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Fünf Tage im Zeichen der Kirmes"Jeder Kirmestag hat seinen Höhepunkt"

Fünf Tage im Zeichen der Kirmes"Jeder Kirmestag hat seinen Höhepunkt"

Hasborn-Dautweiler. "Für die Hasborner und Dautweiler ist die Kirmes immer der Höhepunkt aller Feste im Jahr." Mit voller Überzeugung prägte Ortsvorsteher Walter Krächan kürzlich diesen Satz und fügte hinzu: "Die Familien im Dorf laden ihre auswärts wohnenden Angehörigen zur Kirmes immer ausdrücklich ein. Und die Geladenen kommen auch und feiern tüchtig mit

Hasborn-Dautweiler. "Für die Hasborner und Dautweiler ist die Kirmes immer der Höhepunkt aller Feste im Jahr." Mit voller Überzeugung prägte Ortsvorsteher Walter Krächan kürzlich diesen Satz und fügte hinzu: "Die Familien im Dorf laden ihre auswärts wohnenden Angehörigen zur Kirmes immer ausdrücklich ein. Und die Geladenen kommen auch und feiern tüchtig mit."Keinen besseren Auftakt hätte die Kirmes am heutigen Freitag haben können als das Fußballspiel der einheimischen Rot-Weißen im Waldstadion gegen den Oberliga-Tabellenführer FK Pirmasens. Anstoß ist um 19 Uhr. Vorher und nachher stimmen die Nimmermüden musikalisch auf die Kirmes ein. Ortsvorsteher Walter Krächan wird am Samstag um 19 Uhr das erste Fass mit Kirmesbier anschlagen. Auch der Straußjahrgang 1989/90 wird dabei sein. Ab 20 Uhr spielt die Gruppe Splash im Festzelt. Ein brillantes Feuerwerk wird um 22 Uhr den zweiten Kirmestag beschließen.Das Kirmeshochamt, in dem auch der Kirchenchor mitwirkt, wird am Sonntag um 10.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Bartholomäus gefeiert. Um 20 Uhr spielt im Zelt die Gruppe Celebration. Eine 136 Jahre alte Tradition hat am Kirmesmontag die heilige Messe für die lebenden und verstorbenen Mitglieder der St.-Barbara-Bruderschaft. Sie beginnt um 9.30 Uhr und wird musikalisch durch den Männergesangverein umrahmt. Nach dem Gottesdienst geht ein Festzug, begleitet vom Musikverein Lyra, zum traditionellen Frühschoppen ins Kirmeszelt. Dort ist am Abend Kirmestanz. Discjockey Kellermann leitet am Dienstag, 19 Uhr, den Kehraus der Bartholomäus-Kirmes ein. Als äußeres Zeichen wird die Straußjugend um 22 Uhr den "Kirmeshannes" verbrennen. Am Samstag ab 18 Uhr und von Sonntag bis Dienstag jeweils ab 14 Uhr ist buntes Kirmestreiben auf dem Rummelplatz.Die Hasborner Kirmes geht vermutlich auf das Entstehungsjahr 1589 zurück. Damals erhielt, so heißt es in einer alten Niederschrift, "der Meyer zu Hasborn, Dutwiler und Fronhoffen" die Genehmigung, jährlich einmal Wein ausschenken zu dürfen. Mit "Dutwiler" war Dautweiler gemeint, mit "Fronhoffen" ein inzwischen untergegangenes kleines Dorf auf der Gemarkung. 1975 zog die Kirmes vom Marktplatz in den Brühlpark um, wo viel mehr Platz für das Feiern ist. gtr Herr Maldener, erinnern Sie sich an die Kirmes in früherer Zeit?Rudi Maldener: Noch sehr gut. Sie wurde auf dem Bekenntnisplatz gehalten, der heute der Marktplatz ist. Es gab ein Kettenkarussell, eine Schiffschaukel und eine Reiterei, so ein Karussell mit Pferden.Ist Ihnen auch noch ein besonderes Erlebnis von damals im Gedächtnis?Maldener: Ich habe mit anderen Jungbergleuten oft am Kirmesmontag in der Kirche die heilige Messe gedient. Wir hatten Grubenlampen dabei. Das war stets ein großer Kirmeshöhepunkt für mich. Dann ging es im Festzug zum Gasthaus zur Post zum Frühschoppen. Der war damals nur für die Männerwelt bestimmt. Frauen durften nicht daran teilnehmen. Unsere beiden Männerchöre sangen, der Musikverein spielte - es war immer ein großes Erlebnis. Das Kirmesgeld war seinerzeit sicher rarer als heute Maldener: Ich bekam für die Kirmes 50 Pfennige, das war damals viel Geld. Es reichte für fünf Fahrten auf dem Karussell.War die Kirmes früher schöner und volkstümlicher?Maldener: Man kann sie nicht mit heute vergleichen. Die Kirmes ist dem Wandel unterworfen. Jede war und ist auf ihre Weise schön. Sollte an der Kirmes, wie sie heute ist, etwas verändert oder verbessert werden?Maldener: Die Hasborner Kirmes wird fünf Tage lang gefeiert. Jeder Tag hat seinen Höhepunkt. Daran braucht nichts geändert zu werden.Feiern Sie diese Kirmes?Maldener: Aber natürlich. Am Freitag gehe ich zum Fußballspiel, am Samstag zum Fassanstich und sehe mir das Feuerwerk an. Selbstverständlich ist für mich der Frühschoppen am Montag. Und am Dienstag feiere ich den Kirmesausklang.