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Perfekte Spieltechnik an der Orgel

Perfekte Spieltechnik an der Orgel

An der Orgel führte Thomas Martin musikalisch vom Barock bis in die Gegenwart. Mit Werken von Bach, Mendelssohn und Kirchner bescherte der Kantor seinen Zuhörern in Theley einen klangvollen Abend.

In der gut besetzten Pfarrkirche St. Peter Theley gab Kantor Thomas Martin ein festliches und überaus abwechslungsreiches Orgelkonzert.

Im Zentrum des epochenübergreifenden Programms stand ein maßgebliches Werk des Barock: Passacaglia und Fuge in c-Moll von Johann Sebastian Bach, dargestellt in perfekter Spieltechnik und äußerster Transparenz.

Die Formen des Choralvorspiels hatte Bach in seinem "Orgelbüchlein" geprägt. Martin zeigte an "Nun komm, der Heiden Heiland", "Gottes Sohn ist kommen" und "Alle Menschen müssen sterben" die Klangmöglichkeiten der schönen Theleyer Orgel.

Vorbildlich gelang seine fast meditative Zeichnung der kolorierten Melodie von "Wenn wir in höchsten Nöten sein", die er dem prägnanten Sesquialter-Register anvertraut hatte.

Diese Musik war eingebettet in romantische Kompositionen. Sanft und kammermusikalisch hatte Martin den Abend mit Präludium und Fuge in G-Dur des großen Bach-Verehrers Mendelssohn eröffnet.

Vor der vom Bass strukturierten Passacaglia ließ er Raum für die überirdischen Sphärenklänge, mit denen Franz Liszt das vierstimmige "Ave Maria" des Renaissancemeisters Arcadelt versah. Vibrato und Schwellwerk gehörten ebenso wesentlich zur Interpretation zweier "Lyrischer Blätter" von Theodor Kirchner in eher dunklen Farben.

Unvermittelt vollzog sich der Wechsel von Bach zum Impressionismus mit zwei Kompositionen des Engländers Percy E. Fletcher (1879-1932).

Auf das liebliche Wasserrauschen der "Fountain Reverie" folgte die effektvolle "Festival Toccata" mit ihrem fanfarenartigen Mittelteil, der von den frisch gestimmten Zungenstimmen dominiert war, und dem grandiosen Schluss.

Thomas Martin entließ die Zuhörer nicht ohne eine passende Improvisation. Nachdem er damit auch eine Brücke zu Gegenwart geschlagen hatte, endete er - im Pianissimo - mit dem vertrauten spätbarocken Abendlied "In dieser Nacht sei du mir Schirm und Wacht, o Gott".