Rotmilan muss sich einen neuen Brutplatz suchen

Rotmilan muss sich einen neuen Brutplatz suchen

Südöstlich des Bärhofes bei Tholey, im Ortsteil Theley, stand seit Jahren ein so genannter Horstbaum. Noch im vergangenen Jahr brütete in der Krone dieser Erle ein Rotmilan. Nun hat der streng geschützte Greifvogel seinen Brutplatz verloren.

Wie Rudi Reiter, stellvertretender Vorsitzender des Nabu-Landesverbandes, mitteilt, wurde der Baum samt Horst entfernt. Über Winter muss die Erle gefällt worden sein, so Reiter. Es stünde nur noch ein Baumstumpf an der Stelle des einstigen Horsts. Rund herum fehlen nach Auskunft von Reiter keine Bäume. Die Erle sei gezielt ausgesucht worden. Anschließend seien selbst kleinste Äste sorgfältig abtransportiert worden. Reiter hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Die Ermittlungen laufen.

"Ein Rotmilan geht viele Jahre zum gleichen Brutplatz", erklärt der Naturschützer im SZ-Gespräch. Nun hat der Theleyer Greifvogel seinen angestammten Platz verloren. Bundesweit, so Reiter, würden immer wieder Horste verschwinden.

Im Fall von Theley geht Reiter davon aus, dass der Horstbaum vorsätzlich entfernt wurde. Und der Naturschützer äußert noch einen konkreten Verdacht, was die Motivation dahinter sein könnte: "Um den Bau der Windräder zu ermöglichen", behauptet Reiter. In der Nähe des einstigen Horsts laufen laut Reiter Planungen für einen Windpark.

In der Vergangenheit habe der Rotmilan schon öfter dazu geführt, dass Windräder nicht gebaut werden konnten, so der Naturschützer.

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