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Generationen pflanzen ein Hochbeet

Generationen pflanzen ein Hochbeet

Das Miteinander der älteren Bewohner des Caritas Seniorenhauses und der Schüler in Hasborn funktioniert sehr gut.

Nicht nur zu Sankt Martin oder zu Ostern ziehen Kinder durch das Caritas-Seniorenhaus Hasborn, sondern auch bei vielen anderen Aktivitäten machen die älteren Menschen "gemeinsame Sache" mit der jungen Generation. So kommen im Frühling fast schon traditionsgemäß Hasborner Grundschüler vorbei, um gemeinsam mit den Senioren ein Hochbeet zu bepflanzen. Erde schaufeln, Pflanzen, Gießen und Regenwürmer finden, dafür unterbricht wohl so mancher Schüler gerne mal den Unterricht.

Neugierig stehen 22 Viertklässler der Grundschule Hasborn-Dautweiler mit ihrer Lehrerin Silke Mink um das Hochbeet des Hasborner Seniorenhauses. Viele Töpfe mit Gemüse- und Kräuterpflänzchen stehen noch in Kisten nebendran. Das junge Grün wartet nur darauf, eingepflanzt zu werden. Um das Beet herum sitzen die Senioren und schauen den Kindern zu. Schattenplätze sind heute rar. Bereits am frühen Vormittag herrschen hochsommerliche Temperaturen. Sibylle Schirra und Monika Saar von der sozialen Begleitung haben alle Hände voll zu tun. Hüte verteilen, Sonnencreme besorgen, Getränke bereitstellen und die entsprechenden Gartenutensilien zum Hochbeet zu bringen.

Bewohner Edmund Hornitz, sozusagen der Hüter des Hochbeetes, verteilt gleichmäßig frische Erde im Beet. Die soziale Begleiterin Sibylle Schirra begrüßt die Kinderschar. Auf die Frage "Hat zuhause jeder einen Garten?", antworten fast alle gleichzeitig mit einem "Ja" und lassen die Senioren erahnen, dass sie es mit Profis zu tun haben. Lauch, Salat, Sellerie, Zucchini, Kohlrabi, Rhabarber, Tomaten und viele verschiedene Kräuter werden nun von den Kindern verteilt. Das Gemüse ins Hochbeet, die Kräuter in die Kräuterschnecke. Edmund Hornitz gibt Anweisungen. "Einer muss ja das Sagen haben", sagte er augenzwinkernd und mit einem Lachen. Wegen des heftig scheinenden Zentralgestirns beobachten seine Mitbewohner die Aktion vom Schatten aus. "Wir haben hier die Logenplätze", freut sich eine Bewohnerin und nippt genüsslich an einer Saftschorle. Die zehnjährige Samantha zieht fachmännisch drei Rinnen für die kleinen Lauchpflänzchen. "Das sieht prima aus", lobt Hornitz die Schülerin.

Indes hat Grundschüler Konrad das große Wasserfass entdeckt und füllt nun Gießkanne für Gießkanne. "Was macht ihr denn mit dem ganzen Gemüse", wollen die Kinder von den Senioren wissen. "Na das wird selbstverständlich gegessen", erklärt Sibylle Schirra. "Einmal pro Woche kochen wir gemeinsam und holen die Zutaten frisch aus unserem Garten. Gemüsesuppe ist der Renner im Seniorenhaus." Doch bis zur Ernte gibt es noch viel zu tun. Einige Kinder fragen, ob sie ab und zu mal vorbeikommen und beim Gießen helfen können. "Das wäre aber klasse", freut sich Monika Saar. Eine kleine Mädchengruppe hat sich zu Gerhard-Hugo Krechan gesetzt. Eine muntere Unterhaltung beginnt. "Schätzt mal, wie alt ich bin", fordert der rüstige Senior die Schülerinnen auf. Mehrere Zahlen werden genannt. Imen ist mit 78 am nächsten dran. "Ich bin 88", löst der Senior stolz das Rätsel auf.

Neben dem Garten sitzen derweil die Tagespflegegäste unter einem großen Sonnenschirm und singen. Spontan laufen die Grundschüler nach getaner Arbeit rüber und lauschen den Liedern. "Wir haben einen Schulsong in Hasborn. Sollen wir euch den mal vorsingen?", ruft Nils den Tagesgästen zu. Nur zu, heißt es dann. 22 Kinder singen fröhlich das Hasborner Schullied und die Senioren klatschen im Takt mit. Nach dem spontanen Auftritt ernten die Kinder Applaus und bekommen einen großen Korb voll leckerer Süßigkeiten. "Es hat uns richtig viel Spaß gemacht. Schön, dass ihr uns besucht habt", verabschiedet sich eine Seniorin und spricht damit den anderen sichtlich aus dem Herzen.