Florianstag: Engagierte Helden des Alltags ausgezeichnet

Florianstag : Engagierte Helden des Alltags ausgezeichnet

Beim Florianstag der Feuerwehren der Gemeinde Tholey lobte Bürgermeister Schmidt die Nachwuchsarbeit.

Ehre, wem Ehre gebührt: Auszeichnungen und Beförderungen besonders engagierter Mitstreiter standen im Mittelpunkt der Floriansveranstaltung der Feuerwehren der Gemeinde Tholey. Zahlreiche Feuerwehrleute wurden für ihr vielfältiges Engagement ausgezeichnet beziehungsweise in einen höheren Dienstgrad befördert. Bürgermeister Hermann Josef Schmidt zollte den Feuerwehrmitarbeitern seinen großen Respekt: „Sie rennen rein, wo andere wegrennen. Sie wandeln ihre persönliche Betroffenheit zu adäquatem Handeln um und machen uneigennützig, oft auch unter Einsatz ihres eigenen Lebens einen hervorragenden Job. Diese wichtige Dienstleistung könnten wir als Gemeinde ohne Euch nicht stemmen. Die Bereitschaft, sich im Ehrenamt zu engagieren schwindet leider zunehmend. Daher gehören unsere Feuerwehrleute zu den Helden des Alltags, die mit ihrer Einsatzbereitschaft einen unverzichtbaren Dienst für unsere Gesellschaft leisten.“

Mit insgesamt 525 in sieben Löschbezirken organisierten Mitgliedern, davon 300 Aktive, sei man in der Gemeinde Tholey gut aufgestellt. 31 Frauen arbeiten in der aktiven Feuerwehr mit. Auch der Nachwuchsbereich mit 121 Jugendlichen und 44 Kindern in der Bambiniwehr kann sich sehen lassen. Wichtige Pfeiler seien die 58 in der Alterswehr engagierten Feuerwehrleute sowie die Fördervereine. Mit ihrer Ausrüstung und den Gerätehäusern sei die Feuerwehr bestens ausgestattet für ihre Einsätze. Schmidt lobte in seinem Grußwort besonders die Nachwuchsarbeit.

Im vergangenen Jahr musste die Feuerwehr 189 Mal ausrücken. 49 Brände, 53 technische Hilfeleistungen, 37 Brandwachen und 17 Gefahrguteinsätze wurden gemeistert. 76 Mal mussten die Löschzüge in diesem Jahr bereits ausrücken, unter anderem zu 24 Bränden.

Anna Schneider ist eine der 31 aktiven Feuerwehrfrauen. Seit 25 Jahren engagiert sich die Grundschullehrerin im Löschbezirk Bergweiler-Sotzweiler. „Das technische Interesse und die vielfältige Arbeit in einem von Kameradschaft geprägten Team treiben mich an. Dazu das Ziel, helfen zu können. Diese Mischung macht die Feuerwehrarbeit für mich so attraktiv“, beschreibt Anna Schneider ihre Motivation. Als Jugendbeauftragte kümmert sie sich in ihrem Löschbezirk um den Nachwuchs: „Die Kinder lernen bei uns etwas für das ganze Leben. Vor allem Teamgeist bekommen sie von uns vermittelt. Das ist in einer zunehmend egozentrisch ausgerichteten Gesellschaft besonders wichtig.“ Ihren Piepser, der sie über einen Einsatz informiert, trägt sie immer bei sich, auch im Schuldienst. „Mit meinen Kollegen spreche ich mich dann schnell ab“, erläutert die Feuerwehrfrau. Die meisten Arbeitgeber der Gemeinde hätten ein großes Verständnis für das ehrenamtliche Engagement der Feuerwehrleute. Anna Schneider: „Wir pflegen im Vorfeld mit den Arbeitgebern der Region ein gutes Verhältnis. Unser Einsatz erfordert immer ein Geben und Nehmen. Wer wegen eines Einsatzes einmal mitten im Dienst los muss, der ist, wenn der Arbeitgeber mitspielt, auch gerne bereit, nach offiziellem Dienstende seine Arbeit fortzuführen.“ Im Alter von zwölf Jahren sei sie ihrem Vater in die Organisation der Retter in Rot gefolgt und in die Jugendfeuerwehr eingetreten.

Eine besondere Auszeichnung wurde an diesem Tag Helmut Dieter Hoffmann vom Löschbezirk Tholey verliehen. Für sein langjähriges Engagement wurde er mit dem Deutschen Feuerwehrkreuz in Bronze geehrt. Dabei gehört er zu den Späteinsteigern: „Bekannte haben mich damals überredet, mich in der Feuerwehr zu engagieren. Am Anfang war es eine Leidenschaft, dann wurde es ein Muss. Die Kameradschaft und das Helfenkönnen sind meine Motivation“, verrät Hoffman.