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Schulbau: Daniel Klesen aus Bergweiler berichtet von Projekt in Afrika

Kostenpflichtiger Inhalt: Weltenbummler aus Bergweiler unterstützt Schulbau in Afrika : Stein um Stein wächst die Schule in Sambia

Bei seinen Vorträgen sammelt Weltenbummler Daniel Klesen Spenden für ein Hilfsprojekt im fernen Afrika. Die erste Bauphase ist abgeschlossen.

Für die Kinder in Livingstone endet das alte Jahr mit einem Neuanfang. Nachdem Daniel Klesen die zweite Ladung Spendengelder in das afrikanische Dorf geschickt hat, konnten dessen Bewohner endlich anfangen, ihre kleine Schule zu errichtenen. „Die erste Bauphase ist mittlerweile abgeschlossen“, verrät der 29-Jährige stolz. Etliche Freiwillige hätten dabei geholfen, den Boden zu ebnen und Baumaterialien zu besorgen. „Sie haben sogar schon die ersten Steine gesetzt“, erzählt der Weltenbummler, der seit April 2017 immer wieder per Anhalter um den Globus reist.

Auf seinem Smartphone hat er etliche Fotos, welche die Fortschritte dokumentieren. Sein Freund Ivor, der das Projekt vor Ort leitet, habe ihm die Bilder erst vergangene Woche geschickt. Darauf zu sehen sind fleißige Bauarbeiter und glückliche Kinder. Letztere tanzen, spielen und packen hin und wieder auch selbst mit an. „Für mich hätte es kein schöneres, verfrühtes Weihnachtsgeschenk geben können. Das Gefühl, als ich auf mein Handy schaute und die ersten Fotos aus Sambia sah, lässt sich kaum in Worte fassen“, schwärmt Daniel.

Er lernte Ivor im März 2018 bei einem Trip durch Afrika kennen und bekam die Chance, an dessen Schule zu unterrichten. „Das Wort Schule ist jedoch stark übertrieben. Ivor unterrichtet die Kinder zusammen mit seiner Frau unentgeltlich in ihrem Wohnzimmer.“ Hilfe bekämen die beiden von Reisenden, die als Aushilfslehrer fungieren und sich oft mit kleinen Spenden beteiligen würden. „Allerdings wollte Ivors Vermieter ihm verbieten, die Kinder in der Wohnung zu unterrichten“, erzählt Daniel. Er hat sich daher vorgenommen, seinen Freund finanziell zu unterstützen und Geld für den Bau einer Schule zu sammeln (wir berichteten).

Seit ein paar Monaten hält der Weltenbummler daher Vorträge, bei denen er von seinen Abenteuern erzählt. „Anekdoten eines Beifahrers – per Anhalter um die Welt“ nennt er sein Programm. Eintritt müssen die Besucher dafür nicht bezahlen, allerdings gibt es Spendenboxen. „Das Geld, das ich einnehme, geht zu einem großen Teil direkt nach Livingstone“, verspricht Daniel. Insgesamt 15 Auftritte in ganz Deutschland hat er schon hinter sich gebracht. Im nächsten Jahr möchte er die Reihe fortführen und in allen größeren Städten der Bundesrepublik auf der Bühne stehen. Auch im Saarland hat der junge Mann aus Bergweiler bereits acht weitere Vorträge geplant. Im Herbst wird er unter anderem im St. Wendeler Saalbau zu Gast sein.

„Die Vorträge zu halten, macht mir wirklich großen Spaß. Es ist zwar viel Arbeit, aber ich sehe einen Sinn darin“, sagt er. Das Reisen vermisse er zurzeit nicht. Es sei schließlich immer noch Teil seines Lebens. „Ich bin viel unterwegs, erzähle von meinen Erlebnissen und nach der Show suche ich mir im Publikum Leute, die mich auf ihrer Couch übernachten lassen.“ Außerdem sei bereits ein Ende dieser Lebensphase in Sicht. Daniel hat sich fest vorgenommen, im Jahr 2021 wieder loszuziehen. Bis dahin soll auch die Schule fertig sein. „Etwa ein Viertel des Geldes haben wir schon zusammen“, ist der Weltenbummler zufrieden. Und vor allem dankbar für die Unterstützung. „Es klingt oft so, als würde ich die Schule in Sambia bauen. Aber das stimmt nicht. Ivor baut sie – und zwar mithilfe der Menschen, die spenden“, gibt sich Daniel bescheiden.

Der Bau der Schule geht voran. Die ersten Steine sind gesetzt. Das freut auch diese beiden Helfer. Foto: Ivor

Er ist zuversichtlich, dass sein afrikanischer Freund und die etwa 30 Kinder ihr nächstes Weihnachtsfest schon in der neuen Schule feiern können. Im Jahr 2019 habe die Party noch unter freiem Himmel stattgefunden. „Sie haben Toilettenpapier zur Dekoration aufgehängt, gesungen und etwas zu essen bekommen“, erzählt er. Außerdem gab es für die Kleinen noch ganz besondere Geschenke: Stifte und Blöcke für die Schularbeiten.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So geht der Schulbau in Livingstone voran