Klangschalenkonzert im Himmelszelt bei Tholey

Konzert auf dem Schaumberg : Eine Himmelsleiter im Himmelszelt

Erstes Klangschalen-Konzert ging auf dem Schaumberg über die Bühne. Wiederholung geplant.

Eine Stunde zum Träumen war im Himmelszelt auf dem Schaumberg angesagt. Die Künstlerin Marion Ritz-Valentin bescherte 40 Besuchern ein Klangerlebnis der besonderen Art. Das Kuppelzelt war in gedämpften Lichterschein mit wechselndem Farbspiel gehüllt. Die Besucher betraten nach und nach mit Isomatten und Wolldecken unter dem Arm das Zelt. Marion Ritz-Valentin hatte sich bereits im Schneidersitz auf ihrem Teppich in der Mitte niedergelassen, vor sich ausgebreitet ein in dunkelroten Farben gewirktes großes Tuch. Verschiedene Klangschalen und Klanginstrumente hatte sie auf dem Stoff in Reichweite platziert, umgeben von sechs Kerzen.

Nachdem sich alle mit ihren Matten um die Klangkünstlerin verteilt und in die wärmenden Wolldecken gehüllt hatten, begann das Klangschalenkonzert. Eine wohlige Ruhe breitete sich aus. Mit geschlossenen Augen schien jeder in sich gekehrt, als Ritz-Valentin sanft mit einem Klöppel ihren Klangschalen sphärische Klänge entlockte und die Töne ihres schamanischen Heilgesangs sich im Klangkörper des Himmelszeltes ausbreiteten. Zwischendurch erhob sie sich und wog sich mit ihrem paillettenbesetzten langen Rock im Takt ihrer Instrumente hin und her, auf sich selbst konzentriert, wie in Trance. Mal griff sie zu einer beinahe einen Meter messenden japanischen Überblasflöte, mal schlug sie verschiedene chinesische Gongs oder entlockte einem glockenspielartigen Instrument zauberhafte Töne. „Diese Himmelsleiter hatte mich inspiriert, hier im Himmelszelt eine Veranstaltung zu machen. Allein der Name des Instruments schien mir passend“, verrät Ritz-Valentin.

Die Künstlerin war nach ihrer Session vor allem von dem ungewöhnlichen Klangkörper des Himmelszeltes fasziniert: „Ich konnte in dem Kuppelzelt mit den Klängen spielen. Manche Töne ziehen sich in diesem fast schon kathedralen Raum in die Länge. Man konnte wahre Klangkaskaden wahrnehmen. Und dabei vermittelt das Himmelszelt mit seiner Kuppel so eine wunderbare Geborgenheit.“

Nach 45 Minuten verstummen die Instrumente und der Gesang. In sich gekehrt saßen alle Teilnehmer auf ihren Isomatten und begleiteten Marion Ritz-Valentin in ihrer Meditation. „Es war mir eine große Freude, für euch zu singen und zu spielen. Ich wünsche euch wunderbare Träume heute Nacht“, verabschiedete sie am Ende mit sanfter Stimme ihre Gäste.

So ruhig und entspannt wie der Abend begonnen hatte, endete er auch wieder. Alle packten bedächtig ihre Decken und Isomatten ein. Wenn gesprochen wurde, dann nur in leisen Tönen. Ursula Scheer aus Hasborn zeigte sich ganz ergriffen: „Für mich war das heute eine Premiere. Über die verschiedenen Klänge konnte ich mich gut entspannen. Ich würde wieder an einer solchen Veranstaltung teilnehmen.“ Christine M. Hoffmann aus Winterbach meinte, die heilende Kraft der Klänge gespürt zu haben: „Die leisen Klänge haben mir gut gefallen. Als der große Gong ertönte, merkte ich, wie sich eine Verspannung löste. Ich glaube, man muss von Anfang an bereit sein für dieses Erlebnis.“ Marion Ritz-Valentin bestätigt diese heilende Wirkung von Gesang und Musik: „Der Schamanengesang und die Töne meiner Instrumente können durch ihre Schwingungen helfen, Verspannungen in unseren Körpern zu lösen.“

Für die Gemeinde Tholey war das erste Klangschalenkonzert ein gelungenes Experiment. „Wir hatten doppelt so viele Anfragen für diesen Abend. Unsere Teilnehmer sollten aber nicht beengt im Himmelszelt liegen. Daher haben wir nur 40 Teilnehmer zugelassen“, erklärte Jutta Backes-Burr. Sie und Marion Ritz-Valentin haben sich bereits über eine zweite Auflage des Klangschalenkonzertes ausgestauscht.

www.tholey.de

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