Monat der Demenz im Seniorenhaus Hasborn

Monat der Demenz im Seniorenhaus Hasborn : Gottesdienst für Herz und Sinne

Anlässlich des Monats der Demenz lud das Caritas-Seniorenhaus Hasborn zum Demenzgottesdienst für Erkrankte und ihre Angehörigen ein.

Die angenehme Atmosphäre der Hauskapelle des Caritas-Seniorenhauses Hasborn vermittelt Ruhe und Geborgenheit. In einem Stuhlkreis sitzen einige Bewohnerinnen und eine Angehörige. In der Mitte ist ein kleiner Altar mit Symbolen und Gegenständen zum Thema „Pilgern und Wandern auf Gottes Wegen“ aufgebaut. Anlässlich des Monats der Demenz hat das Seniorenhaus Hasborn zum Wortgottesdienst für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen eingeladen. „Zuerst zünden wir die Osterkerze an, damit Gott in unserer Mitte ist“, erklärt Maria Reichert, Mitarbeiterin in der Seelsorge. Sie spricht ganz langsam, redet in einfachen Worten und kurzen Sätzen, vereinzelt auch im Dialekt. Jeder Gast wird von ihr persönlich mit einem Lächeln begrüßt.

„Einmal im Monat findet im Seniorenhaus Hasborn ein Wortgottesdienst für dementiell veränderte Bewohner statt“, sagt Silke Frank, Sprecherin des Seniorenhauses. Seit Anfang vergangenen Jahres übt Maria Reichert, nach einer Fortbildung des Bistums Trier, diese verantwortungsvolle Tätigkeit in der Seelsorge aus. Der Wortgottesdienst sei individuell auf die Bedürfnisse von Demenzkranken zugeschnitten und löse sich von konventionellen Abläufen. „Ein normaler Gottesdienst wäre zu lang. Ich versuche, den Ablauf mit einfachen Gedanken und Strukturen zu gestalten, kein zutexten“, erklärt Reichert. Ein Kommen und Gehen sei selbstverständlich möglich, auch ungewöhnliche Reaktionen, wie Zwischenrufe oder Aufstehen dürfe es jederzeit geben, beschreibt die langjährige Mitarbeiterin der sozialen Begleitung den Ablauf dieses besonderen Angebotes. Die Themen und Inhalte sind unter anderem auf das Kirchenjahr ausgerichtet: Fastenzeit, Ostern, Erntedank und so weiter. Die Inhalte werden durch Bilder und Gegenstände greifbar gemacht. „Oft wissen dementiell veränderte Bewohner abends nicht mehr, was sie mittags gegessen haben, aber an die Gebete und Lieder können sich viele gut erinnern“, sagt Reichert und erklärt, dass immer wiederkehrende Rituale Sicherheit und Orientierung vermitteln.

„In meiner Freizeit gehe ich gerne wandern. Wenn der Weg länger ist, packen wir unseren Rucksack. Was brauchen wir auf unserer Wanderung?“, fragt sie in die Runde. „Butterbrote und de Grimmes…“ ruft eine Bewohnerin, sie lächelt. „Richtig, wir müssen etwas essen und benötigen einen Stock, um uns zu stützen“, bestätigt Reichert. Dabei packt sie bildlich den Rucksack, zeigt die guten alten Wanderschuhe und erzählt kleine Geschichten, in denen auch die klassischen Heinz-Erhardt- Filme eine Rolle spielen. Ohne Aufforderung stimmt eine Bewohnerin das Lied „Das Wandern ist des Müllers Lust“ an. Einige kennen den Text und singen mit. Andere wippen mit ihren Füßen und hören aufmerksam zu. Zwischendurch bleibt Zeit für kleine Berührungen, Hände halten oder ein Gespräch. Tränen fließen hier und da. Die Seelsorgemitarbeiterin bestärkt und tröstet.

In der Hauskapelle ist ein kleiner Altar aufgebaut. Die Bewohner sollen dort Ruhe und Geborgenheit erleben. Foto: Silke Frank

Nach dreißig Minuten ist der Wortgottesdienst zu Ende. Die Konzentration der Besucher ist erschöpft. Gemeinsam beten sie das „Vater unser“. Alle geben sich die Hand. „Ich hoffe, es hat euch gefallen“, so Maria Reichert beim Verabschieden. „Wir haben schön gesungen“, sagt eine Bewohnerin und nimmt fest Maria Reicherts Hand. Zum Schluss gibt es noch ein Geburtstagsständchen für eine Besucherin.