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Plettenberg wird die rechte Hand des Bischofs

Plettenberg wird die rechte Hand des Bischofs

Nach sechs Jahren in der Pfarreiengemeinschaft Am Schaumberg stellt sich Pfarrer Ulrich Graf von Plettenberg einer neuen Herausforderung: dem Amt des Generalvikars. Von Glückwünschen vieler Tholeyer begleitet, geht es für den in Birkenfeld geborenen Geistlichen einmal mehr nach Trier.

"Die nächsten Wochen werden mir noch einmal bewusst machen, was ich hier habe und was mir fehlen wird", sagt Ulrich Graf von Plettenberg. Sechs Jahre lang war das Pfarrheim in Theley mit Blick auf die Kirche St. Peter sein Zuhause. Ende September/Anfang Oktober wird der Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft am Schaumberg nach Trier umziehen. "Zum dritten Mal übrigens", wie er anmerkt. Plettenberg tritt dort das Amt des Generalvikars im Bistum Trier an (wir berichteten).

Für ihn selbst kam diese berufliche Veränderung überraschend. Mittwoch vor einer Woche habe der Trierer Bischof angerufen und ihm diese Position angeboten. "Es war ein Wirrwarr von Gefühlen, das auf mich eingebrochen ist. Auch ein großes Ehrgefühl." Eine Nacht habe er über das Angebot nachdenken können. Dann griff er zum Hörer und sagte zu. "Ich habe immer mit Respekt auf dieses Amt geschaut", sagt Plettenberg. Als bischöflicher Kaplan war er über mehrere Jahre in Trier tätig, kennt die Abläufe und Struktur des Bistums sehr gut. Ein Grund für seine Berufung als Generalvikar sieht Plettenberg in seinem Mitwirken an der Synode. Er sei von Anfang an dabei gewesen, müsse sich nicht erst einarbeiten. "Die Umsetzung der Beschlüsse der Synode wird in den nächsten Jahren ein Schwerpunkt im Bistum sein."

"Heraus gerufen - Schritte in die Zukunft wagen"- so ist das Abschlussdokument der Synode im Bistum Trier überschrieben. Ziel der Synode sei es, so Plettenberg, alles, was der Nähe zwischen Seelsorger und Menschen hinderlich ist, aus dem Weg zu räumen. Derzeit seien Pfarrer mit reichlich Verwaltungsarbeit beschäftigt. Die soll künftig von zentralen Verwaltungsstellen erledigt werden. Aktuell gibt es 900 kleine Pfarreien im Bistum. Künftig sollen es 60 Großpfarreien geben. Diese Zahl schüre Ängste bei den Menschen. Die gelte es, zu nehmen. "Was wir in der Synode in zwei, drei Jahren erarbeitet haben, ist am Ende mit 90 Prozent der Stimmen verabschiedet worden", sagt der Theleyer Pfarrer . Das spreche dafür, dass diejenigen, die die Ideen ausgearbeitet haben, auch dahinter stehen. Es gelte, mit Begeisterung den Vorbehalten der Menschen entgegenzuwirken.

Für Ulrich von Plettenberg ist das Amt als Generalvikar eine "reizvolle Herausforderung", auf die er sich freut. "Ich habe viele Möglichkeiten, zu gestalten. Aber auch viel Verantwortung." Wäre die Position in Trier ein reiner Verwaltungsjob, hätte er seinen Posten in der Pfarreiengemeinschaft am Schaumberg nicht aufgegeben. Das konzeptionelle Arbeiten ist es, was ihm liegt, was sein künftiges Wirken spannend macht. Dass er nicht für alle Zeiten in der Gemeinde Tholey bleibt, sei schon bei seinem Antritt klar gewesen. Doch jetzt komme der Abschied doch recht plötzlich. Nach Bekanntwerden seines Wechsels nach Trier hat er das vergangene Wochenende damit verbracht Glückwunsch-Anrufe, -Mails, und -Kurznachrichten entgegen zu nehmen. Auch mit Wehmut und Bedauern haben viele reagiert. "Das ist ein Kompliment", sagt er und lächelt. Und auch ihm wird der Abschied von seiner Pfarrei am Schaumberg nicht leicht fallen. "Nah am Leben der Menschen zu sein, das wird mir fehlen. Es ist hier eine Vertrautheit gewachsen." Es war geplant, dass er am 23. Oktober sein silbernes Priesterjubiläum in seiner Pfarrei feiert. Dies wird nun zugleich seine Abschiedsfeier werden.

Die drei Monate bis zum Umzug nach Trier will Plettenberg noch voll und ganz für seine Gemeinde da sein. Parallel versucht er, schon einmal in das künftige Amt und seine Aufgaben hineinzuschnuppern. Die Stadt an der Mosel kennt er gut. Hat dort bereits mehr Zeit verbracht als in seiner Heimatstadt Idar-Oberstein. Im Bistum habe sich einiges verändert, als Beispiel nennt er die Tatsache, dass von sechs Direktorenstellen zwei an Frauen vergeben sind und eine an einen Priester: "1996 war es noch männlicher und klerikaler."

Aber wie geht es in Tholey weiter, wenn der Seelsorger nach sechs Jahren eine neue Aufgabe übernimmt? Plettenberg sieht keinen Grund dafür, dass die Stelle nicht mehr besetzt wird - falls es einen geeigneten Kandidaten gibt. Im Bistum Trier mit knapp 180 Pfarreiengemeinschaften sind 15 Pfarrerstellen vakant. Diese werden ausgeschrieben und Interessenten können sich bewerben. "Es ist eine attraktive Pfarrei", wirbt Plettenberg für seine aktuelle Wirkungsstätte.

Frei geworden ist die Position der rechten Hand des Bischofs, weil der amtierende Generalvikar Dr. Georg Bätzing Bischof von Limburg wird. Ist die Stelle ein Sprungbrett für mehr? Darüber macht sich Plettenberg keine Gedanken. Die Zahl der Bischöfe , die zuvor Generalvikar waren, sei gering. Er konzentriert sich jetzt auf die kommenden Herausforderungen. Und er freut sich auf Trier - obwohl auch reichlich Wehmut seinen Weg begleitet.

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Hintergrund Die Verwaltungszentrale im Bistum Trier heißt Bischöfliches Generalvikariat: An deren Spitze steht der Generalvikar. Er ist der Stellvertreter des Bischofs. Insgesamt arbeiten hier mehr als 300 Frauen und Männer. Neben typischen Verwaltungsbereichen wie Personal oder Finanzen gibt es auch kirchliche Aufgabenfelder. Sitz ist in Trier. red

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 Amtseinführung 2010: Dechant Klaus-Peter Kohler übergibt Ulrich Graf von Plettenberg (rechts) den Schlüssel.
Amtseinführung 2010: Dechant Klaus-Peter Kohler übergibt Ulrich Graf von Plettenberg (rechts) den Schlüssel. Foto: Grell

Zur Person Ulrich Graf von Plettenberg wurde am 6. August 1964 in Birkenfeld geboren. Studiert hat er in Trier und an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Dort wurde er auch am 10. Oktober 1991 zum Priester geweiht. Nach seiner Kaplanzeit in Trier war er zunächst von 1996 bis März 2001 Bischofskaplan und Sekretär von Bischof Dr. Hermann Josef Spital, dann Sekretär von Diözesanadministrator Weihbischof Leo Schwarz und schließlich bis Juli 2002 Bischöflicher Kaplan und Sekretär von Bischof Dr. Reinhard Marx . Von August 2002 bis Anfang 2004 war er zum Promotionsstudium an der Theologischen Fakultät in Trier freigestellt. Von Februar 2004 an wirkte er als Schulpfarrer an der Alfred-Delp-Schule Hargesheim, einer Kooperativen Gesamtschule in Trägerschaft des Bistums Trier, und als Kooperator in Bad Kreuznach. Ende 2010 wurde er Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Am Schaumberg . red