank durchgehend positiv. Mit und ohne Charme habe man gespürt, mit wie viel Spaß die SeniorenHaus-Bewohner an die Sache herangegangen seien. Zur Corona-Pandemie selbst heißt es aus Hasborn: „Das Thema beschäftigt die Senioren, aber Panik ist keine zu spüren. Der interne Alltag läuft weiter. Die Beschäftigungsangebote, auch wenn sie derzeit etwas eingeschränkt sind, finden wie gewohnt statt. Sie geben den Bewohnern Struktur, Orientierung und Halt.“ Es gebe weniger Gruppenangebote, dafür vermehrt Einzelangebote. Frühlingsspaziergänge seien nur im schön angelegten Garten, mit der vorgeschriebenen Distanz möglich. „Wir holen uns den Frühling ins Haus. Schon seit Tagen sind wir mitten in der Ostervorbereitung und binden beispielsweise Palmsträuße für Palmsonntag. Zwischendurch singen wir fröhliche Lieder, lachen viel und beim Gedächtnistraining dreht sich alles um das Thema Frühling“, erzählt Elke Ruffing, Leiterin der sozialen Begleitung. Die Gruß-Idee werde in den nächsten Tagen sicherlich fortgesetzt, denn wie lange die Bewohner noch ohne direkten Kontakt zu ihren Familien bleiben müssen, ist noch offen. „Eines steht aber fest, trotz der angespannten Situation machen wir weiterhin das Beste daraus“, verspricht Schmidt.