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Neuer Pächter für die Schaumberg-Alm gesucht

Neuer Pächter für die Schaumberg-Alm gesucht

Die Deutsch-französische Begegnungsstätte Schaumberg sucht einen Wirt für die Alm. Diesen Sonntag ist Bewerbungsschluss. Danach wird entschieden. Alles nur pro forma, behauptet derweil ein Informant. Der Pächter stehe längst fest.

Mit "viel Herzblut" habe er die Gaststätte Schaumberg-Alm auf dem Hausberg der Gemeinde Tholey geführt. Das sagt der aktuelle Pächter Daniel Schmitt. Fast fünf Jahre haben er und sein Team die Gäste auf dem Plateau bewirtet. Spätestens im Juni ist nun Schluss. "Es ist eine persönliche Entscheidung", sagt Schmitt. Einfach sei sie ihm nicht gefallen. Bereits im vergangenen Jahr habe er seinen Vertrag mit der Deutsch-französischen Begegnungsstätte Schaumberg GmbH gekündigt. Dieser lief seit Juni 2012 und war zunächst auf fünf Jahre festgeschrieben. Hätten beide Parteien nichts unternommen, hätte sich die Pacht automatisch um ein Jahr verlängert.

Nach Schmitts Kündigung galt es für die Gesellschaft zu handeln. Die Gastronomie auf dem touristischen Anziehungspunkt der Gemeinde wurde neu ausgeschrieben. Drei Jahre soll der Pachtvertrag dieses Mal laufen - mit einer einseitigen Verlängerungsoption für den Pächter über zwei weitere Jahre. Wie Bürgermeister Herrmann Josef Schmidt (CDU ) auf SZ-Nachfrage berichtet, haben sich bislang vier Interessenten gemeldet. Bewerbungsschluss ist an diesem Sonntag, 15. Januar. Ende des Monats wird die Deutsch-französische Begegnungsstätte Schaumberg GmbH dann entscheiden, wer künftig die Gäste auf dem Schaumberg mit Essen und Getränken versorgen wird.

Dies geschehe alles nur pro forma. Die Ausschreibung sei reine Formalie, die Verpachtung längst entschieden. Mit diesen Vorwürfen hat sich ein Informant bei der Redaktion gemeldet, der anonym bleiben möchte. Sein konkreter Vorwurf: Bürgermeister Schmidts Schwester werde künftig die Alm übernehmen. Sie betreibe ja bereits die Cafeteria im Schaumbergbad. Auch da vermutet der Informant einen Vitamin-B-Vorteil.

"Meine Schwester hat sich nicht beworben für die Alm", sagt Tholeys Bürgermeister. Mit den Gerüchten in Sachen Schaumbergbad räumt der Rathauschef gleich mit auf. Es habe damals drei Bewerbungen gegeben, darunter die seiner Schwester. Wann immer es um die Vergabe der Cafeteria-Pacht ging, habe der Erste Beigeordnete der Gemeinde, Martin Backes, übernommen. "Das war ein ganz transparentes Verfahren. Herr Schmidt hatte mit der Sache nichts zu tun", bestätigt auf SZ-Nachfrage Jürgen Maldener, Geschäftsführer des Tholeyer Schaumbergbades. Jeder Bewerber habe damals die Chance gehabt, sich zunächst vor einem kleineren Gremium, dann im Ausschuss vorzustellen. Letztendlich entschied der Gemeinderat.

Im Falle der Schaumbergalm wird der Aufsichtsrat der Deutsch-französischen Begegnungsstätte Schaumberg entscheiden, wer der neue Pächter wird. Der könnte möglicherweise schon vor Juni den Betrieb aufnehmen. Denn Daniel Schmitt bietet an: "Wenn ein Nachfolger gefunden ist, könnte ich früher rausgehen." Das gebe dem Neuen Gelegenheit, die komplette Saison zu nutzen.

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Die Alm samt deren Außenterrasse bei sommerlichen Temperaturen. Foto: Oliver Morguet Foto: Oliver Morguet

Auf einen Blick Zum Schaumbergplateau gehört auch Gastronomie. Die Alm bietet zirka 48 Sitzplätze, deren Außenterrasse noch einmal 80. Außerdem gibt es einen Biergarten mit 300 Plätzen. Dieses Gesamtpaket wird von einem Pächter bewirtschaftet. Bislang ist das Daniel Schmitt. Nach dessen Kündigung muss die Deutsch-französische Begegnungsstätte Schaumberg GmbH die Gastronomie aber neu vergeben. evy