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Leben und Leiden Kunos von Pfullingen

Leben und Leiden Kunos von Pfullingen

Vor 950 Jahren ist Kuno von Pfullingen, Nebenpatron der Abtei Tholey gestorben. Er war Erzbischof von Trier und wurde ermordet. Anlässlich seines Todestages lädt die Abtei für Donnerstag, 2. Juni, 19 Uhr, in den Pavillon des Gästehauses zu einem Vortrag mit Power-Point-Präsentation von Frater Wendelinus Naumann ein.

Kuno von Pfullingen wurde um 1016 in Pfullingen geboren, er starb am 1. Juni 1066 in Ürzig. Begraben ist er in Tholey . Nachdem am 15. April 1066 Erzbischof Eberhard von Trier gestorben war, schlug Erzbischof Anno II. von Köln seinen Neffen Kuno für den frei gewordenen Erzstuhl von Trier vor. Kuno entstammte dem Geschlecht der Grafen von Pfullingen aus Schwaben und war damals Propst der Domkirche zu Köln. Da bei der Ernennung durch Kaiser Heinrich IV. die Bevölkerung, der Adel und der Klerus in Trier übergangen wurden, entstand in der Stadt großer Unmut und man rechnete mit Störungen bei der Einsetzung Kunos. So erhielt Bischof Einhard II. von Speyer den Auftrag, Kuno bewaffnetes Geleit zu geben.

Langer Leidensweg

Nördlich von Trier, bei Bitburg, schlug Kuno am 17. Mai 1066 sein Nachtlager auf. Am Morgen des 18. Mai 1066 überfielen Graf Theoderich, Vogt und zugleich Träger des burggräflichen Amtes Triers, und seine Männer das Lager und nahmen Kuno gefangen. Kuno wurde sodann ostwärts auf die Burg Ürzig verschleppt und eingekerkert. Nach zwei Wochen Gefangenschaft erhielten vier Kriegsleute am 1. Juni 1066 den Befehl, Kuno zu ermorden. Nachdem er drei Mal von einem Vorsprung nahe der Burg gestürzt worden war und immer noch lebte, wurde Kuno enthauptet.

Nach einer vorläufigen Bestattung Kunos wurde sein Leichnam auf Betreiben Bischof Theoderichs von Verdun in die Klosterkirche der Benediktinerabtei Tholey überführt und dort am 10. Juli 1066 beigesetzt. Auf das Betreiben des Erzbischofs Siegfried von Mainz wurde Kuno I. kanonisiert und seine Mörder exkommuniziert. In Tholey entstand bald darauf eine Lebens- und Leidensgeschichte Kunos, der zu einem der Nebenpatrone des Klosters aufstieg. Das extra für ihn errichtete Grabgewölbe ist heute unzugänglich im nördlichen Seitenschiff der Kirche vor dem Tabernakel erhalten.