Lehrwanderung des Obst- und Gartenbauverein Theley

Unterwegs mit den Theleyer Gartenbauern : Bienen sind Thema einer Wandertour

Theleyer Gartenbauer werben für den Schutz der nützlichen Insekten und die Imkerei als abwechslungsreiches Hobby.

Das Überleben der Honigbiene als ein lebensnotwendiger Baustein in unserem Ökosystem ist gefährdet. Ohne menschliche Hilfe hat sie wie auch andere bestäubende Insekten heute keine guten Überlebenschancen. Dabei sind die Honigbienen und ihre Artgenossen für den Menschen unverzichtbar. Sie bestäuben fast 80 Prozent unserer Nutzpflanzen. Ohne Bienen also keine Früchte wie Äpfel.

Neben Aktionen wie „Der Landkreis blüht auf“, die den Bürgern kostenloses Saatgut für Blumenwiesen zur Verfügung stellt, sind die Obst- und Gartenbauvereine wichtige Akteure im Artenschutz. Davon überzeugte sich auch Umweltminister Reinhold Jost (SPD) bei einer Lehrwandung mit dem Obst- und Gartenbauverein Theley.  „Was hier passiert, das sind Projekte mit Hand und Fuß von Menschen, die sich aus voller Überzeugung engagieren. Bei meinen Touren möchte ich auch Best-Practice-Beispiele für unsere Arbeit sammeln“, lobte Jost. Die Wanderung führte vorbei an Blumenwiesen, die der Obst- und Gartenbauverein hegt und pflegt. „Beim Anlegen ist es wichtig, heimisches Saatgut zu verwenden, das auch wirklich nur Pflanzen unserer Breitengrade zum Blühen bringt“, erläuterte Dieter Sträßer.

Ein weiteres Ziel der Wanderung waren die Bienenstöcke, die der Vereinsvorsitzende in idyllischer Lage und geschützt auf einer bewaldeten Anhöhe platziert hat. 2018 ist Sträßer unter die Imker gegangen. In Fortbildungen beim Saarländischen Imkerverband hat er sich sein Know-How erworben: „Ich habe den Jungimkerlehrgang und den Lehrgang zur Honigschulung im Kreis Neunkirchen besucht.“ Um am Ball zu bleiben und stetig sein Wissen zu erweitern, besucht er regelmäßig einen Imkerstammtisch.

Ein Imkerpate stehe ihm mit Rat und Tat zur Seite. „Viele Imkervereine machen den Anfängern das Angebot der Begleitung durch einen erfahrenen Imker. Die Betreuung des Paten beginnt mit der Anschaffung der Völker und endet meist nach zwei bis drei Jahren“, so Sträßer.

Der Vorsitzende der Theleyer Obst- und Gartenbauer kümmert sich um 21 Bienenvölker. „Die Bienenhäuser sind außen an der Seite der Anflugschneise unterschiedlich gestaltet. Denn die Bienen erkennen beim Anflug ihr richtiges Quartier anhand der Struktur und Farbe“, erläuterte Dieter Sträßer. In einem Bienenvolk würden etwa 5000 bis 40 000 westliche Honigbienen leben. „Damit bei so vielen Einwohnern kein Chaos entsteht, muss jede Biene genau wissen, was sie zu tun hat. Dafür gibt es drei Bienenberufe: Arbeiterin, Drohne und Königin“, erklärte er den Teilnehmern der Wanderung. Er weiß auch sehr wohl, dass er auf seine Bienenvölker aufpassen muss, damit sich nicht die Varroamilbe einnistet. Diese gehöre zu den größten Bedrohungen der Honigbiene und könne innerhalb kurzer Zeit ganze Bienenstöcke schwer schädigen und gar auslöschen.

Na dann, Prost: Eine selbstgebaute Wasserstation dient den Bienen als Wasserspender. Foto: Marion Schmidt

„Unser Verband hat derzeit keine Nachwuchssorgen. Viele entdecken die Imkerei als Hobby für sich. Ich beobachte auch bei Jugendlichen ein wachsendes Interesse“, kann Sabine Dietz vom Landesverband saarländischer Imker während der Wanderung stolz verkünden. Ihr Herz schlägt durch und durch für die Imkerei: „Das ist so ein vielfältiges Hobby, das handwerkliche und gesundheitliche Aspekte mit solchen aus dem Bereich der Chemie und Lebensmittelherstellung vereint.“ Und für viele sei es ein wohltuender Ausgleich zum Alltagsstress. „Die Bienen brauchen Wasser, um den Pollen zu verdauen. Daher fliegen die Bienen eifrig hin und her, um ausreichend Wasser bei zu schaffen“, erklärte Dieter Sträßer. In der Nähe seiner Bienenstöcke hat er auf einem Baumstumpf mittels umgedrehter Flaschen kleine Bienentränken aufgestellt.

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