1. Saarland
  2. St. Wendel
  3. Tholey

Gleich am Anfang ging's bergauf

Gleich am Anfang ging's bergauf

42, bei dieser Zahl huscht Klaus Linnenbach sicher ein Lächeln durchs Gesicht. Denn so viele Kilometer hat er wie viele andere auch beim Tholey Wandermarathon zurückgelegt. Für ihn war es die Premiere als Wanderwart.

Samstagmorgen, 3.30 Uhr. Während die meisten Nachbarn noch im Tiefschlaf liegen, gehen in einem Wohnhaus in Tholey in die Lichter an. In der Küche ist schon einiges los. Franz Ebert ist heute Frühaufsteher, denn er hat viel vor. Er hat sich für den Wandermarathon rund um die Schaumbergdörfer angemeldet.

Bevor es auf Schusters Rappen geht, muss der Proviant gerichtet werden. Wenn eine 42-Kilometer-Wanderung ansteht, gibt es bei Franz Ebert nicht nur Stullen. "Ich bin heute Morgen in der Früh aufgestanden, um meine Erbsensuppe für die Wanderung zu kochen", berichtet der Tholeyer Wanderfreund morgens beim Treffpunkt vor dem Schaumbergbad. Die Erbsensuppe ist in einer Plastikschüssel in seinem Rucksack wohl verstaut.

50 Wanderfreunde aus Tholey , Theley, Marpingen und anderen Gemeinden im Landkreis St. Wendel stehen gut gerüstet pünktlich um 7 Uhr auf dem Parkplatz des Bades. Timo Groß von der Gemeinde Tholey begrüßt die Wanderer zum mittlerweile elften Wandermarathon, den die Gemeinde mit den Wanderfreunden Qualmende Socken Theley ausgerufen hat. Dann geht es los: Wanderführer Klaus Linnenbach erklimmt mit der munteren Gruppe zunächst das Schaumbergplateau und den mit 569 Meter über dem Meeresspiegel höchsten Streckenpunkt. Von hier führt der Wanderwart der Qualmenden Socken die Gruppe über den Blasiusberg, durch die Ortsrandlagen von Bergweiler und Sotzweiler zur Fischerhütte und Weiheranlage im Engscheiderwald, wo eine kurze Erfrischungs- und Stärkungspause eingelegt wird. Vorbei am Schaumbergkreuz, Wortsegel, Heiligen Häuschen und an der Lachmühle gelangen die Wanderer in die Ortsmitte von Hasborn-Dautweiler.

Durch Wald und Flur schlängelt sich die Route nun weiter nach Scheuern und schließlich nach Neipel. Hier wird nach etwa 21 Wanderkilometern mittags im Haus am Mühlenpfad die Halbzeitrast eingelegt.

Frisch gestärkt erklimmen die Wanderer nach der Pause hinter Dorf im Bohnental den Anstieg zu den sogenannten Golanhöhen, um über die Höhenzüge der Langheck, des Bitsch- und des Trausberges auf Theleyer Bann zu gelangen. Entlang des Kathreinenwaldes, über den Offizierspfad und den Panoramaweg beim Hofgut Imsbach erreicht die Gruppe am späten Nachmittag die Johann-Adams-Mühle zu einer letzten Zwischenrast. Dann geht es auf die Endspurtstrecke durch den Theleyer Brühlpark zurück zum Start- und Zielpunkt am Schaumbergbad.

Kurz nach 18 Uhr treffen die Wanderer nicht weniger munter als am Morgen und zufrieden hier ein und freuten sich über die Teilnehmerurkunden. Franz Ebert gehörte heute zu den Wiederholungstätern. "Ich bin heute das zweite Mal mitgewandert und habe für die Rennsteig-Wanderung trainiert", erzählt er mit einem Augenzwinkern.

Für Klaus Linnenbach, der zuvor schon touristische Führungen geleitet hat, war der Wandermarathon eine gelungene Premiere als Wanderwart.