Nohfelden hat jetzt sein blaues Wunder

Nohfelden hat jetzt sein blaues Wunder

Die Fußballer des TuS Nohfelden haben es geschafft: Dank eines 2:0-Erfolges gegen Holz- Wahlschied steigen sie in die Landesliga auf.

Als im Aufstiegs-Endspiel zwischen den Bezirksligisten TuS Nohfelden und SV Holz-Wahlschied am Mittwochabend in Tholey der Schlusspfiff ertönt, ertrinkt der Fanblock der Nohfeldener in Freudenschreien und einem blau-weißen Konfetti-Meer. Der TuS hat das entscheidende Relegationsspiel mit 2:0 gewonnen und den Aufstieg in die Landesliga Nord perfekt gemacht. Beim SV Holz-Wahlschied herrscht dagegen pure Enttäuschung. Das Team hatte zum Auftakt der Aufstiegsrunde mit 2:0 gegen Bierbach gewonnen. Weil sich Nohfelden und Bierbach anschließend 2:2 trennten, hätte Holz im letzten Spiel ein Unentschieden gereicht, um aufzusteigen.

"Ich habe den Jungs vor der Partie gesagt: Egal, wie das heute ausgeht - wir lassen uns unsere gute Runde nicht kaputtreden. Aber es fühlt sich trotzdem beschissen an, dass wir durch unsere erste Niederlage in diesem Jahr den Aufstieg verpasst haben", sagte Christian Wagner, der Spielertrainer der Holzer. Nohfeldens Trainer Sascha Freytag versuchte unterdessen - erfolglos - den Bierduschen seiner Spieler zu entkommen und wurde anschließend von seiner Mannschaft waghalsig in die Luft geworfen. "Nee, Angst hatte ich nicht. Wie auf dem Spielfeld - die Jungs halten zusammen. Und zur Not falle ich auf den weichen Rasenplatz", flachste Freytag, bevor er die Nohfeldener Party einläutete: "Meinem Chef hab ich schon gesagt: Wenn ich morgen nicht komme, weißt du, warum. Und die meisten Spieler sind Studenten - auf die muss die Uni morgen mal verzichten."

Vor 700 Zuschauern dominierte Nohfelden die erste Halbzeit und ging nach neun Minuten in Führung. Holz verlor den Ball in der Vorwärtsbewegung, der TuS schaltete schnell um, und Denis-Joseph Kaschta traf aus 16 Metern in die linke Ecke. Für Holz kam es noch schlimmer: Spielertrainer Wagner musste nach elf Minuten ausgewechselt werden. Eine Zerrung.

Sein Team agierte in der Offensive umständlich, in der Defensive anfällig. Nur einmal hielten die Anhänger des TuS in der ersten Halbzeit die Luft an. SV-Mittelfeldspieler Jonas Müller flankte auf Jürgen Mang, der schien alleine auf dem Weg Richtung Ausgleich. Doch Schiedsrichter Nicolas Scherer sah eine Abseitsposition.

Schiri Scherer, der trotz der Brisanz des Spiels zunächst viel durchgehen ließ, entglitt die besonders von Holz ruppig geführte Partie vor der Halbzeit. Höhepunkt: SV-Spieler Yannick Simon sprang von vorne mit gestrecktem Bein in Nohfeldens Kaschta und flog mit der Roten Karte vom Platz (44.). Kaschta musste zur Halbzeit mit einer blutenden Wunde am Schienbein ausgewechselt werden.

Trotz Unterzahl kam Holz noch einige Male gefährlich vors Nohfeldener Tor, klare Chancen hatte der SV aber nicht. Der TuS lauerte und schlug in der 60. Minute zu. Nach einem Freistoß setzte sich Michael Latoszewski im Kopfballduell mit Fabian Schmidt durch, und der Ball flog im hohen Bogen in die rechte Ecke. Schmidt, der sich im Duell mit dem Torschützen eine blutige Nase zugezogen hatte, protestierte - aber das Tor zählte. "Wir hatten heute nicht mehr verdient. Fußballerisch haben wir einen ganz schwachen Tag erwischt", fand Wagner. "Richtig geil, dass wir es mit dieser Truppe gepackt haben. Wir gehören in die Landesliga", jubelte indes Torschütze Kaschta.