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Grundschule Theley stöhnt über Mehrbelastung

Grundschule Theley stöhnt über Mehrbelastung

„Land unter“: So fasst Lars Schlaup, Kreisvorsitzender der Grünen, die Situation an der Grundschule in Theley zusammen. Steigende Klassenstärke, kein Schulleiter – das sind zwei der Punkte, die Schlaup moniert. Das Saar-Bildungsministerium bezieht Stellung.

Schreiben, lesen, Mathematik unterrichten - das Aufgabenfeld für Lehrer an Grundschulen ist weit größer. Es gilt, den verschiedenen Lern- und Wissensständen der Schüler gerecht zu werden, Flüchtlingskinder ohne Deutschkenntnisse in den Unterricht einzubeziehen. Eine hohe Belastung für Lehrer.

Deshalb schlägt Lars Schlaup, Kreisvorsitzender der Grünen, Alarm (wir berichteten kurz). Konkret bemängelt der Kommunalpolitiker die Situation an der Grundschule in Theley mit Dependance in Tholey. "Die Belastung durch die Erstellung der Förderpläne und die detaillierten Dokumentationspflichten sowie die beratenden Elterngespräche seien nahezu ins nicht mehr Bewältigende gestiegen", sagt Schlaup. Der Grünen-Politiker, der zugleich Vorsitzender des Fördervereins der Grundschule Theley ist, verweist auf die gestiegenen Schülerzahlen, was auch mit der Flüchtlingssituation in der Gemeinde zusammenhänge. "Fast alle Klassen haben mittlerweile mehr als 24 Kinder", so Schlaup. In Klassenstufe zwei wird in Theley eine Klasse mit 30 Schülern unterrichtet, in der Parallelklasse am Standort Tholey eine mit 27 Kindern. Schlaup spricht vom Einsatz von Ehrenamtler und dem Engagement der Lehrer über den regulären Schulbetrieb hinaus. Ohne dies sei die Schule "schon nicht mehr handlungsfähig".

Auch eine klare Führungsstruktur vermisst der Kommunalpolitiker. "Die Schulleiterstelle ist mittlerweile im dritten Jahr nicht mehr besetzt", so Schlaup. Seine Vorwürfe und Forderungen richten sich allesamt an eine Adresse: das Bildungs ministerium in Saarbrücken.

Auf SZ-Nachfrage erklärt eine Ministeriums-Sprecherin, dass die Behörde die Situation in der Klassenstufe zwei der Grundschule sehr wohl im Blick habe. Seit Schuljahresbeginn hätten sich jüngst die Zahlen von 25 und 24 Kindern pro Klasse auf 30 (Theley) und 27 Kinder (Tholey) aufgrund von Flüchtlings- und Zuwanderfamilien erhöht. Die Bildung einer zusätzlichen Klasse sei erst bei 59 Kindern üblich.

Platzschwierigkeiten gibt es in der Grundschule übrigens keine, sollte eine weitere Klasse gebildet werden müssen. Wie Bürgermeister Hermann Josef Schmidt (CDU) im SZ-Gespräch sagt, seien ausreichend Räumlichkeiten vorhanden.

Die steigenden Klassenstärken in Grundschulen sorgen für Gesprächsstoff. Inzwischen habe Schlaup nach eigener Aussage Rückmeldung von weiteren Schulen aus dem Kreis erhalten. Wie der Grünen-Politiker weiter berichtet, gibt es Gerüchte, die besagen, dass Flüchtlingskinder beim Klassenteiler nicht berücksichtigt würden. Diese Behauptung weist die Ministeriums-Sprecherin zurück. Das Gegenteil sei der Fall: "Bei vier Kindern in der Klasse, die kein Deutsch können, sinkt der Klassenteiler sogar von 29 auf 25."

Was die Belastung der Lehrer in Sachen Förderung betrifft, prüfe das Ministerium derzeit verschiedene Möglichkeiten, wie vor Ort zusätzliche Lehrerwochenstunden (aktuell zehn zusätzliche) besser genutzt und verteilt werden können. Ziel sei eine intensivere Förderung und Entlastung der Lehrer.

Seit der Posten des Rektors an der Theleyer Grundschule nicht besetzt ist, haben laut Ministerium die Dienstältesten an der Schule dessen Aufgaben übernommen. Das soll sich aber bald wieder ändern. "Die Schulleiterstelle der Grundschule Theley wird voraussichtlich zum kommenden Schuljahr neu besetzt", so die Behörden-Sprecherin.