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Hühner legen fleißig Eier für den Osterhasen

Hühner legen fleißig Eier für den Osterhasen

Hasborn-Dautweiler. Selbst mit dem Auto ist es noch ein gutes Stück, bis man im Dautweiler Wald auf dem Geflügelhof Joseph ankommt. Außen sieht man dem Gebäude nicht an, dass drinnen 2500 Hühner wohnen. Nur der Verkaufswagen, der mit weit offenstehenden Hecktüren davor parkt und gerade beladen wird, gibt einen Hinweis darauf. Firmenchef Markus Joseph zeigt sich zufrieden

Hasborn-Dautweiler. Selbst mit dem Auto ist es noch ein gutes Stück, bis man im Dautweiler Wald auf dem Geflügelhof Joseph ankommt. Außen sieht man dem Gebäude nicht an, dass drinnen 2500 Hühner wohnen. Nur der Verkaufswagen, der mit weit offenstehenden Hecktüren davor parkt und gerade beladen wird, gibt einen Hinweis darauf. Firmenchef Markus Joseph zeigt sich zufrieden. "Wir haben voriges Jahr auf Bodenhaltung umgestellt", erzählt er. "Die Investition hat sich gelohnt, der Betrieb läuft gut. Aber ganz fertig sind wir noch nicht."Im Stall tummeln sich indessen 2500 Hühner der Rasse "Weiße Leghorn". Manche flattern umher, manche gackern, andere sitzen ruhig zum Eierlegen in den Nestern. "Jetzt ist die Hauptlegezeit. Die Hühner liefern täglich etwa 2400 Eier. Jeden Morgen setze ich das Transportband in Bewegung, das die Eier aus den Nestern in den Packraum befördert", erklärt Markus Joseph die moderne Technik, die selbst vor dem Hühnerstall nicht haltgemacht hat. Eine Maschine durchleuchtet anschließend die weißen Eier und sortiert sie nach vier Gewichtsklassen, von "XL" mit über 73 Gramm bis "S" unter 53 Gramm Gewicht pro Ei. Hat der Stempelautomat das Betriebskennzeichen aufgedruckt, beginnt die Handarbeit. Die sortierten Eier wandern in Kleinverpackungen zu je sechs oder zehn Stück oder auf Eierhorte. "Durch die Bodenhaltung der Hühner sind die Eier jetzt sauberer als vorher", vergleicht Markus Joseph mit der Käfighaltung, die er einst betrieb. Der Osterhase wohnt derzeit allerdings nicht im Dautweiler Wald, sondern im pfälzischen Bischheim bei Kirchheimbolanden. Dort hilft er in einer Färberei mit. Schließlich sollen sie rechtzeitig zum Osterfest in den Häusern landen oder vorher im Garten versteckt werden. Meister Lampe färbt in der Pfalz auch die Eier für den Geflügelhof Joseph, der zur Osterzeit mit einem seiner Wagen alle paar Tage in die Pfalz fahren muss. Er bringt die ungefärbten Eier hin und nimmt die gefärbten gleich wieder mit. Die vielen frischen Eier, die es jeden Tag gibt, sind aber nur die eine Seite des Geschäftes. Das Hühnervolk muss auch gefüttert werden. Jedes Huhn frisst täglich 120 bis 130 Gramm Futter. Markus Joseph und seine Mitarbeiter brauchen es aber nicht selbst auszustreuen. Das besorgt eine Anlage vollautomatisch. Von Hand zu Fuß allerdings muss das Hühnerhaus regelmäßig sauber gemacht werden. Dann sind Schaufel, Besen und große Mengen Stroh als Streumaterial gefragt. Drei Verkaufswagen gehen täglich auf Verkaufstour durch das Saarland. Sie nehmen nicht nur die Eier mit, sondern auch selbst produzierte Nudeln und eine Reihe Produkte des St. Wendeler Lokalwarenmarktes. 70 Prozent der Eier landen auf diese Weise direkt in den Haushalten. Der Rest wird über den Einzelhandel abgesetzt. "Ein Familienbetrieb dieser Größenordnung muss sich jeden Tag neu anstrengen, damit seine Existenz gesichert bleibt", stellt Markus Joseph nach seinem Rundgang fest. Außer seiner Frau Sabine, den Töchtern Michelle und Sarah und seinen Eltern arbeiten noch drei Teilzeitkräfte mit. "Die 70-Stunden-Woche ist bei uns normal, man muss also bereit sein, viel zu arbeiten. Reich wird man damit aber trotzdem nicht", gibt der Chef zu. Trotzdem hängt der 45-jährige gelernte Tierwirt an seinem Beruf, "weil ich damit aufgewachsen bin und weil er sehr abwechslungsreich ist".

 Markus Joseph mit einem Huhn im Stall. Fotos: dia-saar.de
Markus Joseph mit einem Huhn im Stall. Fotos: dia-saar.de

HintergrundZur Geschichte des Geflügelhofs Joseph: 1961 wurde der Hof von Hermann Joseph und seinem Schwager Manfred Besch gebaut. Bei einem Brand im Jahre 1964 entstand großer Schaden. Neu aufgebaut, erweitert und modernisiert wurde der Hof 1988 und später durch eine eigene Nudelproduktion ergänzt. Sohn Markus Joseph pachtete 1989 den elterlichen Betrieb und übernahm ihn 2003 komplett. Im vergangenen Jahr stellte er den Hof auf Bodenhaltung um, erneuerte die Elektroinstallation und baute eine Photovoltaikanlage ein. Der Umbau verlief gemäß den Richtlinien des Umweltschutzes und der Gesunderhaltung der Hühner. gtr