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Ein Bauernsohn, der viel bewegt hat

Ein Bauernsohn, der viel bewegt hat

Etwa 50 Besucher gedachten am Hasborner Eckstein-Denkmal gemeinsam Nikolaus Warken. Zum 50. Mal gab es diese Gedenkveranstaltung zu Ehren des Arbeiterführers und Kämpfers für die Arbeiterrechte.

"Keinem Herren hat er die Sohle geleckt" - mit diesen Worten beschrieb der 1934 in Bergweiler geborene bedeutende Lyriker Johannes Kühn den Arbeiterführer Nikolaus Warken. Der 1851 in Hasborn geborene Bauernsohn gilt als Vorkämpfer der Arbeiterbewegung . Josef Henkes, der schon am Saarländischen Staatstheater in die Rolle des Arbeiterführers geschlüpft ist, würdigte Warken in einem Vortrag mit Gedanken von Johannes Kühn .

Anlass war eine Gedenkfeier am Eckstein-Denkmal in Hasborn zu Ehren von Nikolaus Warken "Eckstein".

Viktor Schug, der Vorsitzende der Ortsgruppe Eckstein Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (kurz: IGBCE), begrüßte etwa 50 Besucher. Eugen Roth , Landtagsabgeordneter und stellvertretender Vorsitzender der DGB Rheinland-Pfalz/Saarland, betonte in seiner Ansprache die Bedeutung dieser Gedenkfeier am Vortag zum 1. Mai, dem traditionellen Feiertag der Arbeiterbewegung . Warken sei ein Kämpfer für die Arbeiterbewegung gewesen, der sein Engagement in den Dienst der Sache gestellt hat. Roth: " Wofür Nikolaus Warken unter ganz anderen Bedingungen gekämpft hat, Arbeitssicherheit, faire Bezahlung, Würde des Arbeitnehmer - das ist damals wie heute unser Anliegen." Nikolaus Warken pendelte wie viele Bergleute zwischen seinem Wohnort Hasborn und dem etwa 35 Kilometer entfernten Friedrichsthal.

Er wehrte sich unter anderem gegen eine Ausweitung der Schichtdauer auf zwölf Stunden und die Praxis, die Bergleute während der Schicht im Bergwerk einzusperren. 1889 führte er den ersten großen Streik der saarländischen Bergleute an. Bürgermeister Hermann Josef Schmidt lobte das Engagement der Organisatoren: "Es ist wichtig, dass die Ortsgruppe Eckstein diese Gedenkfeier jedes Jahr durchführt. Wir sollten heute an die Menschen in der Welt denken, die noch immer unter schlimmen Bedingungen in Fabriken arbeiten."

Die Gedenkfeier am Eckstein-Denkmal in Hasborn fand in diesem Jahr zum 50. Mal statt. Mit Edgar Besch war auch ein Nachkomme von Nikolaus Warken anwesend. Der 76-jährige ist ein Enkel Warkens. Vor der Feier trafen sich 16 Wanderer in Thalexweiler, um einen Stück des Warken-Eckstein-Weges zu gehen, den die Bergleute damals zu Warkens Lebzeiten mühsam zum Arbeitsplatz zurücklegen mussten.

Für Musik sorgte der Hasborner Musikverein Lyra. Außerdem stellte Karl Josef Boussard sein neues Buch "Die Erben der Hartfüssler" vor. Als "Hartfüssler" bezeichnete man früher jene Bergleute, die weit weg von den Kohlengruben wohnten und zu Fuß dorthin marschierten. Mit Hilfe von mehr als 170 Zeitzeugen beschreibt er den Arbeitsalltag unter und über Tage, dessen Veränderung und daraus resultierenden unterschiedlichen Lebenswege der Menschen aus dem Nordsaarland.

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HintergrundWarken-Eckstein-Weg: Der nach dem Führer der Bergarbeiterbewegung an der Saar benannte Wanderweg führt von Warkens Heimatort Hasborn bis zum Rechtsschutzsaal in Bildstock. Das 1891/1892 errichtete Gebäude gilt als erstes Gewerkschaftshaus im Deutschen Reich. Hier trafen sich die Mitglieder des Rechtsschutzvereins für die bergmännische Bevölkerung, dessen erster Vorsitzender Nikolaus Warken war. mon