Martinsumzug : Mit farbenfrohen Laternen durch Tholey

Am heutigen 11. November wird dem heiligen Martin gedacht. Umzüge in seinem Name gab es schon am Wochenende.

Die Geschichte des heiligen Martin steht für Barmherzigkeit und Güte. Vor allem bei Kindern gilt er als einer der beliebtesten Heiligen. Jedes Jahr am 11. November, seinem Namenstag, ziehen sie mit farbenfrohen Laternen durch die dunklen Straßen und singen Martinslieder. In Tholey hat sich bereits am Freitag der Martinsumzug in Bewegung gesetzt. Zuvor feierten die Kinder mit ihren Eltern und Großeltern einen Wortgottesdienst in der Fahrzeughalle der Feuerwehr. „Kommt, wir wollen Laterne laufen, heute bleibt das Fernsehen aus“, sang der Nachwuchs im Chor. Doch so weit war es noch nicht. Der Familiengottesdienstkreis und die Erzieherinnen aus dem Kindergarten hatten noch ein paar Programmpunkte vorbereitet. Martins Legende wurde vorgetragen. Bis heute gilt er als Patron der Schneider, Bettler, Geächteten und Kriegsdienstverweigerer. „St. Martin, St. Martin“, intonierten die Kinder darauf seine Hymne. Bei den Fürbitten wendeten sich die Kommunionkinder nicht nur an den Bischof von Tours. „Lieber Gott, belohne alle Menschen für ihre guten Taten“ oder „hilf allen Kranken, wieder gesund zu werden“, baten sie. Die Viertklässler hatten eigens das Lied „Lichterkinder auf dieser Erde leuchten wie Sterne am Himmelszelt“ eingeübt.

Derweil wartete vor der Fahrzeughalle eine Reiterin mit römischen Helm und rotem Purpurmantel, um an die berühmte Mantelteilung des Heiligen zu erinnern. Ehe der Umzug durch das Tholeyer Wohngebiet startete, brachten die Kinder ihre selbst gebastelten Laternen zum Strahlen. Hoch zu Ross führte die Martin-Darstellerin den langen Umzug vor der Musikgruppe Blechhaufen und den Fackelträgern der Jugendfeuerwehr an. Es folgten die Kinder, die mit ihren farbig leuchtenden Laternen die Tradition der Lichterprozessionen fortsetzten.

Ob gekauft oder selbst gebastelt – stolz präsentierten die Kinder beim Martinsumzug in Tholey ihre Laternen. Foto: Frank Faber

„Laterne, Laterne“, stimmte der große Chor zu den Klängen der Blasmusiker an. Schon im Vorfeld war auf dem Hof der Grundschule ein Haufen Holzpaletten von der Feuerwehr gestapelt worden. Als der Umzug eintraf, wurde dieser angezündet. Das Martinsfeuer stellt ein Freudenfeuer dar, welches Licht ins Dunkle bringt, sowie die gute Tat Martins gegenüber dem Bettler, mit dem er einst seinen Mantel geteilt hat. Zur Stärkung erhielten die Laternenträger von den Mitgliedern des Kindergarten-Fördervereins Martinsbrezeln. Zum Abschluss versammelten sich die Familien rund um das lodernde Feuer.

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