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Netzwerken in ländlicher Idylle

Netzwerken in ländlicher Idylle

Die Naturlandstiftung Saar will ehemalige Industrie- und Gewerbeflächen im Saarland wieder in die Natur zurückführen. Ein aktuelles Projekt ist das Jugenddorf „Blauloch“ in Wallerfangen.

Hier, auf dem Hofgut Imsbach bei Theley , präsentiert sich die Welt in ihrer ländlichen Idylle. Dort, wo Kühe auf der Weide grasen, weit und breit nichts als Wald und Natur in Sicht ist, treffen sich in den kommenden Tagen die Vertreter der Naturschutzstiftungen aller Bundesländer zu ihrer Jahrestagung. Im Fokus steht dabei vor allem das Netzwerken. "Während der Tagung besteht die Gelegenheit, sich über Projekte auszutauschen und Kontakte zu knüpfen", erläutert Marie-Luise Rausch, Pressesprecherin der Naturlandstiftung Saar (NLS). Es gebe dafür keinen besseren Ort als das Hofgut Imsbach, meint NLS-Kurator Ludger Wolf: "Das Hofgut Imsbach ist das Spiegelbild unserer Seele." Seit 2007 steht dieses Gut und der Landschaftspark in seiner Umgebung unter der Obhut der NLS. Ziel sei es, die heimischen Tiere und Pflanzen in ihrer Ursprünglichkeit zu erhalten. Mit ein Grund, weshalb sich auf der Weide des Hofguts Hinterwälder Rinder tummeln - eine bedrohte alte Haustierrasse, erläutert Wolf.

In den kommenden Tagen besichtigen die Stiftungsvertreter Projekte der NLS und der Tochtergesellschaft Naturland Ökoflächen-Management im Nordsaarland, beispielsweise den Rückbau der ehemaligen Nato-Raketenstation in Reitscheid bei Freisen. Die Bauarbeiten dort seien abgeschlossen, "jetzt muss neue Vegetation her", erklärt NLS-Vorstandsvorsitzender und Saar-Umweltminister Reinhold Jost (SPD ). Die ehemalige Nato-Raketenbasis war ein Relikt des Kalten Krieges. Die NLS hat 2014 die komplette Anlage zurückgebaut. Alte Gebäude wurden abgerissen und Müll- und Schrottabfälle umweltgerecht entsorgt.

Derzeit würden in einigen Teilen des Saarlandes weitere Projekte vor der Verwirklichung stehen, erläutert NLS-Geschäftsführer Eberhard Veith. Man wolle brachliegende Flächen in Industrie- oder Gewerbegebieten wieder an die Natur zurückgegeben. "So zum Beispiel das Jugenddorf Blauloch in Wallerfangen", erklärt Veith. Zudem ist auch das Thema "Wildnis" ein Programmpunkt der Tagung. "Wir werden gänzlich unberührte Flächen besuchen", erklärt Jochen Krebühl, Geschäftsführer der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz. Unter anderem wird auch der Nationalpark Hunsrück-Hochwald besichtigt. Der Park überschreitet die Ländergrenze zu Rheinland-Pfalz und dem Saarland und hat eine Gesamtgröße von 10 000 Hektar. Davon liegen rund 986 Hektar innerhalb der saarländischen Gemeinden Nohfelden und Nonnweiler. Es ist nicht nur der besondere Mix aus Mooren, Buchen- und Lindenwäldern sowie Nasswiesen, mit dem der Park punktet. "Die Natur wird dort größtenteils sich selbst überlassen", so Jost.

Das Bundestreffen der Umweltstiftungen der Länder findet bereits seit 1998 statt. In diesem Jahr wird die Tagung gemeinsam von der Naturlandstiftung Saar und der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz ausgerichtet.