Entwürfe für Kirchenfenster von Gerhard Richter in Abteil in Tholey vorgestellt

Abtei in Tholey : Entwürfe für Kirchenfenster von Gerhard Richter vorgestellt

Als Banner in Originalgröße hingen am Mittwoch erstmals die drei Entwürfe des Kunstmarkt-Stars Gerhard Richter an der Fassade der Abteikirche in Tholey. Die Richter-Arbeiten wurden am Mittwoch von der Benediktinerbruderschaft offiziell vorgestellt.

Am Dienstag hatte die Saarbrücker Zeitung bereits exklusiv Abbildungen der Fenster publiziert. Obwohl die abstrakten Muster von Richter am Computer generiert wurden, wirken sie malerisch, verspielt. Die Chorfenster sind rund 18 Quadratmeter groß, messen 1,95 Meter mal 9,3 Meter (Höhe). In den äußeren Fenstern dominieren Blau-Rot-Töne, das mittlere hat viel Gelbanteil. Die abstrakten Motive werden jeweils horizontal und vertikal gespiegelt und erinnern fast an einen orientalischen Teppich.

Abt Mauritius Choriol sieht die Fenster als „Geschenk“. Die Abtei und seine Kunst sollen zur „Ehre Gottes und zur Freude aller Menschen gereichen“. In der Kunst spiegele sich „Gott als Gipfel der Vollkommenheit“. Durch sie könne man Menschen und Gläubige, die heutzutage oft Suchende seien, erreichen.

Üblicherweise hat die Tholeyer Abtei, die als ältestes Kloster Deutschlands gilt, 50 000 Besucher im Jahr. Nun rechnet man mit einem deutlich höheren Zuspruch, ohne diesen zu benennen. In Münster, wo Richter für die Dominikanerkirche ein Pendel schuf, kamen in den ersten neun Monaten 250 000 Besucher.

Die Abteikirche St. Mauritius wird seit 2017 grundsaniert. Die Kosten von rund fünf Millionen Euro teilen sich der privater Geldgeber, die Unternehmerfamilie Meiser aus Illingen, und das Bistum Trier. Zu den Herstellungskosten der Fenster wurden keine Angaben gemacht.

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