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Gemeinschaftsschule Theley vorbereitet auf Herausforderungen in Corona-Zeit

Kostenpflichtiger Inhalt: Im Home-Schooling : „Digitale Schule“ als gute Ausgangsposition

So läuft in Zeiten Coronas der Unterricht in Theley. Gemeinschaftsschule konnte auf bestehende digitale Strukturen zurückgreifen.

Die relativ kurzfristig beschlossenen Schulschließungen haben saarlandweit viele Schulen vor große Herausforderungen gestellt, so auch die Gemeinschaftsschule in Theley. Die im vergangenen Jahr als „Digitale Schule“ ausgezeichnete Gemeinschaftsschule am Fuße des Schaumbergs war allerdings in der guten Ausgangsposition, dass sie schon auf bestehende digitale Strukturen (flächendeckendes Breitband W-Lan, Schulcloud, Beamer und Apple TV in allen Klassen, digitales Klassenbuch) zurückgreifen konnte, wie ein Sprecher der Schule mitteilt.

Auf diesen Strukturen sei das Konzept zum Home-Schooling aufgebaut worden. Dieses ist nach Schul-Angaben grundsätzlich zweigleisig aufgebaut und sieht die Kommunikation über die Schul-Cloud und alternativ über E-Mail vor. „Es gibt leider aber auch Beispiele, bei denen Kindern keine Zugangsmöglichkeiten zum Internet haben“, bedauert der Sprecher. In den Einzelfällen, bei denen die „digitale Kommunikation“ nicht möglich war, seien die Lehrer über das Telefon mit ihren Schülern in Kontakt getreten.

„Während der Corona-Zeit hat uns sicher geholfen, dass bei uns viele digitale Abläufe schon eingeübt waren“, erklärt der ständige stellvertretende Schulleiter, Lothar Klauck. Weiter führte er aus, dass „der komplette Umstieg von Präsenzunterricht auf Homeschooling über ein einziges Wochenende natürlich in den ersten Tagen schwierig und sehr arbeitsintensiv war, aber unter Leitung unseres digitalen Koordinators Oliver Knob haben wir die Sache relativ schnell in den Griff bekommen“.

Entscheidend für den erfolgreichen Umstieg auf Home-Schooling sei auch der enge Kontakt mit den Eltern gewesen. Durch die regelmäßige und konstruktive Rückmeldung der Eltern über die digitalen Angebote war die Unterrichtsstruktur nach drei Tagen fertig – es konnte richtig losgehen.

Schon während der Zeit der Schulschließung bereitete sich die Schulleitung auf die Öffnungen nach den Osterferien vor, die dann in der letzten Woche durch die ministeriellen Vorgaben konkret wurden. Geplant von den beiden Koordinatoren Julia Bauer und Nicki Knapp, sieht der Plan der Gemeinschaftsschule eine Einbahnstraßenregelung im Schulgebäude vor.

Um sich zeitig auf die neue Situation im Schulgebäude einzustellen, wurden den Lehrern, den Eltern und den Schülern schon Tage vor der Schulöffnung klassenstufenspezifische Videos über den Weg zum Schulhof zur Klasse und wieder zurück zur Verfügung gestellt. Verkehrsschilder über die richtige Bewegungsrichtung und Hinweisschilder zu  Schutz- und Hygienemaßnahmen auf dem Schulgelände und im Gebäude erinnern die Schüler an die Wichtigkeit der Abstands- und Hygieneregeln. Alle Maßnahmen zusammen wurden zusammengefasst unter dem Motto „Ich schütze Dich, Du schütz mich“.

Durch Blockunterricht und dem Verweilen in abgesteckten Bereichen des Schulhofs wurde der Hygieneplan des Ministeriums  umgesetzt. Lothar Klauck betont, dass es bei der jetzigen Schulöffnung nicht nur um das Wiedersehen mit Freunden geht, sondern, dass auch eine sinnvolle Vorbereitung auf die anstehenden Prüfungen und auf das nächste Schuljahr möglich sein muss. „Ein wesentlicher Teil einer sinnvollen Prüfungsvorbereitung ist die Arbeit mit dem eigenen Fachlehrer, der den Schüler kennt und weiß, welchen Impuls er gerade benötigt.“

Aufgrund der Abstandsregeln, die auch im Klassenraum eingehalten werden müssen, war es notwendig, Kurse zu teilen. Um die Schüler des Kurses, die in einem anderen Raum untergebracht werden müssen, ebenfalls am Unterricht mit seinem Lehrer  beteiligen zu können, nutzt die Gemeinschaftsschule  ihre digitale Infrastruktur und überträgt (spiegelt) den Unterricht live über Apple-TV und Beamer in den anderen Raum und umgekehrt, sodass beide Räume auditiv und visuell miteinander verbunden sind.

Konrektor und Oberstufenleiter Henning Heinz ist von dieser Möglichkeit begeistert. „Wir nutzen digitale Medien nicht zu deren Selbstzweck oder weil es gerade modern ist. Für uns ist entscheidend, dass jede digitale Maßnahme inhaltlich und pädagogisch begründet ist und einen Mehrwert hat und dies ist ein perfektes Beispiel dafür“, so Heinz.

Die Gemeinschaftsschule  versucht sich aber auch beim parallel weiterlaufenden Homeschooling wöchentlich weiterzuentwickeln. So waren Videokonferenzen in der Zeit vor Ostern aus unterschiedlichen Gründen nur sehr schwer oder  nicht realisierbar. Dies habe sich jetzt geändert. Nun finden in der Oberstufe wöchentliche Videokonferenzen statt. In den nächsten Wochen werden sich  Schüler aller Klassen  an ihren kursinternen Videokonferenzen erfreuen.

Schon Alltag: Die Schüler tragen im Schulgebäude Mundschutz. Foto: Petra Meyer

Für ein endgültiges Fazit ist es noch zu früh. Ein Zwischenfazit lässt sich Lothar Klauck dennoch entlocken: „Es war viel Arbeit, die wir in sehr kurzer Zeit zu erledigen hatten, aber es hat sich, vor allem für unsere Schülerinnen und Schüler, gelohnt. Und darauf kommt es ja schließlich an.“