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Gemeinderat Tholey für Bau weiterer Parkplätze wegen Richter-Fenster

Abtei Tholey : Tholey plant Parkplatz für Touristen

Der Gemeinderat spricht sich für den Bau einer Parkfläche zwischen Tholey und Theley aus und für einen in der Sporstraße.

Noch sind die Richter-Fenster in der Abteikirche in Tholey nicht eingebaut, noch ist die Sanierung nicht abgeschlossen, aber schon bereitet sich die Gemeinde auf einen Strom von zusätzlichen Besuchern vor. Die werden zumeist mit dem Auto oder mit Bussen in die Schaumberggemeinde anreisen. Deswegen hat die Gemeinde bei den Ingenieuren der Firma Bard und Sauther aus Saarbrücken, kurz BSBI, ein Verkehrs- und Parkplatzkonzept für den Ortsteil Tholey ausarbeiten lassen. Das hat Bürgermeister Hermann Josef Schmidt (CDU) in der Ratssitzung am Mittwoch vorgestellt.

150 überwiegend barrierefreie Parkplätze gibt es im Ortskern von Tholey, haben die Gutachter gezählt. Die werden schon heute von Anwohnern, Kunden und Pendlern während der Woche stark genutzt. Eine zusätzliche Nachfrage gebe es am Wochenende bei Veranstaltungen und Gottesdiensten. Die Schlussfolgerung: Der Bedarf übersteige den Bestand, weitere Parkflächen sollten erschlossen werden.

Nach Einbau der Richter-Fenster in der Abteikirche geht die Gemeinde künftig von etwa 100 000 Klosterbesuchern jährlich aus. Diese Zahl reicht von etwa 100 an Werktagen bis zu etwa 800 am Wochenende. Mit Spitzenzeiten rechne man von 10 bis 14 Uhr. Die Gutachter haben einen zusätzlichen Bedarf von 260 Pkw-Parkplätzen sowie drei bis vier Busstellplätzen ermittelt. Es sei eine Auslagerung von Parkplätzen erforderlich. Zudem dürfe die Zufahrt „Im Kloster“ nur noch für Anwohner und Lieferverkehr freigegeben werden, um Parkprobleme dort zu vermeiden.

Ausgehend davon hat die BSBI acht mögliche Parkplatzstandorte untersucht: an der Kriegsgräberstätte zwischen Tholey und Theley, am Marpinger Weg, am Sportplatz Tholey, an der Ausgrabungsstätte Wareswald, an der St. Wendeler Straße und innerorts am Klostergarten, der Römerallee und der Sporstraße.

Ausführlich beschreiben die Experten die Vor- und Nachteile der jeweiligen Standorte, geben auch Kostenschätzungen ab. Sie empfehlen schließlich den Bau eines größeren Parkplatzes an der Kriegsgräberstätte und innerorts den Ausbau in der Sporstraße. So könnten insgesamt 242 Stellflächen entstehen.

Der Parkplatz nahe der Kriegsgräberstätte liegt an der Landstraße zwischen Tholey und Theley, an der Abzweigung der Straße zum Wareswald in Sichtweite des Erlebnisbades. Die rund 200 dort geplanten Parkplätze können sowohl von den Abtei-Besuchern, als auch von den Besuchern des Schaumberges genutzt werden. Durch die abgelegene Lage werde auch das Ortsbild von Tholey nicht beeinträchtigt. Nachteile sind die relativ weiten Fußwege von 15 bis 20 Minuten und die Hanglage. So ist das Kloster etwa 1600 Meter entfernt. Allerdings gibt es schon jetzt einen Fußweg zur Abtei und auf den Schaumberg. Zudem ist die Fläche überwiegend im Besitz der Gemeinde. Eingesetzt werden sollen für die Besucher Shuttlebusse, so die Planung. Wie oft und wann diese fahren, ist derzeit noch offen.

20 weitere Parkplätze können durch den Ausbau der Brachfläche an der Sporstraße in der Ortsmitte von Tholey entstehen. Bisher gibt es hier 22 Parkflächen. Eine Stützwand soll die Erweiterung ermöglichen. Das 1300 Quadratmeter große Areal gehört der Gemeinde und liegt zentral in der Nähe des Rathausplatzes.

Bei großem Besucheraufkommen können weitere Parkplätze angefahren werden. So stehen nahe der Ausgrabungsstätte Wareswald 90 Stellplätze für Pkw und drei Bus-Stellplätze zur Verfügung. Auch können laut Bürgermeister Schmidt an Sonn- und Feiertagen die Parkplätze der Einkaufsmärkte in Tholey genutzt werden. Allein bei den Einkaufsmärkten in der St. Wendeler Straße sind das insgesamt 322.

Das alles kostet natürlich einiges. Für den Ausbau der Fläche an der Kriegsgräberstätte für 200 Autos und sechs Busse schätzen die Gutachter die Kosten auf 574 000 Euro, für den Parkplatz Sporstraße auf 168 000 Euro. Gerechnet haben die Gutachter auch, was in der Sporstraße ein Parkdeck kosten würde, nämlich 1,646 Millionen Euro.

Bürgermeister Hermann Josef Schmidt sprach sich für den Bau von Parkflächen an der Kriegsgräberstätte und in der Sporstraße aus. Dem stimmte der Gemeinderat bei Enthaltung der beiden Grünen-Ratsmitglieder zu. Unterstützung für diese Variante gibt es auch vom saarländischen Wirtschaftsministerium, berichtete der Verwaltungschef. Einen Förderantrag wird die Gemeinde stellen und rechnet mit einem Zuschuss von 70 Prozent der Kosten.