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Kappensitzung des Karnevalsvereins Ha Dau KV aus Hasborn-Dautweiler

Kostenpflichtiger Inhalt: Kappensitzung in Hasborn-Dautweiler : Zwischen Teenagerwelt und Midlife-Krise

Akteure aller Alterklassen begeisterten mit ihren Büttenreden in der Narrhalla von Hasbon-Dautweiler.

Mit zwei Kappensitzungen hat der Karnevalsverein Ha Dau KV aus Hasborn-Dautweiler die örtliche Kulturhalle in eine Narrhalla verwandelt. Volles Haus an beiden Tagen, fröhliche Gäste, beste Stimmung und ein gelungenes Bühnenprogramm. Schon lange vor Beginn strömten viele verkleidete Narren in die Kulturhalle, um sich einen Platz zu sichern. Auch René Klein und Klaus Backes hatten schon früh ihren Platz eingenommen – und zwar am Technikpult. Sie waren für den reibungslosen Ablauf auf der Bühne zuständig.

Nach den Begrüßungsworten der Vereinsvorsitzenden Sabine Palubitzki übernahm das bewährte Moderatorinnenduo, Leyla Ercan und Moana Müller, die Mikrofone. Zum Warmwerden riefen sie den Slogan der Veranstaltung, „Hat es ned gemacht“, ins Publikum. „Hat es gemacht“, antwortete die Narrenschar. Es ging los mit dem Einmarsch der Garden und des Elferrates. Nach dem Tanz der Prinzengarde brannte ein wahres Feuerwerk karnevalistischer Bühnenkunst ab. Zwischen den Auftritten der Tanzgruppen gelang den Büttenrednern und Sketch-Akteuren ein heftiger Angriff auf die Lachmuskeln. Dass auch jüngere Semester ein großes Talent in der Bütt entfalten können, das stellten Arthur Schloss und Leander Hein in ihrem Büttenvortrag „Zwei Teenager“ eindrucksvoll unter Beweis. Mit Redegewandtheit, Mimik und Gestik gaben die beiden Teenager ihre Ansichten und Weisheiten über Pubertät, Lehrer, Schule und Eltern zum Besten. „In der Pubertät werden die Eltern immer schlimmer.“ Oder: „Sag mal, hast du mittlerweile eine feste Freundin. Nee, immer noch die wabbelige.“ Mit Sabine Palubitzki und Judith Alt haben die Jungen ihre Dialoge erarbeitet. Dass sich beide Teenager auf der Bühne wohl fühlen, war nicht zu übersehen. „Ich stehe seit dem siebten oder achten Lebensjahr auf der Bühne. Früher wollte ich immer gerne Schauspieler werden, weil auch meine Eltern auf der Bühne stehen“, verrät Leander Hein. Für den 14-jährigen Schüler ist das Mitwirken im Karnevalsverein seines Heimatdorfes etwas ganz Besonderes: „Unser Verein ist traditionell ein wichtiger Bestandteil unseres Dorfes. Man fühlt sich hier eingebunden in eine Gemeinschaft.“ Auch Arthur Schloss geht in der Bütt voll aus sich raus. „Wenn ich auf der Bühne stehe, habe ich kein Lampenfieber. Es macht mir einfach Spaß, das Publikum zu unterhalten“, berichtet der 14-Jährige.

Obwohl sie erst im vergangenen Jahr ihre Premiere in der Bütt feierte, auch Heidi Lauck fühlt sich spürbar wohl im Rampenlicht. In ihrer Büttenrede philosophierte sie über kleine und große Alltagsthemen wie der allmorgendliche Gang zur Waage. Themen, die eine Frau ab 40 so beschäftigen. „Ich habe eigentlich kein wirkliches Konzept. Mir gehen das ganze Jahr über so viele Dinge durch den Kopf. Die Ideen für meine Büttenrede kommen dann von selbst“, verrät die 42-Jährige nach ihrem Auftritt. Später suchten Sabine Palubitzki und Judith Alt in ihrem Sketch „Hasborn sucht den Büttenstar“ den Nachwuchs für die Bütt.

Nach der Pauseging es mit dem Sketch „Die Zuchtsau“ von Heidi Lauck und Kerstin Hein weiter. Judith Alt und Jonas Schorr beschäftigten sich in ihrer Büttenrede mit dem „stummen Maler“. Einen witzigen Schlagabtausch boten sich zu guter Letzt Martin Backes und Martin Johann. Zwischen den Bühnenauftritten spielte die Partyband Five 4 fun den passenden Schunkelsound. Zwischendurch stellten Maximilian Alt und Andreas Finkler vom Elferrat unter Beweis, dass sie es noch immer drauf haben und sprangen zur Begeisterung des Publikums gekonnt in den Spagat.

Viel Spaß auf der Bühne hatten Leander Hein (links) und Arthur Schloss. Foto: Marion Schmidt

Besondere Ehrengäste konnte Vereinsvorsitzende Sabine Palubitzki zur zweiten Kappensitzung in der Hasborner Kulturhalle begrüßen. Eigens aus Rheinlandpfalz angereist war das Baumholder Prinzenpaar, Prinz Stefan II. und seine Prinzessin Astrid I. In einer kurzen Büttenansprache klärten die pfälzischen Gäste die Hasborner Karnevalsschar über ihre Verbindung ins benachbarte Saarland auf. „Vor über 50 Jahren hat einer von euch sein Herz an ein Mäde aus der Pfalz verlorn“, verkündete die Prinzessin feierlich.