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Keine Ausgrenzung, sondern Integration der Senioren

Keine Ausgrenzung, sondern Integration der Senioren

Hasborn. Bei dem Caritas Senioren-Haus Hasborn handelt es sich, wie die Leiterin Vera Schmidt betonte, nicht um ein klassisches Seniorenheim. Die Caritas Trägergesellschaft Saarbrücken, die insgesamt zehn Altenhilfeeinrichtungen betreibt, hat hier mit öffentlicher Unterstützung 2004 ein Modellhaus eröffnet

 Die Bewohner können auch beim Zubereiten der Mahlzeiten helfen. Foto: privat
Die Bewohner können auch beim Zubereiten der Mahlzeiten helfen. Foto: privat

Hasborn. Bei dem Caritas Senioren-Haus Hasborn handelt es sich, wie die Leiterin Vera Schmidt betonte, nicht um ein klassisches Seniorenheim. Die Caritas Trägergesellschaft Saarbrücken, die insgesamt zehn Altenhilfeeinrichtungen betreibt, hat hier mit öffentlicher Unterstützung 2004 ein Modellhaus eröffnet. Dieses ist zentral im Ort gelegen und fest in die Zivil- und Pfarrgemeinde eingebunden. Die Philosophie besteht darin, die Senioren als Teil der Gesellschaft zu begreifen und in kleinen Wohngruppen von je elf bis 13 Bewohnern weitestgehend Alltagsnormalität zu schaffen. Als Mittelpunkt der jeweiligen Hausgemeinschaft fungiert eine Wohnküche, um die herum die Zimmer angeordnet sind. Dort treffen sich die Bewohner zum Essen, sitzen zusammen, unterhalten sich, schauen fern und empfangen ihre Besucher. Um an das frühere Leben anzuknüpfen, werden die Lebensgewohnheiten der Bewohner intensiv erfragt und ihre noch vorhandenen Fähigkeiten genutzt. Der Tagesablauf ist nicht streng nach Uhrzeiten organisiert, sondern an die alten Gewohnheiten der Bewohner angepasst. Um keinen allzu großen Bruch zu ihrem bisherigen Leben entstehen zu lassen, ist es ausdrücklich erwünscht, dass die Bewohner Einrichtungsgegenstände aus ihrer bisherigen häuslichen Umgebung mitbringen. Das Haus verfügt in der stationären Pflege über 40 Einzelzimmer und vier Doppelzimmer. Daneben gibt es jeweils zwölf Plätze in der Kurzzeit- und Tagespflege. Das Haus beschäftigt insgesamt 63 Mitarbeiter, die meisten davon in der Pflege. Neben zwei Verwaltungsangestellten werden ein Hausmeister sowie Mitarbeiter in Fahrdienst, Objektreinigung und sozialer Begleitung (Einzelbetreuung, Beschäftigungsangebote) beschäftigt. Das Haus verfügt über einen großen Gemeinschaftsraum sowie einen Bereich für Physio- und Ergotherapie. Ein geschützter umfriedeter Außenbereich mit Rundweg, Hochbeeten, Kräuterbeet, Teich und Wasserlauf ermöglicht vor allem auch demenziell erkrankten Menschen eine aktive und passive Auseinandersetzung mit der Natur und trägt dem erhöhten Bewegungsdrang dieser Bewohner Rechnung. Hier liegt auch eine Mariengrotte, die in 2010 erweitert werden soll. Neben regelmäßigen gemeinsamen Gottesdiensten in der Hauskapelle finden Besinnungstage, Handarbeits-, Musik-, Tanz- und Singkreise, Veranstaltungen und Ausflüge statt. Damit sich die Bewohner im Senioren-Haus Hasborn wohl fühlen, wurde unter anderem das Projekt "Miteinander der Generationen" ins Leben gerufen. Dafür gab es vom Wirtschaftsminister des Saarlandes eine Auszeichnung für bürgerliches Engagement. Hierbei kommen verschiedene Gruppierungen der Zivil- und Pfarrgemeinde ins Seniorenhaus, um mit den Bewohnern Aktivitäten zu entfalten. Ebenfalls werden Einkäufe im Ort und Besuche des Friedhofs durchgeführt. Häufige Bilderausstellungen tragen dazu bei, dass das Haus von der regionalen Bevölkerung besucht wird. red