1. Saarland
  2. St. Wendel
  3. Tholey

Ein Stall wie einst in Betlehem

Ein Stall wie einst in Betlehem

Theley. Mitten vor dem Bühnenbild, dass das Jahr über in der Halle aufgebaut bleibt, steht Manuel Braun angestrahlt von einem Spot. Der zehnjährige Nachwuchsdarsteller des Theleyer Theatervereins trägt in diesem Jahr erstmalig als Hirtenjunge den Prolog im Krippenspiel vor

Theley. Mitten vor dem Bühnenbild, dass das Jahr über in der Halle aufgebaut bleibt, steht Manuel Braun angestrahlt von einem Spot. Der zehnjährige Nachwuchsdarsteller des Theleyer Theatervereins trägt in diesem Jahr erstmalig als Hirtenjunge den Prolog im Krippenspiel vor. Langsam senkt er sein Organ und sofort intonieren die Stimmen des Männergesangvereins Concordia Überroth-Niederhofen eines von insgesamt elf Liedern. "Auch für uns ist es eine Premiere", freut sich Dirigent Gerhard Geib. Im Probenlokal habe die Sangesgruppe die Literatur vorbereitet und abgestimmt. Links neben den Sängern ertönen im nächsten Moment die Querflöten von Elke Kirsch-Bruns und der achtjährigen Mara Hero. Wie ein Puzzle baut Regisseur Graf mit Neulingen und erfahrenen Akteuren die einzelnen Sequenzen des Hirtenspiels zu einer aufwendigen Gesamtproduktion zusammen. Szenenwechsel. Nach seiner aus dem Off vorgetragenen Textpassage gibt er dem auf der Empore sitzenden Musikverein Stern Sotzweiler-Bergweiler das Startzeichen für ihren Einsatz.Mit dem Verstummen der Instrumente stehen die Schäfer zur Stellprobe bereit. Zu den Dialogen werden die jeweiligen Positionen der Schauspieler genau fixiert. Nur die tierischen Akteure fehlen beim Generaldurchlauf. Fünf Schafe, eine Kuh und ein Esel sorgen mit für die lebendige und authentische Szenerie. "Sie werden extra für ihren Auftritt trainiert", erzählt Johannes Dumont, der die Tiere in beiden Aufführungen betreut. "So wird eine echte Stallatmosphäre, die einmalig ist, geschaffen. Um dieses Bühnenbild werden wir die Geschichte von Jesu Geburt verdichten. Im gesamten Saarland gibt es nichts Vergleichbares", sagt Graf. Der Lindscheider findet es überragend, mit welchem Engagement, Begeisterung und Herzblut das Ensemble aus Musikern, Sängern und Schauspielern bereits an den Proben bei der Sache ist. "Ich liebe es, mit diesen Menschen hier zu arbeiten. Alle sind ja Laiendarsteller aus der Gemeinde. Das macht das unser Krippenspiel so identisch", lobt der Regisseur des Saarländischen Rundfunks.

Mit den Aufführungen wolle man das Weihnachtsfest biblisch thematisieren. Fernab vom Kommerz und hin zu einem stil- und stimmungsvollen Einstieg in die Weihnachtstage. "Mit der Inszenierung zeigen wir einen anderen Weg zu Weihnachten auf. Den stillen und nachdenklichen Weg", beschreibt Graf. Wie in den Vorjahren schlüpft Tanja Schwarz in die Rolle der Maria. "Für uns Akteure geht es darum, diese Stimmungen und Eindrücke zu vermitteln", meint die Darstellerin, die in der Schlussszene im Mittelpunkt steht. Für sie persönlich sei es nach wie vor etwas ganz Besonderes, diese wichtige biblische Figur verkörpern zu dürfen. Nach rund eineinhalb Stunden ist die Probe beendet. "Wir freuen uns jetzt, dass es wieder losgeht", sagt Graf.

Auf einen Blick

Karten für das Hirtenspiel sind heute Abend, ab 18.30 Uhr, und am morgigen Samstag, ab 16 Uhr, an der Tageskasse in der Maschinenhalle erhältlich. Der Eintritt kostet dabei zehn Euro, Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre zahlen fünf Euro. Veranstalter sind die Gemeinde Tholey, die Naturlandstiftung Saar und die Naturland Ökofächenmanagement GmbH, sowie der Arbeiter Samariter Bund. frf