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Konzert der Schaumberger Kantorei in Sotzweiler

Konzert in Sotzweiler : Das „Ave Maria“ ließ die Besucher innehalten

Die Schaumberger Kantorei gestaltet ein Konzert am vierten Advent in der Sotzweiler Pfarrkirche.

Mit einer Auswahl stimmungsvoller Chorwerke hat die Schaumberger Kantorei am vierten Advent etwa 300 Besucher in der katholischen Pfarrkirche St. Mauritius in Sotzweiler auf das Weihnachtsfest eingestimmt. Unter der musikalischen Leitung von Bernhard Alt präsentierte der gemischte Chor weihnachtliche Stücke unter anderem von Bach, Pachelbel und Vivaldi. Das passende Ambiente dazu bot der festlich geschmückte Altarraum mit Krippenszenerie und einem großen, mit weißen Sternen und Engelsfiguren dekorierten Christbaum. Davor hatte sich der Chor aufgestellt – elegant in schwarz gekleidet, die Herren im Anzug mit Fliege, die Damen mit einem leuchtend roten Schal als farblichem Akzent. Mit einem Choral zum vierten Advent unter dem Titel „Rorate caeli de super“ eröffnete der Chor feierlich das Konzert. Dieser Eingangsgesang ist fester Bestandteil eines christlichen Brauchtums, die Adventszeit mit den sogenannten „Rorate-Messen“ zu gestalten. Das Wort „Rorate“ bildet in der katholischen Liturgie den Anfang eines besonderen Gesangs von geistlicher Tiefe, der mit dem Ruf „Rorate caeli de super“ (Tauet, Himmel, von oben) beginnt. Der Vers entstammt dem alttestamentlichen Buch Jesaja und bringt die Sehnsucht nach der Ankunft Gottes in der Welt zum Ausdruck. „Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann. Lassen Sie sich mit unserem traditionellen Weihnachtskonzert einstimmen auf die bevorstehenden Festtage und kommen Sie zur Ruhe“, mit diesen Worten begrüßte Maria Schmitt, die Vorsitzende der Schaumberger Kantorei, die Besucher.

Mit insgesamt 17 Stücken gestaltete der Kantorei-Chor das Adventskonzert, begleitet von einem kleinen Orchester mit Violinen, Kontrabass, Cello, Fagott, Trompeten, Querflöte und Orgel. Ein besonderes Klangerlebnis war das um 1970 von Vladimir Vavilov komponierte „Ave Maria“. Dieses erfüllte sanft den Kirchenraum und schien, für einen Moment die Zeit anzuhalten. Ehrfürchtig lauschten die Zuhörer der schlichten Komposition, die durch den sanften Chorgesang der Frauenstimmen eine meditative Wirkung entfaltete.

Die Schaumberger Kantorei wurde 1976 von den Männerstimmen der ehemaligen Chorknaben der Benediktiner-Abtei Tholey ins Leben gerufen. In der Anfangszeit ausschließlich ein Männerchor, tritt die Schaumberger Kantorei seit 1982 auch als gemischter Chor und als reiner Frauenchor an die Öffentlichkeit. Seiner musikalischen Herkunft entsprechend beschäftigt sich der Chor vorwiegend mit geistlicher Literatur von der Gregorianik über die Romantik bis zur Moderne. Alte Madrigale, zeitgenössische Volksliedbearbeitungen und Chorsätze ergänzen das Repertoire.

Bei Vivaldis Konzert für Orgel und zwei Trompeten kam auf der Empore die große Kirchenorgel zum Einsatz, gespielt von Lukas Schmidt. Mark Endres und Uwe Radke hatten sich neben der Orgel aufgestellt und ließen von der Empore aus die hohen Töne ihrer Piccolo-Trompeten erklingen. Das Adventskonzert endete feierlich mit dem klassischen Weihnachtslied „O du fröhliche“. Chor und Gemeinde sangen gemeinsam, begleitet von dem Orgelspiel.