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Ein Tänzchen zu biblischen Texten

Ein Tänzchen zu biblischen Texten

Der Kurs „Bibel getanzt“ ist ein Übungsweg, durch den die Sprache der Bibel in der Bewegungssprache des Körpers lebendig wird. Auf Anregung der Gemeindereferentin der Kirche am Schaumberg, Therese Thewes, hat SZ-Mitarbeiter Frank Faber beim Abschlussabend „Traumbote“ im Theleyer Pfarrheim mitgetanzt.

Aus der Reihe tanze ich ständig, dass ich einmal in die Gelegenheit kommen würde, ein Tänzchen zu biblischen Texten zu wagen, daran hätte ich nie gedacht. Die Gemeindereferentin der Pfarreiengemeinschaft am Schaumberg , Therese Thewes, hat mich schnell dazu bewegen können. "Wenn Sie über die Tanzabende berichten wollen, dann machen Sie einfach mit, um die Tanzerfahrung zu erleben", rät mir Therese Thewes am Telefon.

Warum nicht? Beim vierten und letzten Tanzabend "Bibel getanzt" steht der "Traumbote" im Mittelpunkt, der bin ich zwar nicht, aber nun einer von elf Bibeltänzern im Theleyer Pfarrheim. Mitten im Raum steht eine große Engelfigur auf einem Tuch, um sie herum flackert das Licht von Kerzen. "Bildet einen Kreis und reicht Euch die Hände", sagt Tanzleiterin Thewes, die in Speyer eine Ausbildung zum Thema "Bibel getanzt" absolviert hat. Meditative Musik erklingt. Beim "Sonnentanz" bewegen wir uns seitlich im Kreis Sonnenstrahl für Sonnenstrahl weiter. Es ist eine von mehreren mit Bibeltexten begleiteten Szenen, die auf dem Übungsweg zu einem Tanz aufgebaut werden.

Die ersten Schritte

Meine ersten Schritte sind plump, ungelenk. Ich versuche, der Tanzleiterin genau zuzuhören, damit ich die richtige Schrittfolge einhalte und meinen Tanznachbarn mit dem Fuß nicht in die Hacken tappe. Konzentration ist alles. Dann hören wir eine Stimme, die von Josef und der schwangeren Maria erzählt. Zu den Tanzschritten kommen gestenreiche Armbewegungen hinzu. Es ist ein "Traum", der uns emotional hin und her reißt, die Bewegung der Hände symbolisieren Hoffnung und wehren etwas Drohendes ab: "Fürchte dich nicht". Es hilft wenig, gemeinsam sind wir unterwegs und fliehen tanzend mit Richtungswechseln getragen von Klängen einer Panflöte mit Josef nach Ägypten. "Es hat schon was mit Choreografie zu tun, man macht dazu eine ganzheitliche Erfahrung", sagt mir die Tanzleiterin Thewes. Ihre Worte bauen auf, tun so was von gut, denn den nachfolgenden Tanz "Yah Ribbon" finde ich zunächst äußerst kompliziert. Wir wenden uns mit der Musik zur Kreismitte, gehen einen Schritt nach rechts, legen das Gewicht auf den linken Fuß, wenden in Gegenrichtung und wieder zur Kreismitte zurück. Mein Blick geht zunächst nur zum Boden, doch nach ein paar Wiederholungen werde ich sicherer, schaue geradeaus und lausche den Anweisungen meiner Leiterin.

"Es ist schon bewegend, aber man findet immer die innere Balance", sagt mir Tanznachbarin Karin Paulus-Johann, als wir im Stuhlkreis sitzen. Ich zitiere die dritte Erscheinung aus einem Bibeltext von Matthäus und anschließend diskutieren wir darüber, welche Stelle jemand beeindruckt, beschäftigt oder gar aufregt hat. "Es gibt unterschiedliche Wahrnehmungen für das Handeln und das Gottvertrauen", meint Thewes. Die Flucht Josefs nach Ägypten bringen wir beim Gedankenaustausch mit der momentanen Flüchtlingswelle in Verbindung.

Zum Abschluss werden alle zuvor absolvierten Schritte in einem vollständigen Tanz wiederholt. Ich habe die "Bibel getanzt", mir geht es richtig gut, hat Spaß gemacht und bekomme obendrauf noch den Segen erteilt. Was will ich mehr? Pearl Jams Rocksong "Rockin' in the free world" lauthals während der Heimfahrt mitsingen. An vier Abenden haben zehn Teilnehmer im Theleyer Pfarrheim zu biblischen Texten getanzt. Durch Impulse, Gespräche, Meditation, Stille und Tanz ließen sich von den biblischen Texten berühren, inspirieren und in Bewegung setzen.

"Es war wunderbar. Ich bin begeistert, wie man mit Bewegung zur inneren Ruhe kommt", resümierte Teilnehmerin Lore Michely aus Neipel. Die Tanzabende waren thematisch und tänzerisch aufeinander abgestimmt. "Miteinander verbunden im Tanz suchen wir immer wieder den Weg zur Mitte. Wir wollen sie neu entdecken und uns an ihr freuen", erklärte die Gemeindereferentin der Pfarreiengemeinschaft am Schaumberg , Therese Thewes.

Die Tanzleiterin vermittelte meditative Tänze und gleichzeitig einen vertieften Zugang zu ausgewählten Schriftstellen der Bibel . "Es ist eine schöne Art, sich mit einer Bibelstelle zu beschäftigen und es ist zusätzlich mit Bewegung verbunden", meinte der Theleyer Rudolf Bard. Das Tanzprojekt "Bibel getanzt", so Therese Thewes, sei ein Übungsweg, durch den die Sprache der Bibel in der Bewegungssprache des Körpers lebendig werde. "Nach jedem Tanzabend war ich entspannter als vorher", fand Lore Michely. Der dritte Kurs ist bereits geplant. Biblisch getanzt wird wieder im Theleyer Pfarrheim am 1. März, 8. März, 22. März und am 29. März jeweils ab 19 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos, eine verbindliche Anmeldung ist erwünscht.

Kontakt: Therese Thewes, Pfarrbüro Theley , Telefon (0 68 53) 24 09 oder (0 68 53) 914 37 54, E-mail: thewes@kirche-am-schaumberg.de.