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Mühlentag an Pfingsten lockte zahlreiche Besucher

Mühlentag an Pfingsten lockte zahlreiche Besucher

Jedes Jahr am Pfingstmontag veranstaltet die Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM) zusammen mit ihren Landes- und Regionalverbänden den traditionellen Deutschen Mühlentag. So öffnete auch die Johann-Adams-Mühle in Theley ihre Pforten. Bei einem zünftigen Mühlenfest lebten vergangene Zeiten wieder auf und lockten viele Besucher an. Musikalisch eingestimmt von den Bohnentalern Jagdhornbläsern startete am Morgen das Programm mit Handwerkermarkt und Mühlenführungen. Gebannt verfolgten dabei die Besucher die Vorführungen alter Handwerkstechniken wie Schmieden, Spinnen, Töpfern und Korbflechten. Großer Andrang herrschte am Aktionsstand des Vereins Irreler Bauerntradition. Zum dreizehnten Mal beteiligte sich der Freundeskreis aus der Südeifel am Mühlenfest. 20 als Butterfrauen, Waschfrauen, Seildreher und Flegeldrescher gekleidete Akteure zeigten, wie die Bauern früher gearbeitet haben.

Der sechsjährige Jan aus Theley intressierte sich besonders für den Stand von Jean Collin. Mit großen Augen beobachtet der Junge, wie der Schmied mit geschickten Händen eine Messerklinge auf dem Amboss bearbeitete. Jean Collin wiederum fachsimpelt mit dem Jungen über die verschiedenen Messer in seiner Auslage.

"Mein Opa ist Jäger. Von ihm habe ich mal ein Messer geschenkt bekommen. Er hat mir gezeigt, wie ich richtig damit umgehe. Im Wald suche ich mir lange Stöcke und schnitze mir dann einen Spazierstab", erzählt Jan. Mit großer Leidenschaft sammele er Messer aller Art.

Jan hat sein Taschengeld gespart, um sich auf dem Mühlenfest ein neues Messer für seine Sammlung zu kaufen. Der Schneidwarenmechaniker demonstriert beim Mühlenfest das alte Schmiedehandwerk. In seiner Auslage sind Nachbildungen von Messern vergangener Zeiten zu begutachten. Mittelalterliche Bauernmesser, Schlitzwerkzeuge zum Herstellen von Löffeln, keltische Geräte sowie Kinderwerkzeuge. "Mit denen haben die Keltenkinder gespielt, bevor die Werkzeuge als Grabbeilage mit bestattet wurden."

Für die Herstellung eines Messers mit Heft, so die frühere Bezeichnung der meist aus Holz bestehenden Griffe von Waffen und Messern, wendet Jean Collin etwa 15 bis 20 Stunden auf. Beeindruckt von dem Interesse des Jungen, hat sich Jean Collin spontan entschlossen, für Jan persönlich ein kleines Messer zu schmieden und es ihm als Geschenk zu überreichen. "Das gefällt mir, wenn sich ein Kind für alte Handwerkstechniken wie das Schmieden interessiert und so ein Bewusstsein für Traditionen entwickeln kann", so Jean Collin.

Zahlreiche Vereine aus der Gemeinde Theley wie die Obst- und Gartenbauvereine aus Theley und Selbach, die Schaumberger Jäger und der Tischtennisverein Schaumberg Theley luden die Besucher zum Verweilen ein.