Messe unterm Himmelszelt

Während Mariele Seyler den Kindern erklärt, was es mit Christi Himmelfahrt auf sich hat, zelebriert Weihbischof Robert Brahm das Festhochamt. Die Sonne strahlt derweil über dem Schaumbergplateau.

Mit dem Bollerwagen durch die Straßen ziehen, Bier schlürfen und Bratwurst essen - das ist Vatertag. Wichtigste Regel: Erlaubt sind nur echte Männer. Christian Böhm grinst, als er das hört. "Ich war noch nie so der Touren-Typ", sagt er. Der 39-Jährige feiert den Herrentag traditionell mit seiner Familie, seiner Frau und den drei Töchtern. So auch in diesem Jahr. Ausflugsziel ist die Open-Air-Messe auf dem Schaumberg. "Wir waren schon öfter hier", berichtet Böhm. Dem Theleyer gefallen der Gottesdienst, die Atmosphäre und vor allem der Veranstaltungsort. Den haben die Verantwortlichen ganz bewusst ausgesucht. "Wir wollen die Menschen zusammenführen", erklärt Pastor Ulrich Graf von Plettenberg. Dazu sei der Schaumberg der perfekte Ort. Es gebe es keinen Fleck im St. Wendeler Land, der dem Himmel so nah ist. Außerdem sei das Plateau ein Treffpunkt für die Menschen in der Region.

Ein Treffpunkt, der selten so voll ist wie an Christi Himmelfahrt. Etwa 1200 Besucher versammeln sich vorm Alter, der direkt am Fuße des Aussichtturms steht. Hinzu kommen zwei Bläserensembles, ein Organist und etwa 150 Sänger. Für sie ist das Festhochamt ein ganz besonderes Erlebnis. Bei strahlendem Sonnenschein dürfen sie die "Schaumberger Messe" aus der Feder von Dekanatskantor Thomas Martin zum ersten Mal präsentieren.

Ein weiterer Höhepunkt: der Besuch des Trierer Weihbischofs Robert Brahm. Und der äußert sich prompt als Saarland-Fan. "Ich mag die Menschen hier. Sie sind freundlich, direkt und man wird gut aufgenommen", sagt er. Begeistert ist er vor allem von den vielen jungen Gästen. "Es ist eben leichter, zu einer Messe unter freiem Himmel zu kommen, als über die Schwellen der Kirche zu treten", erklärt der Weihbischof.

Und während er in seiner Predigt das Erwachsenwerden mit der Annäherung zu Jesus vergleicht, feiern die Kinder etwas abseits ihre eigene Messe. Etwa 30 Jungen und Mädchen haben sich dazu ein sonniges Plätzchen gesucht. Sie sitzen im Kreis um eine Kerze herum. "Wer weiß denn, was heute für ein Tag ist?", fragt Mariele Seyler, eine der Organisatorinnen der sogenannten Kinder-Kirche. "Heute ist Donnerstag", antwortet ein Mädchen. "Papatag", ruft ein Junge dazwischen. Seyler schmunzelt. "Das ist alles richtig", sagt sie und zieht ein buntes Bild hervor. Darauf zu sehen sind Jesus und seine Jünger. "Heute ist aber auch Christi Himmelfahrt", erklärt Seyler. Sie beginnt, eine Geschichte vorzulesen, die beschreibt, was es mit dem Feiertag auf sich hat. Die Kinder lauschen gespannt. Anschließend dürfen sie ihre Bitten an Gott äußern. Seyler schreibt diese auf einem Plakat nieder. "Nachher bekommt jeder von euch einen Luftballon", erklärt sie, "den lasst ihr fliegen und schickt so eure Wünsche zu Gott."

Auch Familie Böhm hat sich inzwischen zur Kinder-Kirchen-Gruppe gesellt. Gemeinsam spazieren sie zum Altar. Während des "Vater unser" lassen die Jungen und Mädchen ihre grünen Luftballons in den Himmel steigen. Christian Böhm trägt seine jüngste Tochter dabei auf dem Arm. Für ihn steht fest: "Den Vatertag mit der Familie zu genießen, ist doch am Schönsten."